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Bei Markus Lanz „Erste Reaktion war Schock“: Aogo über Morddrohungen und Fall Lehmann

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Dennis Aogo war am Donnerstag (13. Mai) zu Gast in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“. Dort wurde über die rassistische Nachricht von Jens Lehmann (im Hintergrund) diskutiert, in der er Aogo als „Quotenschwarzen“ bezeichnet hatte.

Hamburg – Ex-Nationalspieler Dennis Aogo (34) hatte vergangene Woche mit der Veröffentlichung einer privaten Nachricht von Jens Lehmann (51) eine Welle losgetreten. Anschließend waren erst Lehmann, dann Aogo selbst und zuletzt auch Tübingens Bürgermeister Boris Palmer (48) heftiger Kritik ausgesetzt. Am Donnerstagabend (13. Mai) wurde die Debatte in der Talk-Sendung „Markus Lanz“ fortgesetzt.

  • Dennis Aogo war gemeinsam mit Ferdinand von Schirach und Diana Kinnert zu Gast bei Markus Lanz
  • Aogo veröffentlichte vergangene Woche eine rassistische Whatsapp-Nachricht von Jens Lehmann
  • Wenig später standen Aogo selbst und auch Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer heftig in der Kritik

Die rassistische Whatsapp-Nachricht von Jens Lehmann, die wohl versehentlich an Dennis Aogo ging, hatte weitreichende Konsequenzen. Der ehemalige Nationaltorhüter verlor seinen Posten im Aufsichtsrat von Hertha BSC und mehrere TV-Sender kündigten an, Lehmann künftig nicht mehr einzuladen. Später geriet auch Aogo selbst für einen genutzten Ausdruck in Kritik, und der Grünen-Politiker Boris Palmer vergriff sich in einem Facebook-Post massiv im Ton, weswegen die Partei gegen ihn ein Ausschlussverfahren eröffnete.

ZDF-Moderator Markus Lanz spricht von „drei Kapiteln“

In der ZDF-Sendung am Donnerstag teilte Moderator Markus Lanz (52) die Geschehnisse in drei Kapitel auf:

  • Kapitel eins: Jens Lehmann und die rassistische Beleidigung gegenüber Dennis Aogo.
  • Kapitel zwei: Aogo sprach in der Live-Sendung bei Sky von „trainieren bis zum Vergasen“.
  • Kapitel drei: Boris Palmer hatte in einem Facebook-Kommentar rassistisch-sexualisierte Aussagen eines Fake-Accounts übernommen und wollte nach eigener Aussage damit satirisch auf die seiner Meinung nach zu hysterische öffentliche Entrüstung reagieren.

Die vergangene „schwierige Woche“ sei für Aogo ein „Wechselbad der Gefühle“ gewesen, sagte er in der Sendung. Auch weil seine Familie und er viele Hassnachrichten bis hin zu Morddrohungen erhalten haben. „Meine Familie und ich wurden aufs Dunkelste beleidigt“, erzählte Aogo. Auf die Nachricht von Lehmann wusste er erst nicht, wie er damit umgehen solle. „Meine erste Reaktion war Schock.“

Nachdem er noch am Abend versucht hatte, Lehmann (erfolglos) zu erreichen, entschied er sich für die Veröffentlichung der Nachricht, mit der er auf das Thema aufmerksam machen und eine Diskussion anregen wollte. „Das, was für den einen ein Scherz ist, kann auf der anderen Seite jemanden total verletzen.“

Ferdinand von Schirach begrüßt Aogos zeitweiligen Rücktritt

Für seinen eigenen verbalen Fehltritt entschuldigte sich Aogo und lässt seine Expertentätigkeit vorerst ruhen. Ein Schritt, den Bestsellerautor und Jurist Ferdinand von Schirach (57) begrüßte: „Dass er von seinem Posten zurückgetreten ist und zwar nicht endgültig, sondern dass das so eine Zeitspanne ist. Bei ihnen würde man sozusagen sagen: Auf die Strafbank für so eine Äußerung. Das ist eine Reaktion, die absolut okay ist und damit muss es auch gut sein“, sagte von Schirach.

In der Causa Boris Palmer brachte es die CDU-Politikerin und Unternehmerin Diana Kinnert (30) auf den Punkt. Tübingens Oberbürgermeister wollte Dennis Aogo eigentlich in Schutz nehmen, tat dies jedoch in der absolut falschen Art und Weise und nutzte rassistisch-sexualisierte Ausdrücke, die an dieser Stelle bewusst nicht wiederholt werden. „Ich glaube, dass Boris Palmer ihn (Aogo, Anm. d. Red.) verteidigen wollte, natürlich mit dem größeren Ziel, eine Entrüstungsindustrie bloßzustellen. Er hat aber in diesem Statement einen Begriff benutzt, auf den wir uns alle kulturell geeinigt haben, dass er Ressentiments reproduziert und in sich rassistisch ist und deswegen ist es ihm auch nicht gelungen.“

Dennis Aogo stellte sich in der Debatte überraschend hinter den Politiker. „Aus meiner Sicht bin ich inhaltlich bei Herrn Palmer“, erklärte der ehemalige Fußball-Profi und fügte aber an: „Die Sprache ist hier das Problem, für das er sich auch verantworten muss.“

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