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WM-Affäre 2006 Wer wusste etwas? Grindel geht auf DFB-Vizepräsident los

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Angespanntes Verhältnis: Reinhard Grindel (r.) macht Rainer Koch (hier am 13. Oktober 2018) schwere Vorwürfe.

Berlin – DFB-Vizepräsident Rainer Koch (62) hat Aussagen des früheren Verbandschefs Reinhard Grindel (59) zurückgewiesen, nach denen er früher als bislang bekannt von möglichen Unregelmäßigkeiten rund um den späteren WM-Skandal 2006 gewusst haben soll. Koch ließ am Samstag (1. Mai) mitteilten, „dass die Aussagen von Reinhard Grindel nicht der Wahrheit entsprechen“.

  • Bei der WM 2006 hat es einen nicht nachvollziehbaren Zahlungsstrom gegeben
  • Ex-DFB-Grindel macht Rainer Koch schwere Vorwürfe
  • Koch dementiert die Anschuldigungen

Grindel hatte in einem am Freitag veröffentlichten ZDF-Interview gesagt, er wisse, dass Koch vor der Veröffentlichung des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ von den Recherchen gewusst habe, davon aber „nicht das Präsidium oder zumindest den Präsidenten unterrichtet hat“.

WM 2006: Wer wusste wann über die 6,7 Millionen Euro bescheid?

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Der „Spiegel“ hatte erstmals im Oktober 2015 über die bis heute nicht vollständig aufgeklärten Zahlungsströme berichtet. Im Kern geht es um 6,7 Millionen Euro, die im April 2005 vom DFB über den Weltverband FIFA an den inzwischen gestorbenen Unternehmer Robert Louis-Dreyfus gingen. Das Geld wurde als Beitrag für eine Gala zur WM 2006 deklariert, die nie stattfand.

Im Jahr 2002 hatte der damalige WM-Organisationschef Franz Beckenbauer ein Darlehen von Louis-Dreyfus in gleicher Höhe erhalten, das letztendlich auf Konten des einstigen FIFA-Finanzchefs Mohamed bin Hammam verschwand.

Den DFB hatten die Veröffentlichungen im Jahr 2015 in eine tiefe Krise gestürzt, der damalige DFB-Präsident Wolfgang Niersbach trat zurück. Grindel war zu dieser Zeit Schatzmeister und wurde im Folgejahr zum neuen DFB-Präsidenten gewählt. Niersbach wurde im Sommer 2016 von der FIFA-Ethikkommission für ein Jahr gesperrt, auch weil er seine Kenntnisse über die Unregelmäßigkeiten zu spät gemeldet hatte.

Reinhard Grindel spricht über Konsequenzen der WM-Affäre beim DFB

Grindel, der 2019 wegen einer anderen Affäre zurückgetreten war, sagte: Weil das Präsidium nicht früher informiert wurde, sei die Chance vertan worden, „dass wir als DFB selber aktiv vor einer Veröffentlichung den Sachverhalt hätten aufklären und entsprechende Maßnahmen von uns aus treffen können. Das hätte der Glaubwürdigkeit des DFB sicherlich sehr geholfen.“ Er sei „verwundert“ gewesen, als Niersbach in einer Schaltkonferenz das Präsidium informierte, „dass Herr Koch seine Situation so beschrieben hat, dass er zum ersten Mal von dem ganzen Vorgang hört“.

Koch, der aktuell in der Führungskrise des Verbands gebunden ist, ließ über den Bayerischen Fußball-Verband, dessen Präsident er ist, zudem mitteilen: „Dass Herr Grindel diese Aussagen zum jetzigen Zeitpunkt trifft und ganz gezielt Öffentlichkeit herstellt, verwundert indes nicht.“ (dpa)

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