Lebenslange Sperre und Rassismus-Diskussion „Doppelpass“-Debatte um Thuram entgleitet

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Sport1-Experte Marcel Reif im Doppelpass.

München – Die widerliche Spuck-Aktion von Gladbachs Marcus Thuram (23) mitten ins Gesicht von Hoffenheims Stefan Posch (23) war am Sonntag gleich Haupt-Aufreger-Thema im „Doppelpass“ auf Sport1.

Vor allem TV-Experte Marcel Reif (71) ging hart mit dem Borussen-Profi ins Gericht: „Das ist so abartig. Ich würde den ungern noch mal irgendwo sehen. Die Sperre kann nicht lang genug sein. Ich bräuchte ihn gar nicht mehr“, wetterte Reif.

Die bei Twitter veröffentlichte Entschuldigung nimmt der frühere Kommentator dem Franzosen nicht ab. „Thurams Mitteilung ist so sauber formuliert. Wenn ich das lese, wird mir noch mal schlecht. Er hätte aus der Kabine kommen müssen, direkt nach dem Spiel und dann vor den Kameras auf die Knie fallen sollen. Ich möchte dem nicht mehr begegnen.“

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Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge im Doppelpass auf Sport1.

Alles zum Thema Karl-Heinz Rummenigge

Bayerns Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge (65) blieb etwas sachlicher: „Das geht nicht, das ist ein absolutes No-go. Borussia bemüht sich um Schadensbegrenzung. Die wollen die Sperre so flach wie möglich halten. Er hat sich selbst erschrocken und hat kapiert, dass er einen groben Unfug begangen hat.“

Karl-Heinz Rummenigge: Thuram sollte Spende machen

Rummenigge hatte auch gleich noch einen Tipp für Thuram parat: „Er wäre gut beraten, zumindest eine Spende zu machen. Er hat dem Verein imagemäßig extrem geschadet. Das weiß er, dass weiß Borussia.“

Der Bayern-Boss erlebte die die Szene mit Rudi Völler (60) vor dem TV in der BayArena. „Da habe ich ihn gefragt: Wie war das damals eigentlich mit dem Frank Rijkaard? Da hat er gesagt: Er hat mich wenigstens nur von hinten angespuckt und nicht ins Gesicht. Dadurch, dass Thuram aus 30 Zentimetern Abstand direkt ins Gesicht spuckt, ist das ein absolutes No-go.“

Erneut driftete die „Doppelpass“-Debatte allerdings auch wieder in eine Rassismus-Diskussion. „Ich habe mich gefragt, was passiert wäre, wenn es umgekehrt passiert wäre: Wenn der Posch den Thuram angespuckt hätte, dann hätten wir wieder eine Rassismus-Debatte gehabt“, unkte Rummenigge.

Marcel Reif: „Schwarzer ist kein Schimpfwort“

Das war das Startsignal für Reif, noch einmal die Szenen vom Champions-League-Spiel aus Paris in Erinnerung zu rufen. „Die Schnappatmung hat sich beruhigt. Der Schiri hat ‚Schwarzer‘ gesagt. Und ‚Schwarzer‘ ist kein Schimpfwort. Wenn da fünf schwarze Betreuer sind und ein Weißer benimmt sich wie sonst was, kann man doch auch sagen, guck dir mal den weißen Betreuer an.“

In den sozialen Medien ging es gleich wieder hoch her. Dass drei Wochen nach den Rassismus-Äußerungen von Ex-Profi Steffen Freund (50) schon wieder in der Sport1-Talkrunde unwidersprochen solche Äußerungen fielen, wühlte zahlreiche Zuschauer auf.

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