„Jeder muss Vollgas geben“ Leroy Sané erklärt den hohen Konkurrenzkampf bei Löw

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Gute Laune beim Training: Leroy Sané lacht zusammen mit Bayern-Kollege Niklas Süle.

Seefeld – Leroy Sané (25) ist mit dem Trainingslager-Standort in Seefeld bestens vertraut. Nachdem der Offensivspieler im Sommer 2019 in Innsbruck am verletzten Kreuzband operiert wurde, verbrachte er hier die Anfangszeit seiner Reha. Im EXPRESS-Interview blickt Sané auf diese Zeit zurück, bilanziert seine erste Bayern-Saison und spricht über den künftigen Bundestrainer Hansi Flick (56).

Herr Sané, Sie kennen sich in Seefeld bestens aus, haben dort 2019 nach Ihrer Kreuzband-Operation einen Teil der Reha verbracht.

Ja, ich bin immerhin drei Wochen hier geblieben nach meiner OP. Ich wollte damals für mich und meine Familie sein und nicht wieder direkt zurück nach Manchester fliegen, wo es nur um Fußball geht und ich meine Teamkollegen jeden Tag trainieren sehe. Darum habe ich die Zeit in Seefeld genutzt, um abzuschalten. Ich habe mich in den drei Wochen noch einmal besser kennengelernt. Und nebenbei habe ich hart an meinem Comeback gearbeitet.

Im Training am Samstag wirkten Sie trotzdem etwas bedrückt. Was war los?

Ich und bedrückt? Nee, nee (lacht). Ich bin froh hier zu sein und dass es jetzt endlich losgegangen ist mit der EM-Vorbereitung. Die Vorfreude auf das Turnier ist riesig, auch weil unsere Gruppe etwas ordentlicher ist als vielleicht andere Gruppen. Aber für mich ist das gut so und für uns als Mannschaft eine große Herausforderung. So wissen wir, dass wir von Anfang an Vollgas geben müssen.

Sie sprechen es an: Frankreich ist der erste EM-Gegner. Ihr Münchner Teamkollege Kingsley Coman hat gesagt, sie hätten die beste Abwehr, das beste Mittelfeld und den besten Sturm.

Sie haben viele Spieler mit großer Qualität und Erfahrung. Viele von ihnen haben auch schon wichtige Titel gewonnen. Deshalb ist es doch klar, dass das Selbstvertrauen der Franzosen groß ist - immerhin sind sie der amtierende Weltmeister. Wir wissen aber auch, was wir für Spieler in der Mannschaft haben und was unsere Stärken sind.

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EXPRESS-Sportchef Marcel Schwamborn im EM-Trainingslager in Seefeld.

Wie fällt das persönliche Fazit Ihrer ersten Bayern-Saison aus?

Wäre ich nicht aus einer schweren Verletzung gekommen und hätte es Corona nicht gegeben, wäre ich überhaupt nicht zufrieden gewesen. Aufgrund dieser ganzen Umstände war mir schon klar, dass es schwieriger für mich wird zurückzukommen. Im Großen und Ganzen bin ich froh, dass ich fit geblieben bin und meinen Rhythmus wieder bekommen konnte. Ich habe am Anfang schon gemerkt, dass das Spielen für mich schwieriger war. Von Monat zu Monat habe ich mich dann besser und fitter gefühlt. Jetzt will ich bei der EM meine beste Leistung zeigen.

Der Konkurrenzkampf in der Offensive ist enorm.

Das ist gut so! Wir haben einen breiten Kader auf vielen Positionen - gerade in der Offensive. Es gibt viele Spieler, die auf vielen Positionen spielen können. So weiß jeder, dass er Vollgas geben und sich seinen EM-Startplatz verdienen muss. Außerdem können wir dadurch jederzeit noch Spieler von der Bank bringen, die den Unterschied machen können. Und das tut uns sehr gut!

Hansi Flick übernimmt nach der EM als Bundestrainer. Ist das ein Vorteil für die Bayern?

Hansi ist sehr neutral. Er schaut auf die Leistungen von den Spielern in den Vereinen, schaut, wie sie abliefern. Nach diesem Prinzip wird er nominieren und auch die Leistungen aus den Länderspielen und den DFB-Trainingseinheiten mit in seine Beurteilungen einbeziehen. Nur das ist fair.

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