EM-HalbfinaleSchweinsteiger staunt über Fans: „So schöne englische Oberkörper“

„So schöne englische Oberkörper“, staunen Bommes und Schweinsteiger andächtig über die Fans im Siegestaumel. (Bild: ARD)

Halbfinale England gegen Niederlande

Überraschungen auf dem Rasen und bei der ARD: Während die Engländer im Halbfinale der EM nicht wiederzuerkennen waren, interviewte sich Alexander Bommes notgedrungen selbst. Experte Bastian Schweinsteiger schwärmte indes von unbekleideten Engländern.

Im letzten Halbfinale der EM 2024 trafen am Mittwoch (10. Juli 2024) im Dortmunder Westfalen-Stadion England und die Niederlande aufeinander. Die Antwort auf die Frage, wer hier wen im Regen stehen lassen würde, war bereits lange vor Anpfiff klar. Sie lautete: beide.

Kommentator Alexander Bommes und Experte Bastian Schweinsteiger nahmen den strömenden Regen gelassen: „Jetzt ist der Rasen noch ein bisschen grüner“, kommentierte Bommes.

Schweinsteigers Herz schlägt zweigeteilt

Für welche Nation Schweinsteigers Fußballerherz heute schlagen würde, erkundigte sich Bommes. „Schwierig“, fand der Ex-Nationalspieler die Frage.

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Mit England verbinde ihn die Zeit bei Manchester United, mit den Niederlanden die Ära des FC-Bayern-Trainers Louis van Gaal und Mitspieler wie Arjen Robben oder Mark van Bommel. Doch nach dem salominischen Urteil gab Schweinsteiger dann doch zu: „Den Niederländern schaue ich lieber zu. Die Engländer haben sich bisschen durchgemogelt ins Halbfinale.“

EM-Halbfinale: Bommes interviewt sich selbst

Kurz darauf kam es zur kuriosesten Szene des Abends. Und das noch vor Anpfiff! Alexander Bommes stellte fest, dass ihm sein Kollege mitten in der Moderation den Rücken zugewandt hatte, um mit einem niederländischen Spieler zu plaudern.

„Ich habe meinen Experten verloren, aber das ist völlig in Ordnung“, nahm der Kommentator die Situation mit Humor. Bommes stellte sich einfach seine Fragen selbst und beantwortete sie in der Rolle von Schweinsteiger.

In einem Einspieler interviewte Thomas Hitzlsperger nicht sich selbst, sondern die britische Kicker-Legende Gary Lineker. Der schwärmte über die EM in Deutschland: „Der harmonische Umgang der Fans miteinander könnte der Welt in diesen schwierigen Zeiten ein Vorbild sein, das hat mir Mut gemacht.“

Sein Tipp für den kommenden Europameister? „Mein Herz sagt England, aber mein Kopf sagt Spanien.“ Apropos Kopf: Sein Haupt schützte Bastian Schweinsteiger mit einem Regenschirm vor der Nässe, während er den Kollegen im Regen stiehen ließ.

„Haben wir jetzt einen Stromausfall? Ich höre nichts mehr!“

Kein Wort verloren die beiden über Jude Bellinghams obszöne Genitalien-Geste, die ihm nach dem Slowakei-Spiel eine Sperre und eine Geldstrafe in Höhe von 30.000 Euro eingebracht hatte.

Auch zum Bahnchaos, das dazu führte, dass die Niederländer zu spät nach Dortmund kamen und die eigene Pressekonferenz verpassten, schwiegen Schweini und Bommes.

Stattdesen philosophierten Schweinsteiger und Bommes, ob der englische Keeper Jordan Pickford wohl im Fall eines Elfmeter-Schießens erneut einen Spickzettel parat hätte wie auf seiner Trinkflasche im Spiel gegen die Schweiz. Inmitten der Banalitäten fiel zuerst das Bild für einen Sekundenbruchteil aus, dann für einige Sekunden der Ton.

„Haben wir jetzt einen Stromausfall? Ich höre nichts mehr“, rang Alexander Bommes um Orientierung. „Nur schwarze Bilder, aber wir reden trotzdem weiter“, entschied er. „Ich höre nur dich, aber das reicht“, machte Schweinsteiger dem Kollegen ein Kompliment, das er vielleicht nicht mal beabsichtigt hatte und das deshalb umso autenthischer wirkte.

Nach dem Regen kam die Bierdusche

Dann ging es endlich vom Regen in die Traufe. Anpfiff! Wer die Vorgeschichte um den Berliner Schiedsrichter Felix Zwayer kannte, wusste: Der deutsche Schiri stand unter besonderer Beobachtung. „Schiedsrichter-Albtraum“ hatte das britische Pendant zur deutschen „Bild“-Zeitung im Vorfeld geschrieben. Doch in der 16. Minute wurde aus dem Albtraum ein Traum-Schiri für die Engländer: Zwayer gab dem Team um Kapitän Kane in der 16. Minute einen Elfmeter, den der gefoulte Kane selbst ausführte. Nach dem Strafstoß stand es 1:1.

„Die Engländer sind wach, die haben ganz anders gespielt als in den vorherigen Spielen“, staunte Bastian Schweinsteiger in der Halbzeitpause. Alexander Bommes staunte ebenfalls, allerdings über etwas ganz anderes: „Es ist fast genauso nass wie vor dem Spiel, weil die Biere fliegen. Warum schmeißen die Engländer die runter, die sind doch teuer?“

Schweinsteigers Reaktion war zwar authentisch wie von ihm gewohnt, doch alles andere als politisch korrekt. Statt zu mahnen, hatte der Ex-Fubßaller einen Lifehack parat: „Sollen sie sie doch erst trinken und dann schmeißen!“

Angesprochen auf den Elfmeter nach dem Foul von Denzel Dumfries konnte Schweini sich eine Bemerkung zum Deutschlandspiel nicht verkneifen. Er schoss damit gegen den englischen Schiri Anthony Taylor, von dessen verweigerten Elfmeter sich Deutschland bis heute nicht ganz erholt hat: „Ich fand gut, dass Zwayer sich das genau angeschaut hat, das haben wir ja bei unserem Spiel gegen Spanien ein bisschen vermisst.“

Schweinsteiger erkennt Adele nicht wieder: „Sie hat sich auch ein bisschen verändert“

In der 91. Minute vermissten dagegen die Oranjes nicht den Zug wie bei der Anreise, sondern den Einzug ins Finale am Sonntag. Ollie Watkins, spät eingewechselt für Kapitän Kane, erzielte das Last Minute-Tor für England. Nicht nur geografisch eine Inselbegabung.

„Das ist der Wahnsinn, was hier oben los ist“, befand Alexander Bommes nach dem Spiel angesichts der völlig losgelösten englischen Fans. Man sei Zeuge einer „Eruption der Gefühle“. Der Experte an seiner Seite schwärmte indes: „So schöne nackte englische Oberkörper.“ Gemeint waren nicht die Spieler, sondern die ekstatischen Zuschauer. Einer davon: Ed Sheeran. Der Sänger behielt sein Shirt zum Glück an und intonierte erfreulicherweise auch keine seichten Pophymnen, sondern nur Freudenschreie.

Weltstars drücken England die Daumen

Adele und Ed Sheeran beim EM-Halbfinale in Dortmund

Ebenfalls in Dortmund: Adele. „Ich bin an ihr vorbeigelaufen, ich habe sie gar nicht erkannt“, gab Bastian Schweinsteiger zu. Und als wäre der Satz nicht schon eindeutig genug, schob er nach: „Sie hat sich auch ein bisschen verändert.“

Die größte Veränderung an diesem Abend hatten allerdings die Three Lions gezeigt. Bastian Schweinsteiger sorgte sich allerdings auch um eine Folge eines etwaigen EM-Sieges der Engländer in Berlin: „Dann müssen wir uns das die nächsten 200 Jahre anhören.“ Das kann ja keiner wollen. (tsch)