Rummenigge, Völler, Lahm Diesen DFB-Saustall wird sich sicher niemand zumuten

DFB-Zentrale

Die DFB-Zentrale in Frankfurt am 3. Mai 2021: Das Chaos beim Fußball-Verband wird immer schlimmer.

Frankfurt – Die Spitze des Deutschen Fußball-Bundes gibt einmal mehr ein katastrophales Bild ab. Nach Wolfgang Niersbach (70) und Reinhard Grindel (59) ist Fritz Keller (64) der dritte Präsident binnen sechs Jahren, der wegen Verfehlungen sein Amt abgeben soll. Ein schlimmer Nazi-Vergleich macht Keller zur untragbaren Figur. Aber würde durch den nun verlangten Rücktritt alles besser? Ein Kommentar.

  • DFB-Präsident Fritz Keller wird zum Rücktritt gedrängt
  • Mit Rummenigge, Völler und Lahm werden mögliche Nachfolger gehandelt
  • Kommentar zum desaströsen Bild des Verbandes

Karl-Heinz Rummenigge (65), Rudi Völler (61), Philipp Lahm (37), Christian Seifert (51) – die Namen möglicher neuer DFB-Präsidenten werden schnell genannt.

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Aber wer will sich diesen Posten in dieser Konstellation antun? Gut einen Monat vor dem Start der EM (11. Juni bis 11. Juli 2021) mit vier Spielen in Deutschland, ist die Situation beim Verbands-Riesen nahezu ausweglos. Die vergangenen Amtsinhaber stolperten nicht nur über ungeklärte Sommermärchen-Zahlungen, dubiose Uhrengeschenke oder geschmacklose Nazi-Sprüche. Sie fielen auch den Strukturen an der Otto-Fleck-Schneise zum Opfer.

Koch-Potsadm

DFB-Vizepräsident bei der Ankunft zur Sitzung in einem Hotel in Potsdam am 30. April.

Rainer Koch (62) zum Beispiel, der mächtige Strippenzieher aus Bayern, kann seit 2007 seine Macht als Vize so ausnutzen, dass ein Präsident nach dem anderen neben ihm scheitert. Ihm zur Seite steht Schatzmeister Stephan Osnabrügge (50) als typischer Verbands-Karrierist. Die obersten Repräsentanten von rund sieben Millionen Mitgliedern geben seit Jahren ein zerstrittenes, machtbesessenes und verheerendes Bild ab.

Um Fußball geht es den Spitzen-Funktionären in Frankfurt schon längst nicht mehr. Es geht um Pöstchen, üppige Entlohnungen und feudales Leben.

DFB präsentiert sich als Schlangengrube

Millionen deutscher Fußballer erleben ihren Verband als Schlangengrube, in der die meisten Verantwortlichen trotz Korruptions-Affären, diversen Steuer-Ermittlungen und einer vollkommen blamablen Außendarstellung weiter agieren können.

Allein schon der Blick in die Statuten, die besagen, dass bei einem Keller-Rücktritt vorerst Rainer Koch sowie Peter Peters (58) die DFB-Führung übernehmen würden, zeigt das Dilemma.

Natürlich ist Keller nicht mehr tragbar. Er ist an sich selbst gescheitert, an seiner aufbrausenden, unkontrollierten und naiven Art, die ihn im schmutzigen Machtkampf die Nerven verlieren ließ. Gut auch, dass dem ewigen Störenfried Friedrich Curtius (45) das Vertrauen entzogen wurde.

Aber solange nicht die ganz große Trennung auf allen Führungsebenen erfolgt, kann das Amt des DFB-Präsidenten übernehmen, wer will. Das ganze Schlechte im Fußball – das ist geballt in der DFB-Zentrale anzutreffen. Vertrauen wird da auch ein strahlender Ex-Fußballer nicht wieder herstellen.

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