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DFB-Streit eskaliert Keller denkt nicht an Rücktritt, Verbände fordern Amtsenthebung

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DFB-Präsident Fritz Keller (Mitte) am 16. November 2019 beim Länderspiel in Mönchengladbach mit den Vizepräsidenten Rainer Koch (l.) und Peter Peters.

Frankfurt – Da bahnt sich eine lange schmutzige Schlammschlacht an. Fritz Keller (64) wird wohl nicht mehr lange DFB-Präsident sein. Am Freitag äußerte sich der umstrittene Boss, wenig später erneuerten die Präsidenten der Regional- und Landesverbände des DFB ihre Rücktrittsaufforderung eindringlich.

  • Fritz Keller nach Nazi-Vergleich stark in der Kritik
  • Präsident lehnt geforderten Rücktritt ab
  • Fall könnte bis vor das Bundesgericht gehen

Via DFB-Homepage war Keller am Freitag (7. Mai) aus der Deckung gekommen. „Ich respektiere das Votum der Konferenz der Regional- und Landesverbände und nehme dieses sehr ernst. Ich bedauere meine affektbeladene Entgleisung zutiefst und bitte erneut um Verzeihung“, wird der Präsident zitiert.

Fritz Keller denkt nicht an Rücktritt, Landes- und Regionalverbände fordern Amtsenthebung

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Zudem kündigt er an, dass er nicht an Rücktritt denkt und stattdessen auf einen langen Gerichtsprozess aus ist: „Ich stelle mich selbstverständlich dem zuständigen Sportgericht und falls nötig dem Bundesgericht, in einem laufenden Verfahren, das nach Aussage des Vorsitzenden noch im Mai abgeschlossen sein soll.“

Weil Keller an seinem Stuhl klebt, fahren die Landes- und Regionalverbände größere Geschütze auf. Sie forderten am Freitag das DFB-Präsidium zur Amtsenthebung Kellers auf. Das teilte der DFB am Freitagabend mit.

Keller solle „von seinem Amt zurücktreten und damit weiteren Schaden vom DFB abwenden“, hieß es in der Erklärung. Mit 33 Ja-Stimmen und drei Enthaltungen verlor Keller weiter dramatisch an Rückhalt gegenüber einer Abstimmung vom vergangenen Sonntag (26 Ja, 9 Nein, 2 Enthaltungen).

Keller hatte seinen Vize-Präsident Rainer Koch mit Nazi-Richter Roland Freisler verglichen. Die Konferenz der Regional- und Landesverbände hatte ihn deshalb am vergangenen Sonntag zum Rücktritt aufgefordert. Keller erbat sich daraufhin Bedenkzeit und schwieg bis Freitag.

Fritz Keller will weiterhin beim DFB für Transparenz sorgen

Er sei angetreten „für mehr Transparenz im DFB und seinen Gremien“, führte Keller aus: „Die bestehenden organisatorischen Herausforderungen des DFB und die dringenden Fragen zur inneren Struktur und Zusammenarbeit in der DFB-Führung müssen jetzt offen angegangen werden.“ Die Öffentlichkeit verlange „die Aufarbeitung und Klärung der dringlichen Fragen.“ Dabei wolle er mithelfen.

Da neben Keller auch andere Top-Funktionäre beim DFB um ihre Posten bangen müssen, klang eine Aussage des Präsidenten fast wie eine Drohung, dass er diese bei seinem Sturz mit ins Verderben reißen werde.

„Es liegt mir am Herzen, persönlich den Weg zu bereiten, dass der DFB mit der Integrität und Transparenz geführt wird, die der Fußball verdient und die nötig ist, um wieder seine volle gesellschaftliche Kraft zu entfalten“, kündigte Keller an. (msw/sid)

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