Razzia im Camp Nou Ex-Barça-Präsident Bartomeu wieder frei, Ermittlung läuft weiter

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Josep María Bartomeu, hier bei einer Pressekonferenz im September 2020, soll in der „Barçagate“-Affäre eine wichtige Rolle spielen. Er wurde am Montag in seinem Haus verhaftet.

Barcelona – Das Chaos beim FC Barcelona hält weiter an. Am Montag (1. März) bestätigten die Katalanen die nächste Hiobsbotschaft: Büroräume im Stadion wurden von der spanischen Polizei durchsucht. Ex-Präsident Josep María Bartomeu (58) wurde festgenommen, am Dienstag (2. März) aber vorläufig wieder freigelassen.

  • Polizei greift bei „Barçagate“-Ermittlungen durch
  • Ex-Präsident Josep María Bartomeu zwischenzeitlich festgenommen
  • Büroräume des FC Barcelona durchsucht

Hintergrund für den Vorstoß der Polizei sind die Ermittlungen rund um den Fall „Barçagate“. Mit einer Schmutzkampagne soll die alte Führungsriege des Klubs versucht haben, aktuellen und ehemaligen Spielern zu schaden.

Festnahmen beim FC Barcelona: Polizei durchsucht Büroräume im Camp Nou

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Barça bestätigte die Razzia am Montag auf Anfrage des Radiosenders „Cadena Ser“. Auf Fotos und Videos war zu sehen, wie Beamte der katalanischen Polizei Mossos d'Esquadra in die Katakomben des Camp Nou gehen. Die Polizei bestätigte vier vorläufige Festnahmen.

Schon seit rund einem Jahr hatte es immer wieder neue Enthüllungen rund um „Barçagate“ gegeben. Verantwortliche sollen die Agentur I3 Ventures damit beauftragt haben, eine Verleumdungskampagne gegen Kritiker innerhalb des Vereins zu initiieren. Dafür wurden unter anderem Fake-Profile in den sozialen Netzwerken erstellt.

Am Mittag folgte die offizielle Einordnung auf den Kanälen des Klubs. „Der FC Barcelona hat den Autoritäten aus Justiz und Polizei seine volle Unterstützung angeboten, um die Hintergründe der Ermittlungen aufzuklären“, hieß es in einer Stellungnahme. Barça bestätigte die Herausgabe aller Dokumente, die im Zusammenhang mit den Ermittlungen stehen.

FC Barcelona: Kampagne gegen Lionel Messi, Pep Guardiola und viele andere

Opfer der Kampagne waren Kritiker der Vereinsführung wie die aktuellen Stars Lionel Messi (33) und Gerard Piqué (34), aber auch Vereinslegenden wie Carles Puyol (42) und Xavi (41).

Weitere Ziele der Attacken: Ex-Trainer Pep Guardiola (50), Bartomeus damalige Konkurrenten um die Wahl zum Vereinspräsidenten und der lokale TV-Sender TV3. Die Agentur I3 Ventures sollte für die Arbeit insgesamt eine Million Euro in fünf Raten über 200.000 Euro erhalten.

Neues Chaos beim FC Barcelona: Vier Verhaftungen wegen „Barçagate“

Spanische Medien berichteten am Montag von vier Festnahmen. Neben Ex-Präsident Josep María Bartomeu, der Ende Oktober zurückgetreten war, sollen auch CEO Òscar Grau, Romà Gómez Ponti (Chef der Rechtsabteilung) und Jaume Masferrer (Berater des Ex-Präsidenten) verhaftet worden sein. Alle vier sind inzwischen wieder auf freiem Fuß.

Bartomeu wurde nach Informationen von Barcelonas Hausblatt „Sport“ am Morgen in seiner Wohnung in der Stadt festgenommen. (dpa/bc)

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