Schalke-PK nach Tönnies-Aus „Zäsur für Schalke“ – Entscheidung über Wagner getroffen

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David Wagner (l.) und Jochen Schneider werden auf der Pressekonferenz sprechen.

Gelsenkirchen – Das Schalke-Beben am Dienstagnachmittag: Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies (64) hat alle Ämter beim FC Schalke 04 mit sofortiger Wirkung abgegeben (hier lesen Sie mehr).

„Der heutige Tag ist eine Zäsur für den FC Schalke 04“

Die Verantwortlichen des FC Schalke 04 haben sich am Tag nach dem Rücktritt von Tönnies demütig gezeigt und „massive Einsparungen“ angekündigt. „Der heutige Tag ist eine Zäsur für den FC Schalke 04. Ein 'Weiter so' wird es und kann es nicht geben“, sagte Alexander Jobst (46), Vorstand Marketing und Kommunikation: „In der vergangenen Saison hat Schalke ein miserables Bild in der Öffentlichkeit abgeben. Wir haben Fehler gemacht, für die wir uns entschuldigen möchten.“

Damit meinte Jobst zum einen die enorm schwache sportliche Rückrunde, die das Team von Trainer David Wagner auf Platz zwölf beendet hatte, und zum anderen die Fehltritte in der Öffentlichkeitsarbeit unter anderem bei zwischenzeitlich geforderten Härtefallanträgen bei Ticketrückerstattungen. „Die Verantwortung tragen wir, der Vorstand, und wir müssen tunlichst dafür Sorge tragen, dass diese Dinge nicht mehr passieren. Wir wissen, dass wir sehr viel Vertrauen und Glaubwürdigkeit verspielt haben.“

FC Schalke 04: Gehaltsobergrenze wird nicht bestätigt

Der finanziell ohnehin angeschlagene Verein habe durch die Corona-Krise weitere hohe Verluste hinnehmen müssen. Um Schalke „mit wirtschaftlicher Vernunft in die Zukunft“ führen zu können, werde beim Personaletat und bei nicht notwendigen Investitionen „die Stopptaste“ gedrückt. Deshalb sei es auch notwendig, die sportlichen Ziele für die kommenden „ein, zwei, vielleicht auch drei“ Spielzeiten anzupassen, sagte Jobst. Das Erreichen des Europapokals sei kein Thema mehr.

Eine Gehaltsobergrenze bei 2,5 Millionen Euro bestätigten Jobst und Sportchef Jochen Schneider zunächst nicht direkt. Beide sprachen aber von deutlichen Budgetkürzungen auch im Profi-Bereich. „Wir müssen uns Richtlinien auferlegen, an die wir uns halten“, sagte Schneider, der zudem bestätigte, dass mit der Mannschaft Ende Juli über einen weiteren Teilverzicht auf Gehalt gesprochen wird. „Wir kommen nicht umhin, den Kompromiss zu erzielen“, sagte er. Bei der Frage nach der vermeintlichen NRW-Landesbürgschaft für einen Bankkredit bis zu 40 Millionen Euro wurde auf die „Geheimhaltungspflicht“ verwiesen. Eine Ausgliederung des Profi-Bereichs sei aktuell noch kein Thema.

Sportliche Situation: Jochen Schneider gesteht Fehler ein

Sportvorstand Jochen Schneider (49) äußerte sich zur sportlichen Sitaution auf Schalke. In den letzten Jahren hätten andere Vereine der Bundesliga besser gearbeitet, als die Königsblauen. Man selber habe Fehler gemacht, „sonst wären wir jetzt nicht da wo wir sind. Jetzt müssen wir erst einen Schritt zurückgehen, damit der Klub wieder gesund wird und wir neu angreifen können.“

Hier lesen Sie mehr: Bundesliga: Christian Seifert kündigt außergewöhnliche Saison an

Das Ende der vergangenen Saison war mehr als gruselig für die Schalker. Die letzten 16 Spiele konnten allesamt nicht gewonnen werden, was auch daran lag, dass S04 viele Verletzte hatte. Trotzdem werde man auch in der nächsten Saison an David Wagner und seinem rainerteam festhalten, denn „solange David Wagner den größten Teil des Kaders zur Verfügung hatte, haben wir attraktiven Fußball gespielt“, sagte Schneider.

David Wagner: „Ich bin für beide Phasen die wir gehabt haben, der Verantwortliche“

Auch Trainer David Wagner führt die lange Sieglos-Serie auf das Verletzungspech zurück: „Ich persönlich sage, dass wir in dieser Saison mit zwei verschiedenen Mannschaften gespielt haben. Ich bin für beide Phasen die wir gehabt haben, der Verantwortliche. Der letzte Eindruck der Saison war sehr schelcht. Jetzt analysieren wir: Wie konnte es dazu kommen, dass wir seit Mitte Februar mit einer anderen Mannschaft Fußball gespielt haben.“

Den Liveticker zur Pressekonferenz vom FC Schalke 04 können Sie hier noch einmal nachlesen:

12.38 Uhr: Das war es von der Pressekonferenz.

12.33 Uhr: Wagner: „Ich persönlich sage, dass wir in dieser Saison mit zwei verschiedenen Mannschaften gespielt haben. Ich bin für beide Phasen die wir gehabt haben, der Verantwortliche. Der letzte Eindruck der Saison war sehr schelcht. Jetzt analysieren wir: Wie konnte es dazu kommen, dass wir seit Mitte Februar mit einer anderen Mannschaft Fußball gespielt haben. Wir hatten auch in der Reha relativ viele Schwierigkeiten. Sané brauchte sechs und Stambouli brauchte sechs Monate länger in der Reha. Wir hatten ein Torwartpaar, dass bis Mitte Februar extrem gut funktioniert hat. Das Transferfenster im Winter hat uns auch nicht geholfen, da atten wir kein gutes Händchen.“

12.30 Uhr: Schneider: „Es hat sich letzten Sommer schon bewährt, dass wir Can Bozdogan vom 1. FC Köln verpflichtet haben. Diesen Weg in der Knappenschmiede gehen wir weiter. Der ist für uns alternativlos. Wenn wir das schaffen und den Weg konsequent weitergehen, dann hat der Verein auch eine positive Zukunft.“

12.27 Uhr: Schneider: „Die Schlüsse aus dieser Saison sind: Es waren für unseren Kader leider zu viele Verletzte. Solange David Wagner den größten Teil des Kaders zur Verfügung hatte, haben wir attraktiven Fußball gespielt. Deshalb werden wir auch an unserem Trainerteam festhalten.“

12.24 Uhr: Schneider: „David Wagner ist hier jetzt seit genau einem Jahr. Auch damals schon unter schwierigen Voraussetzungen. Wir hatten einen Kader, den wir nachjustieren mussten. Und auch letztes Jahr mussten wir schon erst Spieler verkaufen, um wieder investieren zu können. Mit Ozan Kabak und Benito Raman haben wir auch nur für zwei Spieler eine Ablöse bezahlt. Wenn wir auf die Saison schaut, kann man sie dreiteile. Bis zum 18. Spieltag, dann eine zähe Phase und dann nach der Corona-Pause. Wir hatten das Problem mit vielen Verletzungen. Uber einen langen Zeitraum ist uns die komplette Defensivachse weggebrochen, genauso wie wichtige Mittelfeldspieler. Zudem haben wir auch noch zu wenige Stürmertore erzielt.“

12.21 Uhr: Nun beginnt die sportliche Aufarbeitung der vergangenen Saison.

12.20 Uhr: Jobst: „Wer Clemens Tönnie skennt, der weiß dass er auch zu seinem Entschluss steht. Darum gab es meinerseits keine Überredungsabsichten. Seine Entscheidung gilt es zu respektieren.“

12.17 Uhr: Jobst: „Wir können aktuell noch nicht absehen, wann wir wieder mit Zuschauern spielen können. Deshalb können wir nur abwarten und erst ab einer Gewissheit auf unsere Dauerkarteninhaber zugehen können.“

12.14 Uhr: Jobst: „Clemens Tönnies war ein sehr starker Sparringspartner. Es ist aber auch wichtig zu betonen, dass unsere Sponsoren wirtschaftlich sehr stabil an der Seite von Schalke 04 stehen. Mit diesen Sponsoren werden wir auch in die Zukunft gehen. Gazprom wird auch bis 2022 dem FC Schalke 04 treu bleiben. Das ist auch unabhängig von Clemens Tönnies.“

12.11 Uhr: Schneider: „Wir sind intern kein zerstrittener Haufen, diesen Aussagen möchte ich entgegenwirken.“

12.08 Uhr: Schneider: „Es gibt Vereine die haben in den letzten Jahren einen klasse Job gemacht. Und wir haben Fehler gemacht, sonst wären wir jetzt nicht da wo wir sind. Jetzt müssen wir erst einen Schritt zurückgehen, damit der Klub wieder gesund wird und wir neu angreifen können. Wir haben eigentlich eine gute Saison gespielt, zumindest zwei Drittel. Aber der letzte Eindruck war richtig, richtig schlecht.“

12.07 Uhr: Jobst: „Es ist nicht realistisch für die nächsten Jahre einen Europa-Anspruch auszurufen.“

12.02 Uhr: Schneider: „Wir hatten damals mit unseren Spielern sehr gut Gespräche, Mitte März haben wir schnell eine gute Lösung für den Verein gefunden in Sachen Gehaltsverzicht. Wir kommen wie alle anderen Bundesligisten nicht drumherum, weiter auf Gehalt zu verzichten. Da werden wir mit unseren Spielern aber noch einmal drüber sprechen.“

11.58 Uhr: Schneider: „Natürlich muss man sich Gedanken machen. Das Lizenzspieler-Budget ist der größte Hebel bei einem Fußballverein. Wir müssen uns hier selber Richtlinen auferlegen, an die wir uns halten. Wir müssen der Realität ins Auge blicken. Aber zu konkreten Zahlen kann und werde ich keine Auskunft geben.“

11.55 Uhr: Jobst: „Ich habe in den letzten Jahren immer mal wieder, dass wir in unserer Struktur an unsere Grenzen kommen werden, wenn sich der sportliche Erfolg nicht einstellt. Unsere Mitglieder und Fans haben ein Anrecht, dass wir zeigen, dass ein 'Weiter so' nicht möglich ist für uns. Wir können nicht mehr auf die Zukunft wetten, sondern müssen in de Budgets zunächst Einsparungen vornehmen.“

11.52 Uhr: Jobst: „Wir haben heute eine Situation, wirtschaftlich, dass wir sehr zuversichtlich sind, Schalke 04 durch die Corona-Krise zu steuern. Nichtsdestotrotz ist es eine sehr herausfordernde Zeit für Schalke 04.“

11.48 Uhr: Jobst: „Worte sind das Eine, Taten müssen folgen. Wir haben alle Hände voll zu tun, den Schalter umzulegen und die vergangene Saison aufzuarbeiten.“

11.45 Uhr: Jobst: „Wir werden unsere sportlichen Ziele für die nächsten zwei oder drei Saisons anpassen. Wir können nicht erwarten, dass wir mit unserem zukünftigen Personaletat Europa erreichen werden. Wir werden Budgets justieren, reduzieren. Aber immer mit dem Blick, dass wir die Kraft von Schalke 04 schnell ummünzen können, dass der Klub wieder ein großer Klub werden kann. Wir möchten mit wirtschaftlicher Vernunft, Augenmaß und vollständiger Transparenz Vertrauen bei unseren Fans und Mitgliedern zurückgewinnen. Wir werden Maßnahmen im Lizenzbereich treffen. Auch bei den Profis werden wir weitere Kürzungen treffen müssen.“

11.42 Uhr: Jobst: „Schalke 04 hat in der Vergangenheit sehr stark in die Zukunft und das Personal investiert. Mit der Prämisse, dass sich der sportliche Erfolg einstellt. Fakt ist aber auch, dass Schalke 04 in den letzten vier Jahren drei Mal Europa verpasst hat. Bei der Wette in die Zukunft haben wir in den letzten Jahren mehrfach verloren. Oft wurde kritisch angemerkt: Schalke 04 hat kein Einnahmeproblem, sondern ein Ausgabenproblem. Ja, das kann man so sehen. Jetzt brechen uns durch Corona große einnahmezuströme weg. Unsere Partner stehen zum Glück zu uns, aber auch hier führen wir Gespräche, weil wir einen Imageverlust erleiden mussten. Auf der Ausgabenseite werden wir massive Einsparungen vornehmen.“

11.38 Uhr: Jobst: „Ich kann mich den Worten von Jochen nur anschließen. Auch ich bedanke mich bei Clemens Tönnies. Die Entscheidung ist ihm alles andere als leicht gefallen. Der heutige Tag ist eine Zäsur für den FC Schalke 04. Ein „Weiter so“ wird es und kann es beim FC Schalke nicht geben. In den vergangenen Saison hat Schalke ein miserables Bild in der Öffentlichkeit abgeben. Wir haben Fehler gemacht, für die wir uns entschuldigen möchten. Bei allen Fans, bei allen Mitarbeitern und Minijobbern. Die Verantwortung für diese Entscheidungen tragen wir, der Vorstand. Und wir müssen dafür sorgen, dass diese Fehler nicht mehr passieren.“

11.36 Uhr: Schneider: „In erster Linie gebührt Clemens Tönnies unser Dank für seine Arbeit in den vergangenen 26 Jahren. Er hat den Verein gepärgt, geführt. Ihm gilt unser allgerößter Respekt. Die letzten Wochen und Monate waren sehr turbulent. Wir sollten wieder miteinander und nicht übereinander sprechen.“

11.34 Uhr: Die Pressekonferenz wird in zwei Teile aufgeteilt. Im ersten Teil wird es um die nicht-sportlichen Dinge gehen, sprich das Thema Tönnies. Der zweite Teil dreht sich dann um die vergangene Saison.

11.32 Uhr: Wagner, Jobst und Schneider betreten das Podium.

11.25 Uhr: Die Presskonferenz sollte erst um 11 Uhr starten. Allerdings standen einige „akkreditierte Journalisten aufgrund der Vollsperrung auf der A2 im Stau“, teilte der Verein mit. Neuer Start soll nun 11.30 Uhr sein.

11.23 Uhr: Herzlich Willkommen zum Liveticker zur Pressekonferenz vom FC Schalke 04 nach dem Aus von Clemens Tönnies.

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