Bayern-Boss schießt scharf gegen DFB „Geld, Vermarktung und Politik haben Priorität“

Rummenigge

Die Bosse des FC Bayern München: Hasan Salihamidzic, Karl-Heinz, Rummenigge, Herbert Hainer, Uli Hoeneß und Oliver Kahn (v.l.) nach dem Champions League-Finale im August in Lissabon.

München – Er macht sich ernsthaft Sorgen um die Zukunft des deutschen Fußballs. Karl-Heinz Rummenigge (65) hat beim Deutschen Fußball-Bund einen „gewissen Wertewandel“ festgestellt - und meint das negativ.

Nach dem Titelgewinn bei der WM 2014 sei versucht worden, „diesen großen Erfolg finanziell auszunutzen“, sagte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München der „Bild am Sonntag“.

DFB-Spieler: Mehr Sponsoring-Termine als Training?

Dazu zählten auch die großen Sponsoren-Verträge. „Ich weiß von unseren Spielern, dass es bei jedem Länderspiel vermehrt Sponsoring-Termine gab. Aber wer im Fußball tätig ist - egal ob bei einem Klub oder beim DFB -, muss auch den Fußball exklusiv in den Mittelpunkt stellen.“

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Karl-Heinz Rummenigge über Bundestrainer: Der arme Jogi Löw

Derzeit „überwiegen beim DFB Interessen abseits des Fußballs“, sagte Rummenigge. Bundestrainer Joachim Löw, den er als „der arme Jogi Löw“ bezeichnete, habe das Freundschaftsspiel am vergangenen Mittwoch gegen die Türkei (3:3) bestreiten müssen, „damit Geld in die Kassen kommt, angeblich fehlen 15 Millionen Euro“, sagte Rummenigge. „Was sind 15 Millionen im Vergleich zu dem, was die Bundesliga-Klubs verlieren?“

Rummenigge nimmt DFB-Boss Fritz Keller in die Pflicht

Das Problem sei: „Geld, Vermarktung und Politik haben Priorität, aber nicht der Fußball.“ Der DFB, der vergangene Woche durch die Razzia der Frankfurter Staatsanwaltschaft erneut erschüttert worden war, müsse „dringend in ruhiges Fahrwasser zurückkehren“, sagte Rummenigge. „Das ist die primäre Aufgabe von Präsident Fritz Keller.“

Die Ermittler werfen einzelnen ehemaligen und aktuellen DFB-Funktionären vor, Erlöse aus der Bandenwerbung von Heimländerspielen der Nationalmannschaft in den Jahren 2014 und 2015 bewusst falsch versteuert zu haben.

Das Ansehen der Nationalmannschaft hat laut Rummenigge in den vergangenen Jahren aber nicht entscheidend gelitten. „Nein, ich habe 95 Länderspiele gemacht und weiß, welch hohen Stellenwert die Nationalmannschaft hat“, sagte Rummenigge. „Selbst nach der vergangenen Saison, die der FC Bayern hoch dekoriert beendet hat, sage ich: Die Nationalmannschaft ist im Moment vielleicht nicht die beste, aber immer noch die wichtigste Mannschaft in Deutschland.“ (dpa)

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