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Wie Poldi, Jansen & Co. Wird Nübel das nächste Talent in der Bayern-Sackgasse?

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Alexander Nübel (l.) oder Manuel Neuer – wer kann sich nächste Saison im Bayern-Tor durchsetzen?

München – Jedem Fußballfan in Deutschland dürfte mindestens ein Profi einfallen, der in seiner Karriere zu früh zum FC Bayern gewechselt ist. Beim Rekordmeister lief es nicht, also wanderten die Talente oftmals nach einem Jahr schon wieder ab. Passiert das gleiche im Sommer auch Schalke-Keeper Alexander Nübel, nachdem Manuel Neuer seinen Vertrag verlängert hat?

Mitchell Weiser, Nils Petersen, Breno, Sinan Kurt, Tobias Rau und Mickaël Cuisance – alle wechselten in jungen Jahren zum FC Bayern und sind aus verschiedensten Gründen (vorerst) gescheitert. Doch wir haben uns vier noch prominentere Beispiele rausgesucht, für die der Wechsel nach München ebenfalls nicht den großen erhofften Karrieresprung bedeutete:

Lukas Podolski (34)

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„Prinz Poldi“ überragte am Anfang seiner Karriere beim 1. FC Köln. Von 2003 bis 2006 traf er 51 Mal in 85 Partien (17 Vorlagen) für seinen Lieblingsklub, und ballerte sich somit in kürzester Zeit in die Herzen der FC-Fans. Doch 2006 folgte dann mit 21 Jahren der Schritt für zehn Millionen Euro zum großen FC Bayern. Zu groß vielleicht? Darüber kann man sich streiten. Zumindest komplett gescheitert ist der „Kölsche Jung“ nicht. Immerhin absolvierte er in drei Jahren 106 Partien für die Münchener (26 Tore, 20 Vorlagen), holte 2008 zudem das Double – zusammen mit Schlaudraff und Jansen.

Doch am Ende war die Konkurrenz in seiner Bayern-Zeit mit Sturm-Stars wie Luca Toni, Claudio Pizarro, Roy Makaay, Roque Santa Cruz oder Miroslav Klose zu groß. Also ging es 2009 für zehn Millionen Euro wieder zurück zu seinem FC. In den folgenden drei Jahren traf er noch 35-mal in 96 Spielen (25 Vorlagen), ehe es 2012 zum FC Arsenal ging.

Jan Schlaudraff (36)

Nicht für wenige kam dieser Transfer im Sommer 2007 überraschend. Jan Schlaudraff wechselte mit 23 Jahren für 1,2 Millionen Euro zum Rekordmeister nach München. Der Stürmer kam mit einer Empfehlung von 22 Treffern in 79 Partien (18 Vorlagen) vom damaligen Bundesliga-Konkurrenten Alemannia Aachen.

Allerdings war weniger überraschend nach einem Jahr und keinem Tor in 14 Spielen (eine Vorlage) wieder Schluss. Schlaudraff hatte noch viel mehr als Podolski mit der großen Konkurrenz im Angriff zu kämpfen. 2008 führte sein Weg dann für zwei Millionen Euro nach Hannover, wo er seine erfolgreichste Zeit als Profi erlebte: 172 Spiele, 25 Tore und 30 Vorlagen.

Marcell Jansen (34)

Genau wie Schlaudraff kam auch Jansen im Sommer 2007 nach München. Für 14 Millionen Euro sollte der Neuzugang von Borussia Mönchengladbach künftig die linke Seite in der Allianz Arena beackern. In Gladbach wurde Jansen zum Nationalspieler, also schien es logisch, dass sich die Bayern den heutigen Präsidenten vom Hamburger SV damals mit 21 Jahren an die Säbener Straße holten.

Der Linksverteidiger kam immerhin 33-mal zum Einsatz (kein Tor, vier Vorlagen). Allerdings hat auf seiner Position damals noch Philipp Lahm den Ton angegeben. 2008 ging es für Jansen dann für acht Millionen Euro zum HSV. Dort spielte er noch sieben Jahre (187 Spiele, 24 Tore, 20 Vorlagen), ehe er 2015 im Alter von nur 29 Jahren seine Profi-Karriere beendete.

Jann-Fiete Arp (20)

Das jüngste Beispiel für ein (vorerst) gescheitertes Talent ist Jann-Fiete Arp. Im Alter von damals 17 Jahren debütierte er Ende September 2017 im Nordderby gegen Werder Bremen. Nach seiner Teilnahme bei der U17-WM im Herbst erzielte er in den nächsten zwei Spielen seine ersten beiden Bundesliga-Tore. Doch das große Sturm-Talent der Hamburger konnte den ersten Abstieg der Vereinsgeschichte nicht verhindern.

Im nächsten Jahr wurde Arp in der 2. Bundesliga fest eingeplant, kam jedoch nicht über die Reservistenrolle hinaus. Trotzdem holte ihn der FC Bayern 2019 für drei Millionen Euro. Seine Bilanz seit dem letzten Sommer: Kein Profi-Einsatz, nur sieben Spiele (zwei Tore, eine Vorlage) in der zweiten Mannschaft in der 3. Liga. Für viele war genau dieses Szenario vorauszusehen, denn Arp konnte sich nicht einmal in der 2. Liga beim HSV durchsetzen. Aber noch hat der 20-Jährige Zeit, die Kritiker Lügen zu strafen.

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Alexander Nübel (23)

Wird Nübel also der nächste Talente-Flop-Transfer? Wirklich gut sieht es für den Noch-Schalke-Profi momentan nicht aus. Nach der Bekanntgabe seines Bayern-Wechsels und einigen spielentscheidenden Fehlern, musste er im Frühjahr seinen Stammplatz an Markus Schubert abgeben. Dazu kommt, dass Manuel Neuer am Mittwoch seinen Vertrag bei den Bayern bis 2023 verlängert hat. Für Nübel bleibt zu hoffen, dass er sich in seiner Bayern-Zeit langfristig durchsetzen kann.

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