„Laut und hörbar Stimme erheben“ DFB macht Druck: Amateure sollen wieder spielen

DFB-Keller

DFB-Präsident Fritz Keller (hier eine Aufnahme aus August 2020) will, dass die Amateurfußballer wieder in den Spielbetrieb zurückkehren dürfen.

Frankfurt/Main – Seit einem Jahr steht der Amateurfußball in Deutschland still. Der Frust ist groß, die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr auf den Platz noch größer.

  • DFB-Präsident Fritz Keller spricht über den Amateurfußball in der Corona-Pandemie
  • Der DFB will Amateurfußball wieder durchführen
  • Dafür wurde eine große Umfrage unter Vereinen und Spieler getätigt

Der Deutsche Fußball-Bund macht weiter Druck auf die Politik und fordert eine Rückkehr zu Trainingseinheiten und Spielen. Das äußerten DFB-Präsident Fritz Keller (63) und sein Vize Rainer Koch (62) auf einer Pressekonferenz am Montag, 8. März 2021.

Fritz Keller: Sehnsucht nach Rückkehr ist riesig

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„Unsere Fußballer wollen zurück auf den Platz, die Sehnsucht ist riesig“, erklärte Keller. „Wir sehen aber Licht am Ende des Tunnels. Der Fußball kann zu einer Normalisierung beitragen. 98 Prozent vermissen den Fußball. Deshalb bitten wir die Politik, das Vertrauen zu bestätigen und Öffnungen zuzulassen. Spätestens wenn die Außengastronomie wieder öffnen darf, sollten wir wieder auf den Platz zurückkehren dürfen.“

Das fordert auch Koch: „Der Basisfußball ist gezeichnet von der Corona-Krise. Es wird von Woche zu Woche schlimmer. Die Situation spitzt sich zu.“

Damit sich Kinder und Jugendliche sowie auch Amateurkicker wieder ihrem Hobby widmen können, bittet der DFB der Politik Hilfe an. Keller: „Jeder Klub hat in seinem Umfeld Mediziner in seinen Reihen, die Schnelltests durchführen können und dürfen. Zudem entwickeln wir eine App zur digitalen Nachverfolgung für die Öffnung des Sports. Wir halten uns also sehr gewissenhaft an der Hygienekonzepte der Politik.“

DFB: 25.000 Vereine dürfen aktuell nicht spielen

Denn 25.000 Vereine dürfen derzeit nicht spielen, wöchentlich fallen in Deutschland rund 70.000 Spiele aus, fünf Millionen Menschen dürfen ihren Sport nicht ausüben. Koch: „Die Menschen haben es satt, eingesperrt zu sein. Sie wollen ihr Hobby wieder ausüben.“

Bedenken hinsichtlich der Gesundheit hat laut einer Umfrage nur eine Minderheit. 11 Prozent sehen eine Infektionsgefahr auf dem Platz, 17 Prozent außerhalb des Feldes. Die DFB-Chefetage verwies in diesem Zusammenhang erneut auf das Hygienekonzept, was Infektionen weitgehend ausschließen soll.

Das zeigte auch eine Umfrage des DFB, an der über 100.000 Menschen im Februar 2021 teilnahmen. Koch: „Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, dass der Amateurfußball laut und hörbar seine Stimme erhebt.“

DFB-Koch

DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch hofft, ass der Amateurfußball bald wieder starten darf.

Denn der Vize-Präsident ist davon überzeugt: „Der Fußball hält die Menschen von wilden Feiern ab. Wir sind ein Teil der Lösung und nicht das Problem, deshalb wollen wir unseren Sport wieder ausüben. Den Menschen fehlt das Gemeinschaftsgefühl eines Vereins.“

DFB: Finanzielle Situation ist wichtige Komponente

Neben der sozialen Komponente sieht der DFB auch die finanzielle Situation. Bei der Umfrage kam heraus, dass 61 Prozent der Teilnehmer finanzielle Auswirkungen auf ihren Klub zukommen sehen. 18 Prozent sehen sogar ihren Verein existenzbedroht.

Die jüngsten Beschlüsse von Bund und Ländern sehen vor, dass bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 bis zu zehn Personen in kleinen Gruppen unter freiem Himmel Sport treiben. Bei einer stabilen Inzidenz von unter 50 können nach 14 Tagen auch wieder Kontaktsport im Freien ermöglicht werden.

Der DFB will aber mehr. Koch forderte sofortige Lockerungen. „Der Amateurfußball sitzt im Wartezimmer der Politik, aber sein Zustand verschlechtert sich. Der Ball muss wieder rollen, die Mannschaften müssen sofort zurück auf Platz“, sagte Koch: „Wir nehmen das Virus nicht auf die leichte Schulter. Wir verstehen die Ängste der Politik. Aber die Angst vor dem Amateurfußball ist völlig unbegründet.“

Koch: „Wenn der Spielbetrieb wieder läuft und Zuschauer Spiele schauen dürfen, könnten die Vereine wieder ein wenig Hoffnung schöpfen. Denn 100 oder 200 Zuschauer haben für kleinere Vereine eine extreme Bedeutung.“ (fne)

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