„Dürfen alle nicht empfindlich sein“ Endlich wieder „Radio Müller“-Klartext beim DFB

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Immer bestens gelaunt: Thomas Müller fühlt sich zurück im Kreis der DFB-Elf pudelwohl.

Seefeld – Fokussiert, energiegeladen und voller Tatendrang. So präsentierte sich Thomas Müller (31) am Sonntag (30. Mai) auf der digitalen Pressekonferenz des DFB. Vor über zwei Jahren wurde der Bayern-Star von Bundestrainer Jogi Löw (61) ausgebootet. Nun ist Müller wieder zurück und will sofort wieder wichtig für die Nationalmannschaft werden.

„Ich erwarte von mir, dass ich sowohl körperlich als auch technisch und taktisch an meine Leistungsgrenze heranreiche. Ich will natürlich das einbringen, was mich besonders in den letzten eineinhalb Jahren stark gemacht hat. Ich bin relativ zuversichtlich, dass ich das auch einbringen kann“, so der Weltmeister von 2014.

Thomas Müller: „Ich will Katalysator des Teams sein“

„Ich bin nicht mehr der Jüngste, sondern habe schon Erfahrung im Gepäck. Ich will schon auch vorangehen. Ich bin sehr motiviert, was die nächsten Wochen betrifft. Für mich war es eine besondere Konstellation, nochmal hier dazuzustoßen. Ich will auch ein Katalysator sein, der dann auch den Turbo der Mannschaft so ein bisschen zünden kann. Nicht, dass ich den selber in mir drin habe. Sondern, dass ich bei meinen Mitspielern noch was rauskitzeln kann.“

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Auffällig: Schon während den ersten Trainingseinheiten geht Müller mit Leistung voran, stachelt seine Kollegen aber auch als Leader und Lautsprecher in Bekannter „Radio Müller“-Manier an.

Der Offensivspieler betont: „Man kann kritische Dinge, gerade auf dem Fußballplatz, auch positiv verpacken. Ich persönlich bin ein Spieler, ich will auf dem Platz auch gerne mal von meinem Mitspieler angeschrien werden, wenn ich etwas falsch mache. Ich will nicht, dass er das in mich reinstreichelt. Es darf auch mal verbal etwas scheppern. Da dürfen alle nicht empfindlich sein. Das verlange ich von mir selber und auch von meinen Mitspielern.“

Hummels-Müller

Die beiden Rückkehrer geben auffallend viele Kommandos: Mats Hummels neben Thomas Müller.

Aber auch der Spaß soll bei ihm wie gewohnt nicht zu kurz kommen. „Die Lockerheit versuche ich natürlich reinzubringen. Aber nicht bewusst, sondern weil es mir selbst dadurch leichter fällt, mit den Dingen umzugehen“, so Müller über seine Zuckerbrot-und-Peitsche-Taktik: „Am Ende des Tages will ich erfolgreich sein. Dann gehe ich glücklich ins Bett. Am Ende geht es nur um die Glückshormone.“

Thomas Müller über Ausbootung durch Joachim Löw: „Schnee von gestern“

Der Ausbootungs-Disput mit Löw sei mittlerweile „Schnee von gestern“, machte Müller deutlich. Sportlich konnte er die Entscheidung damals sogar ein Stück nachvollziehen, da es „zu dem Zeitpunkt bei mir nicht absolut geschmiert gelaufen ist“.

Unter Trainer Hansi Flick (56) beim FC Bayern kam Müller wieder in die Spur, holte 2020 sogar das Sextuple. „Ich fühle mich voll im Saft - und will in den nächsten sechs Wochen maximal erfolgreich sein!“, betonte Müller.

In der FIFA-Weltrangliste ist Deutschland aktuell nur auf Platz zwölf. „Die zeigt das an, was in den letzten Jahren so passiert ist. Und da haben wir als Deutschland unterperformt. Da müssen wir uns ja nicht selbst anlügen“, so Müller, der dennoch zuversichtlich auf die EM blickt: „Du kannst die Ergebnisse nicht kontrollieren, aber du kannst kontrollieren, wie du auftrittst und was du auf dem Platz machen willst. Und da habe ich das Gefühl, dass diese Mannschaft bis ans Ende gehen wird.“

Thomas Müller soll mit Mats Hummels das Team führen

Bei der Mission „EM-Titel“ ist auch Mats Hummels (32) wieder dabei. Der Dortmund-Verteidiger wurde wie Müller ebenfalls von Löw wieder begnadigt. Und die beiden haben augenscheinlich bei ihrer Rückkehr Riesen-Spaß.

Hummels crashte die virtuelle Pressekonferenz mit Müller, enterte das Podium, grinste in die Kamera und holte den Bayern-Star zum Mittagessen ab. Montag steht Hummels den Journalisten Rede und Antwort.

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