Energie-Hammer in Deutschland Habeck überrascht mit Wende und trifft Entscheidung

„Dann bin ich falsch gewickelt“ Lienen feuert gegen DFB-Manager Bierhoff

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Ex-Bundesliga-Coach Ewald Lienen, hier am 21. Mai 2017 beim Zweitliga-Spiel zwischen dem FC St. Pauli und dem VfL Bochum, hat zum Rundumschlag ausgeholt – sein Hauptziel: DFB-Manager Oliver Bierhoff.

Frankfurt – Der zuletzt so massiv kritisierte Joachim Löw (60) bleibt Coach der National-Elf – zumindest bis zur EM im kommenden Jahr.

Ewald Lienen (67), Wertebotschafter des FC St. Pauli, hält diese Entscheidung für richtig, das Festhalten am Weltmeister-Trainer von 2014 sei keine große Überraschung: „Ich habe mit einer Palastrevolution nicht gerechnet und nie angenommen, dass es zu einer anderen Entscheidung kommt“, sagte der frühere Bundesliga-Profi und -Coach bei der Sport1-Liveshow „We Need To Talk“.

Ungewohnt harmonische Töne des einst so rebellischen Außenbahn-Spielers.

Doch es sollte nicht lange dabei bleiben: Im nächsten Moment legte der Ex-Coach des 1. FC Köln so Richtung los und schoss den ein oder anderen Giftpfeil in Richtung DFB – besonders Funktionär Oliver Bierhoff (53) bekam sein Fett weg.

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DFB: Festhalten an Löw sei die richtige Entscheidung

Aufseiten des DFB habe man im Sinne der Mannschaft und vor allem des Trainers gehandelt. Lienen findet es richtig, dass der DFB nicht ein halbes Jahr vor Beginn der EM den Trainer austauscht.

Der Zuspruch des 67-Jährigen hat allerdings auch einen bitteren Beigeschmack: Der DFB habe den richtigen Zeitpunkt für einen Trainer-Tausch schlicht und ergreifend verpasst.

„Der Zeitpunkt nach der WM 2018 wäre einer gewesen, etwas zu verändern“, so Lienen.

Lienen schießt gegen den DFB und Bierhoff

Das Image der Nationalmannschaft habe in den vergangenen Jahren enorm gelitten. Von früheren Jubel-Chören rund um die Elf von Bundestrainer Löw ist nicht mehr viel übrig geblieben.

„Während wir früher immer gehänselt wurden, dass wir zwar gewinnen, aber nicht schön spielen, hatten wir da eine Phase, wo wir schön gespielt, aber nicht mehr gewonnen haben. Das hat aber zu mehr Sympathie geführt. Bei der WM habe man dann sogar Schönheit und Erfolg in Einklang gebracht“, so Lienen, der einen deutlichen Abwärts-Trend in puncto Sympathie gegenüber der Nationalmannschaft wahrnimmt.

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Ewald Lienen kritisierte die Marketingstrategien von DFB-Manager Oliver Bierhoff, hier am 14. November 2020 in Leipzig.

Grund für das leidende Image „Der Mannschaft“ seien vor allem die Marketing-Strategien unter DFB-Manager Oliver Bierhoff.

„Oliver Bierhoff kommt aus der Vermarktungsecke. Ich kann nicht nur meine Seele verkaufen und denken, dass ich damit die Leute gewinne. Fußball ohne Fans ist ein anderer Fußball, er ist im Grunde genommen tot – auch für Investoren. Diese sind nur da, wenn viele Fans da sind.“

Doch damit nicht genug: Lienen schoss weiter mit Giftpfeilen um sich: „Das Erlebnis im Stadion, was wir momentan nicht haben, wird gerade von der aktiven Fanszene immer wieder getragen. Wenn das nicht mehr da ist und ich daraus einen Supporter's Club mache, für den ich einen Beitrag bezahle und das auch noch mit einem großen internationalen Konzern garniere, dann bin ich falsch gewickelt und auf einem kompletten Holzweg.“

Weiterhin beklagt Lienen die „ungezügelte Vermarktung“ des DFB: „Diese Kombination hat dann dazu geführt, dass das Faninteresse und das Ansehen der Nationalmannschaft in der Öffentlichkeit sehr gelitten haben.“ (cw/dom)

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