„Alle 7 Stunden stirbt ein Arbeiter” Deutsche Fußball-Fans fordern WM-Boykott vom DFB

Stadium in Katar

Die Arbeitsbedingungen beim Stadion-Bau in Katar sorgen weiterhin für Aufregung. Das Symbolbild zeigt das Education City Stadium in Katar beim Spiel Bayern München gegen UANL Tigres aus Mexico.

Köln – Menschenverachtende Bedingungen und über 6000 Tote – es ist die traurige Zusammenfassung zu den Vorbereitungen der Fußball-WM 2022 in Katar. Während in dem arabischen Land weiter Stadien aus dem Boden gestampft werden, fordert das bundesweite Fan-Netzwerk „ProFans” jetzt den DFB zum Handeln auf.

  • Deutsche Fußball-Fans fordern Boykott von WM in Katar
  • Arbeitsverhältnisse auf WM-Baustelle immer noch schlecht
  • Stimmen gegen WM-Teilnahme werden immer lauter

ProFans kritisieren DFB-Entscheidung zu WM-Teilnahme in Katar

„Wir wissen sehr wohl, dass viele Fußballfreunde den Spielen der deutschen Nationalmannschaft entgegenfiebern. Uns ist ebenso bewusst, dass eine Weltmeisterschaft für die Sportler der Höhepunkt ihrer Laufbahn schlechthin ist. Aber es gibt nichts, was es rechtfertigen könnte, die Menschenrechtsverletzungen in Katar hinzunehmen, ja, gar durch die Teilnahme am Turnier wissentlich, billigend zu unterstützen. Wir fordern den DFB auf, die Teilnahme an der WM in Katar abzusagen. Ein rauschendes Fußballfest auf den Gräbern von Tausenden Arbeitsmigranten – daran teilzuhaben, wäre das Ende von Ethik und Würde”, heißt es in der Pressemitteilung an den DFB.

Alles zum Thema Katar

Schon 2016 berichtete die Menschenrechtsorganisation Amnesty International über die unglaublichen Verhältnisse für Arbeitsmigranten. Für den Stadion-Bau angereist, erwartete viele Gastarbeiter Ausbeutung.

Katar: Tote Gastarbeiter sorgen für Boykott in Norwegen

Einem Bericht des „Guardian” zu Folge, starben in Zusammenhang mit der WM bislang 6500 Arbeiter.

Eine unglaubliche Zahl, die Ende Februar den norwegischen Fußball-Erstligist Tromsö IL dazu bewegte zum Boykott aufzurufen. Und auch Fußball-Kommentator Frank Buschmann rief ebenfalls zum Streik auf.

ProFans fordern Boykott von Fußball-WM 2022 in Katar

Jetzt zog auch das Deutsche Netzwerk ProFans nach und appellierte eindringlich an den DFB. „Alle sieben Stunden stirbt dort ein Arbeiter vom indischen Subkontinent. Es ist zu spät, diese Leben zu retten. Aber wir können nicht darüber hinwegsehen.”

Der Sport verbinde zwar Nationen, unabhängig von Politik, Weltanschauung und Religion, aber hier gehe es um Menschlichkeit und das Recht auf Leben.

ProFans fordert DFB zum Boykott von WM 2022 in Katar auf

Die Forderung an den Deutschen Fußball-Bund: der Boykott der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2022.

„Will der DFB noch einen letzten Rest von Glaubwürdigkeit behalten, muss er seine Teilnahme an diesem Turnier absagen, und zwar jetzt!”

Bislang konnte jedoch noch kein Boykott-Versuch den DFB zu einem Umdenken bewegen. (sj)

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.