So schlimm steht es um S04 wirklich Keine Spieler, hohe Schulden, offene Trainerfrage

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Der FC Schalke 04 ist in die 2. Bundesliga abgestiegen. Die Zukunftsaussichten beim Traditionsklub sehen düster aus.

Gelsenkirchen – Seit der 0:1-Pleite gegen Arminia Bielefeld ist das offiziell, was sich in den vergangenen Monaten immer konkreter abgezeichnet hatte: Der FC Schalke 04 ist aus der Bundesliga abgestiegen. Spätestens am Mittwoch (21. April) also steht die große Aufgabe der Rückkehr ins Oberhaus auf dem Plan der Verantwortlichen. EXPRESS macht den Rundumschlag.

  • FC Schalke 04 nach Bielefeld-Niederlage offiziell abgestiegen
  • Die Voraussetzungen für einen direkten Wiederaufstieg sind schlecht
  • Der Kader, die Trainerfrage und die Finanzen machen Sorgen

Schon jetzt scheint klar, dass es sich beim Abstieg nicht um einen lapidaren Betriebsunfall eines der historisch gesehen größten deutschen Fußballklubs handelt. Nein, um den FC Schalke 04 steht es viel schlimmer. Dem Klub droht der Kader auseinanderzubrechen, für Neuzugänge von Qualität fehlt das Geld – und mit welchem Trainer der Wiederaufbau eingeleitet werden soll, ist auch noch offen.

Der Kader

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Der aktuelle Schalke-Trainer Dimitrios Grammozis (42) gab sich nach dem besiegelten Abstieg „brutal enttäuscht, dass jetzt die Gewissheit da ist“. Doch er versucht, optimistisch in die Zukunft zu blicken und setzt sich zum Ziel, in der kommenden Saison wieder „eine schlagkräftige Truppe“ zu haben, „auf die die Fans wieder stolz sein können“. Daher fordert er, „dass wir Jungs wiedergewinnen für diesen Verein, die auch das Emblem würdig tragen. Dass sie wissen, was Schalke ist. Worauf sie sich hier einlassen.“

Hierbei handelt es sich wohl um einen überschaubaren Teil der aktuellen Mannschaft, denn bei vielen Profis herrscht das Selbstverständnis vor, in die Bundesliga zu gehören. Außerdem haben die wenigsten einen gültigen Vertrag für die Zweite Liga. Suat Serdar (24) zum Beispiel ließ bereits gegenüber der „Sport Bild“ verlauten: „Langfristig will ich möglichst dauerhaft in der Champions League spielen und Titel gewinnen. Das war auch immer schon ein großer Wunsch von mir, ebenso irgendwann im Ausland Fußball zu spielen.“ Klingt nicht wie ein Treueschwur zu Königsblau.

Die Verträge von Michael Langer (36), Nabil Bentaleb (26), Alessandro Schöpf (27) und Steven Skrzybski (28) laufen zum Ende der Saison aus. Frederik Rönnow (28), Kilian Ludewig (21) und Goncalo Paciencia (26) sind lediglich ausgeliehen und verlassen den Klub auch. Ein weiterer möglicher Abgang ist auch der gebürtige Kölner Mark Uth (29), der immer wieder mit einer Rückkehr zum 1. FC Köln in Verbindung gebracht wird.

In einem Video von der Ankunft der Mannschaft an der Arena nach der Niederlage in Bielefeld ist außerdem zu sehen, wie Spieler von Fans gejagt werden. Es ist zu hören, wie Uth dabei massiv beleidigt wird. Auch diese Szenen könnten sich auf das Auseinanderbrechen des Kaders auswirken. Gut möglich, dass einige Profis nach dem Schock-Vorfall die Flucht ergreifen.

Der Trainer

Dimitrios Grammozis ist der fünfte Schalke-Trainer in dieser Saison. Nach David Wagner (49), Manuel Baum (41), Huub Stevens (67) und Christian Gross (66) ist auch er mittlerweile mit dieser Mannschaft gescheitert. Grammozis gilt schon jetzt als angezählt. Der Vertrag des Trainers läuft noch bis 2022 und gilt auch für die Zweite Liga. Doch mit einem angeknockten Coach, der nicht mehr den kompletten Rückhalt besitzt, in eine neue Saison zu gehen, das ging bereits in dieser Spielzeit mit Wagner gehörig in die Hose.

Der Verein

Der Klub ist hochverschuldet. Die Corona-Krise traf wohl keinen Verein härter als Schalke 04. Die Pandemie „hat uns mit voller Wucht getroffen und für massive Rückgänge in wesentlichen Umsatzbereichen gesorgt“, erklärte Finanzvorständin Christina Rühl-Hamers (44). Insgesamt 217 Millionen Euro hat der Verein an Schulden angehäuft. Das dürfte dem Klub – selbst in der 2. Bundesliga – bei Spieler-Transfers und Investitionen kräftig ausbremsen.

Zuletzt wurden Jochen Schneider (50, Sportvorstand), Sascha Riether (38, Koordinator Lizenzspielerabteilung) und Werner Leuthard (59, Leiter Performance Lizenzspieler) von ihren Aufgaben entbunden. Auch Alexander Jobst (47, Marketingvorstand) trat vorzeitig von seinem Amt zurück. Seitdem holte sich der Verein Körbe von Ralf Rangnick (62), Marks Krösche (40) und Rouven Schröder (45) ab.

Dem FC Schalke 04 – nicht nur dem Kader – steht eine Grundsanierung bevor. Dass es ohne Weiteres direkt wieder zurück in die Bundesliga geht, gilt als utopisch. Bestes Beispiel ist der Hamburger SV, der auch in diesem Jahr am Aufstieg zu scheitern droht.

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