Drei Punkte, mehr nicht Nach Löws Gesangseinlage: Dieser Kick war längst kein Hit

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Serge Gnabry brachte Deutschland mit diesem Treffer in Bukarest in Führung.

Bukarest – Das deutsche Team bleibt in der WM-Qualifikation auf Erfolgskurs. Dem 3:0 gegen Island folgte am Sonntag (28. März) ein 1:0 in Rumänien. Damit sind die Weichen schon früh Richtung Gruppensieg gestellt. Mittwoch folgt in Duisburg der dritte Quali-Streich gegen Nordmazedonien.

  • Deutschland sieht auch in Rumänien
  • Zweiter Erfolg in der WM-Qualifikation
  • Neue Botschaft der Spieler in Menschenrechts-Debatte

Vor dem Spiel in Bukarest hatte Joachim Löw (61) noch mit seinen Sangeskünsten vor der Pressekonferenz geglänzt. „Ich saß da ganz alleine, zwei, drei vier Minuten. Ich hab gedacht, da läuft noch gar nichts und hab' daher ein wenig vor mich hin gesummt“, sagte er zu seiner Barry White-Einlage. Allerdings: Ein Hit war der Kick diesmal nicht.

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Lässig lehnte Joachim Löw beim Spiel in Bukarest an der Werbebande.

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Dabei hatte der Bundestrainer genau das gefordert. „Einspielen, Automatismen einstudieren, Team schaffen. Das steht neben den Ergebnissen an erster Stelle. Zudem wollen wir dieses Level 90 Minuten durchhalten“, lautete seine Vorgabe.

Nach 90 Minuten war sein Fazit durchwachsen: „Wir haben sehr gut gearbeitet. Wir hatten einige gute Balleroberungen. Wenn man etwas kritisieren kann, dann die Chancenverwertung. Die drei Punkte sind wichtig, darauf können wir aufbauen.“

Aber der Abend bot einige Schaffenspausen. Immer wieder blitzten die technischen Fähigkeiten der deutschen Offensivspieler auf. Vor allem Kai Havertz war anfangs meist gefährlich. Dessen Vorlage verwertete Serge Gnabry zum 1:0 (16.).

Es folgten aber auch lange Hänger im deutschen Spiel. Zudem passte die Chancenverwertung überhaupt nicht zum Aufwand. Rumäniens Torwart Florin Nita konnte sein ganzes Können zeigen. „Wir hätten es uns einfacher gestalten können. In der 90. Minute hatten wir noch Glück, dass sie nicht den Ausgleich machen. Wir müssen es einfach früher entscheiden. Dann haben wir auch einen ruhigeren Abend“, sagte Joshua Kimmich bei RTL. „Wir müssen früher den Deckel draufmachen“, ergänzte Kapitän Manuel Neuer.

Neues Signal der Nationalspieler für Menschenrechte

Auch in Bukarest standen wieder Themen abseits der 90 Minuten im Fokus. Nach den „Human Rights“-T-Shirts von Donnerstag stellten sich die deutschen Spieler diesmal mit umgedreht getragenen Trikots beim Teamfoto auf. „Wir für 30!“ lautete dabei die Botschaft für die 30 Artikel in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen.

„Wir stehen alle für Fairplay, nicht nur auf dem Platz, sondern auch außerhalb. Und wir stehen für die 30 Artikel. Das wollten wir noch einmal zeigen. Wir sind natürlich gegen Diskriminierung und stehen auch für Toleranz und Vielfalt. Das ist auch das Gesicht der Mannschaft“, sagte Manuel Neuer.

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Mit falschherum getragenen Trikots wollten die Spieler diesmal auf die 30 Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte aufmerksam machen.

„Ich finde es grundsätzlich richtig, dass sich Fußballspieler für Menschenrechte einsetzen. Bei uns in Deutschland wird das immer auf Katar gemünzt, aber es gibt auch in anderen Ländern Menschenrechtsverletzungen“, kommentierte RTL-Experte Uli Hoeneß (69) die Aktion.

Uli Hoeneß verteidigt Attacken gegen den DFB

Für Diskussionen hatten auch dessen Attacken auf den DFB gesorgt. Am Sonntag sagte er im RTL-Studio: „Der ein oder andere hat sicher gedacht, der Hoeneß ist ja vom FC Bayern und will seinen Mann, den Karl-Heinz Rummenigge da installieren oder etablieren. Die Leute, die so denken, sind vollkommen auf dem Holzweg. Mir geht es um den deutschen Fußball. Viele Vorgänge beim DFB, in der Verwaltung, in der Außendarstellung haben mir überhaupt nicht gefallen. Und das hat mit dem FC Bayern überhaupt nichts zu tun. Und auch nach zwei, drei Mal schlafen und drei Tagen Überlegung würde ich morgen wieder genau dasselbe sagen.“

Uli Hoeneß: „Thomas Müller ist kein Stinkstiefel“

Nach der Euphorie nach dem Island-Spiel war das Duell in Bukarest doch wieder eher ernüchternd. Rufe nach einem Comeback von Thomas Müller (31) werden da nicht leiser. „Thomas ist heiß. Er wird auch sicher kein Stinkstiefel sein, wenn er mal auf der Bank sitzt“, sagt Hoeneß.

Und über den Bayern-Block fügte er an: „Wenn man die Europameisterschaft erfolgreich gestalten will, muss man mit einem Bayern-Block leben.“

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