Rolle rückwärts in München FC Bayern beim Bundesliga-Auftakt doch vor leeren Rängen

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Die Allianz Arena der Bayern wird zum Saisonstart mit 7500 Fans gefüllt sein.

Köln – Schluss mit den Geisterspielen! Endlich kehrt wieder Leben in den Bundesliga-Stadien ein. Was vor ein paar Wochen noch wie ein absurder Traum klang, ist nun zur Freude vieler Fans und Klubs Realität geworden – doch noch nicht überall herrscht Feierstimmung. Unter anderem beim FC Bayern musste am Donnerstag umgeplant werden.

Die Politik hat den Weg zwar freigemacht: Der Start in die neue Bundesliga-Saison kann einheitlich vor Zuschauern stattfinden, darauf einigten sich die Länder. Allerdings erlaubt die sechswöchige Testphase nur eine maximale Fan-Auslastung von 20 Prozent der Stadionkapazität.

In dieser Zeit darf das Infektionsgeschehen in den betroffenen Spielorten 35 Fälle pro 100.000 Einwohner nicht übersteigen.

Fans in Bundesliga-Stadien: Infektionslage entscheidet

Und: Nicht alle Klubs wollen gleich zum Start die erlaubte Kapazität ausnutzen, bei einer Partie klappt es mit der Umsetzung der neuen Regel derweil noch gar nicht.

EXPRESS erklärt, wie viele Zuschauer an diesem Wochenende in den neun Stadien dabei sind.

FC Bayern München gegen FC Schalke 04 (Freitag, 20.30 Uhr, ZDF)

Allianz-Arena: 0 Zuschauer

Der Triple-Sieger der vergangenen Spielzeit dürfte theoretisch vor 15.005 Zuschauern in der Allianz-Arena spielen. Allerdings ist gerade in der Landeshauptstadt München die Situation äußert prekär, da man mit einem Infektionswert von 47 Fällen pro 100.000 Einwohner deutlich über dem vorgeschrieben Richtwert von 35 liegt. Wie die Stadt München nun am Donnerstag entschied, muss der Rekordmeister daher tatsächlich vor leeren Rängen in die Saison starten.

„Wir haben uns ganz gut auf die Situationen eingestellt, die wir nicht ändern können. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt und müssen uns an die Regeln halten. Damit müssen wir professionell umgehen“, sagte Trainer Hansi Flick (55) auf der Pressekonferenz der Bayern.

Vorab hatte der Klub einem Kompromiss zugestimmt, der es dem Rekordmeister erlaubt hätte, zehn Prozent der Stadionkapazizät der Allianz-Arena zu nutzen.

1. FC Köln gegen TSG 1899 Hoffenheim (Samstag, 15.30 Uhr, Sky)

Rhein-Energie-Stadion: 9200 Zuschauer

Der FC darf seinen Saisonstart gegen Hoffenheim am Samstag vor 9200 Zuschauern im Rhein-Energie-Stadion feiern.

Beim Pokal-Auftakt gegen die VSG Altglienicke waren es nur 300 Zuschauer gewesen. „Wir freuen uns, dass wir am Samstag gegen Hoffenheim 9200 Fans im Rhein-Energie-Stadion haben. Das ist ein sehr positives Signal. Wir wünschen uns, dass in den nächsten Wochen und Monaten noch mehr möglich ist – wir sind aber gut beraten, jetzt erst mal kleine Schritte zu machen und die pandemische Entwicklung weiter zu beobachten“, sagte Finanz-Chef Alexander Wehrle (45).

Werder Bremen gegen Hertha BSC (Samstag, 15.30 Uhr, Sky)

Weserstadion: 8500 Zuschauer

Die Tribünen des Weserstadions dürfen am Samstag gegen die Hertha mit 8500 Fans gefüllt sein. 

„Ich habe das wirklich nicht erwartet, aber ich freue mich sehr darüber. Das wird großartig. Es ist lange her, dass wir zuletzt mit Fans gespielt haben“, sagte Werder-Spieler Ludwig Augustinsson (26).

Eintracht Frankfurt gegen Arminia Bielefeld (Samstag, 15.30 Uhr, Sky)

Deutsche Bank Park: 6.500 Zuschauer

Die Frankfurter Eintracht darf ab sofort wieder auf die Unterstützung von 6500 Anhängern zählen. 

In Hessen benötigen Veranstaltungen von mehr als 250 Besuchern eine Ausnahmeregelung.

Nach dem bundesweiten Beschluss könnten allerdings 10.300 Fans in die Arena. Darauf hoffen die Frankfurter nun in ihrem zweiten Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim.

Adler-Coach Adi Hütter (50) ist zufrieden: „Das ist eine tolle Nachricht, die wir vor zwei Wochen noch nicht für möglich gehalten hätten. Natürlich hat das noch nicht viel mit dem zu tun, was wir uns alle zurückwünschen und mit Fußball verbinden. Aber es ist ein Anfang, jeder kleine Schritt zurück zur Normalität zählt.“

1.FC Union Berlin gegen FC Augsburg (Samstag, 15.30 Uhr, Sky)

Stadion An der Alten Försterei: 4300 Zuschauer

Die Eisernen starten in Berlin-Köpenick zunächst mit 4300 Zuschauern und Stehplätzen gegen den FC Augsburg. Wirklich lohnenswert ist der Einlass der Fans für die Köpenicker aber nicht:

„Für uns ist das nicht sehr ergiebig“, sagte Kommunikations-Geschäftsführer Christian Arbeit (41) zum Beschluss der Länder, in einer Testphase die Stadien mit 20 Prozent der Zuschauerkapazität auszulasten.

VfB Stuttgart gegen SC Freiburg (Samstag, 15.30 Uhr, Sky)

Mercedes-Benz Arena: 8000 Zuschauer

Beim VfB Stuttgart war die Zuschauerfrage lange ungeklärt. Der Verein hatte noch kein grünes Licht der Stadt für die Zulassung von Zuschauern für das Heimspiel gegen den SC Freiburg erhalten. Doch mittlerweile steht fest, dass die Schwaben mit gefüllten Tribünen in die neue Spielzeit starten müssen.

„Wir begrüßen die Testphase zur Wiederzulassung von Zuschauern in den Stadien ausdrücklich. Es war uns immer ein Anliegen eine möglichst einheitliche, solidarische Lösung für die gesamte Liga zu finden. Da bis zuletzt Fragen mit den Behörden zu klären waren, haben wir beschlossen, unser Heimspiel gegen den SC Freiburg am kommenden Samstag vor circa 8.000 Zuschauern zu bestreiten. Wir sehen dies als Auftakt der sechswöchigen Testphase und haben deshalb bewusst noch nicht die maximal zulässige Kapazität ausgeschöpft. Sorgfalt geht hier ganz klar vor Geschwindigkeit“, sagte Vorstandsvorsitzender Thomas Hitzelsberger (38).

Für das Heimspiel am 3. Oktober gegen Bayer Leverkusen wolle man aber auf die gestatteten 12.000 Fans aufstocken. 

Borussia Dortmund gegen Borussia Mönchengladbach (Samstag, 18.30 Uhr, Sky)

Signal Iduna Park: 10.000 Zuschauer

Borussia Dortmund plant sein erstes Heimspiel in der neuen Saison gegen Borussia Mönchengladbach mit 10.000 Zuschauern. Für das erste Heimspiel vor Publikum werden in Dortmund nur Zuschauer zugelassen, die in Nordrhein-Westfalen wohnen. Um das entsprechend kontrollieren zu können, müssen die Fans bei der Online-Bestellung der Tickets ihre Personaldaten inklusive Wohnsitz angeben.

Um einen möglichst gut geregelten Einlass in das Stadion zu gewährleisten, haben sich die Verantwortlichen der Dortmunder ein Konzept überlegt: Auf den Tickets sind verschiedene „Time-Slots“ aufgedruckt, an denen die Zuschauer zwischen 17 und 18 Uhr mittels persönlicher Einlasskontrolle in das Stadion gelangen können. Zwischen 16 und 17 Uhr ist das Betreten des Stadions jederzeit möglich.

RB Leipzig gegen 1. FSV Mainz 05 (Sonntag, 15.30 Uhr, Sky)

Red Bull Arena: 8500 Zuschauer

In Leipzig hat man bereits vor der politischen Entscheidung am Dienstag (15. September) mit rund 8500 Zuschauern für das erste Heimspiel der Saison gerechnet. Die Red Bull Arena in Leipzig fasst normalerweise rund 42.000 Zuschauer. 

VfL Wolfsburg gegen Bayer 04 Leverkusen (Sonntag, 18 Uhr, Sky)

Volkswagen Arena: 500 Zuschauer

Eigentlich hatten sich die Wölfe auf ein „El Plastico“ vor etwa 6000 Zuschauern eingestellt, doch die Landespolitik Niedersachsens machte dem Team von Coach Oliver Glasner (46) einen Strich durch die Rechnung.

Die niedersächsische Regierung wolle die derzeit noch gültige Corona-Verordnung erst im Laufe der kommenden Woche anpassen, was zur Folge hat, dass die Wolfsburger zunächst vor 500 Zuschauern in die neue Spielzeit starten.

„Dass das bis zum kommenden Wochenende nicht umsetzbar ist, ist für unsere Fans natürlich sehr schade“, sagte VfL-Geschäftsführer Michael Meeske (48).

DFB hofft auf Zuschauer bei Länderspielen in Köln

Während in der Bundesliga bereits wieder Spiele vor Zuschauern stattfinden dürfen, ist es noch nicht sicher, ob die Nationalmannschaft nachziehen kann. Der DFB hat aber die Hoffnung, dass im Oktober auch bei den Länderspielen eine Auslastung von 20 Prozent möglich ist.

Laut der „Bild“ äußerte sich der Verband folgendermaßen zu der Rückkehr der Fans: „Der DFB hat den Wunsch, bei den beiden Länderspielen in Köln wieder vor Zuschauern zu spielen. Dieses Anliegen ist bei der UEFA bereits hinterlegt, die diesem Vorhaben offiziell zustimmen muss. Sofern der DFB hier grünes Licht bekommt, planen wir auch mit 20 Prozent der Stadionkapazität.“

Die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw (60) trifft am 7. Oktober in einem Testspiel auf die Türkei. Am 13. Oktober folgt das Nations-League-Spiel gegen die Schweiz. Beide Partien finden in Köln im Rhein-Energie-Stadion statt. Es fehlt aktuell nur noch die Zustimmung der UEFA für Zuschauer in den beiden Partien. (cw, mir, ek)

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