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Kennen Sie die Vorgabe schon? Neue Handspielregel feiert Premiere bei EM

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Felix Brych (hier am 21. März) wird bei der EM als Schiedsrichter zu Einsätzen kommen.

Köln – Der erste Pfiff ist noch nicht einmal ertönt, da warten die Schiedsrichter-Gespanne dieser Fußball-EM schon mit allerlei Besonderheiten auf. Nicht nur werden erstmals seit 1996 gleich zwei Deutsche Partien einer großen Endrunde leiten und dabei die neue Handspiel-Regel anwenden. Auch ein Argentinier wird bei der EM (11. Juni bis 11. Juli) pfeifen, zudem nominierte UEFA  in Stephanie Frappart (37) erstmals eine Frau – wenn auch nur als Vierte Offizielle.

  • Bei der EM feiert die neue Handspielregel Premiere
  • Ein unabsichtliches Handspiel bei einer Torvorbereitung ist nicht mehr automatisch regelwidrig
  • Felix Brych und Daniel Siebert werden bei der EM pfeifen

Insgesamt 19 Referee-Teams stehen für die 51 Spiele bereit - und dass aus deutscher Sicht neben Routinier Felix Brych (45) der Berliner Daniel Siebert (37) seine EM-Premiere gibt, ist durchaus überraschend. Schließlich wird Siebert nicht in der Elite-Gruppe der UEFA geführt – anders als Deniz Aytekin (42), Felix Zwayer (40) und Tobias Stieler (39), die nicht nominiert wurden.

EM: Daniel Siebert und Felix Brych dabei

„Ich weiß nicht, ob es das schon mal gegeben hat, dass ein Schiedsrichter, der nicht der höchsten Kategorie angehört, zu seinem so großen Turnier eingeladen worden ist“, sagte Siebert stolz. DFB-Schiedsrichterchef Lutz Michael Fröhlich 63) urteilte über Siebert in der Frankfurter Rundschau: „Er wird bei der UEFA sehr geschätzt und gilt als Referee mit großer Zukunft.“

Für Brych ist es hingegen die vierte WM- oder EM-Endrunde – vor allem will er eine „herbe Enttäuschung“, wie er die WM 2018 bezeichnete, ein für allemal überwinden. Trotz des frühen Ausscheidens der DFB-Elf in Russland kam er nur auf einen Einsatz – und der endete mit einem Skandal, weil Serbiens Trainer Mladen Krstajic aus Wut über einen nicht gegebenen Elfmeter Brych mit Kriegsverbrechern gleichstellte.

Seit Dienstag befinden sich die EM-Schiedsrichter in ihrem Quartier in Istanbul, dank einer Kooperation der UEFA mit dem südamerikanischen Verband wartet dort auch der Argentinier Fernando Rapallini (43) auf Einsätze. Das Hauptaugenmerk wird aber auf Nyon in der Schweiz gerichtet sein. Denn dort in der UEFA-Zentrale richten sich analog zum „Kölner Keller“ in der Bundesliga die 22 Videoassistenten (VAR) vor den Bildschirmen ein. Die VAR-Teams bestehen pro Spiel aus sieben Personen, eine speziell für Abseitssituationen.

EM: Vier deutsche Schiedsrichter als VAR im Einsatz

„Wir glauben daran, dass unsere Videoassistenten die besten der Welt sind“, sagte Schiri-Boss Roberto Rosetti (53) voller Überzeugung. In Bastian Dankert (41), Christian Dingert (40), Marco Fritz (43) und Christian Gittelmann (38) werden gleich vier Deutsche in Nyon sitzen. Der VAR solle jedoch nur bei „klaren und offensichtlichen“ Fehlern eingreifen, sagte der frühere italienische Top-Referee Rosetti.

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Handspiel – denn erstmals kommen bei der EM 2021 die neuen Regeln zur Anwendung, die das International Football Association Board (IFAB) im März für die kommende Saison festgelegt hatte. Wichtigste Änderung: Ein unabsichtliches Handspiel bei einer Torvorbereitung ist nicht mehr automatisch regelwidrig. Ansonsten ist eine absichtliche Berührung Handspiel oder wenn ein Spieler seinen Körper „unnatürlich vergrößert“.

„Es geht zurück auf ein wesentliches Kriterium: Absicht“, sagte ARD-Schiedsrichter-Experte Lutz Wagner (58). Doch trotz aller Hilfen mit dem VAR steht ein Grundsatz über allem, wie Rosetti klarstellte: „Die finale Entscheidung liegt immer beim Schiedsrichter.“ (sid)