Quarantäne-Chaos und Sinnlos-Trips Fußball ignoriert dritte Corona-Welle

Gnabry-Leipzig

Serge Gnabry klatscht am Samstag in Leipzig mit Leroy Sané ab, hinter ihm geht Thomas Müller. Zwei Tage später wurde Gnabry positiv auf Corona getestet.

Köln – Die internationalen Top-Ligen und die Klub-Wettbewerbe biegen in ihre spannendsten sieben Wochen ein. Bis Mitte Mai geht es nun um Titel, Abstiege und viel Geld. Aber ausgerechnet in dieser Phase liefert eine neue Corona-Infektionswelle Argumente gegen den aktuellen Fußball-Zirkus. Ein Kommentar.

  • Neue Corona-Welle sorgt für Wirbel in den Fußball-Wettbewerben
  • Kommentar zum Quarantäne-Durcheinander bei Covid-Fällen
  • UEFA beharrt auf Fan-Garantien bei EM 2021

15 Spieler und Betreuer der italienischen Fußball-Nationalmannschaft haben sich auf der jüngsten Länderspiel-Reise durch Parma, Bulgarien und Litauen mit dem Coronavirus infiziert. Deshalb muss Paris St. Germain vorerst auf seine Stars Marco Verratti und Alessandro Florenzi verzichten.

Covid-Fälle gibt es auch bei anderen Nationalitäten. Real Madrids Raphael Varane (Frankreich) fehlte gegen Liverpool, Serge Gnabry ist bereits der fünfte Corona-Fall beim FC Bayern in diesem Jahr. Auch 15 positive Tests bei türkischen Nationalspielern sind nun bekannt.

Die Infektionszahlen schießen nicht nur bei der Bevölkerung in die Höhe. Natürlich bleiben auch die Fußball-Profis – trotz aufwendiger Hygiene-Konzepte – nicht verschont. Die neueste Entwicklung zeigt aber einmal mehr, wie unsinnig die jüngsten Entscheidungen waren. Dass die Nationalteams Ende März im Rahmen der WM-Qualifikation ohne Einschränkungen durch die Länder gereist sind, war ebenso unverständlich wie die aktuelle Durchführung der Europapokal-Wettbewerbe.

Mönchengladbach spielte in Budapest, Dortmund in Manchester

Noch im Achtelfinale mussten Borussia Mönchengladbach und Manchester City ihre Duelle mitten im Infektions-Risikogebiet Budapest austragen, nun durfte Borussia Dortmund auf der Insel antreten. Regel-Irrsinn mitten in der dritten Corona-Welle ist das. Plausible Gründe für die sich wöchentlich ändernden Bestimmungen von Quarantänen gibt es schon lange nicht mehr.

FC Bayern muss nicht in Quarantäne – Karlsruher SC und SV Sandhausen dafür 14 Tage

Zudem werden lokale Gesundheitsbehörden in der Saison-Endphase möglicherweise zum entscheidenden Faktor. Während der FC Bayern trotz der zahlreichen Corona-Fälle (vor Gnabry waren es Goretzka, Pavard, Müller und Martinez) weiter spielen kann, obwohl der Nationalspieler beim Trip nach Leipzig am vergangenen Wochenende sicherlich Kontakt zu seinen Mitspielern hatte, verordnen die Ämter dem Karlsruher SC und dem SV Sandhausen eine 14-tägige Team-Quarantäne.

Bei der zu bestreitenden Termin-Hatz dürften auf die 2. Liga im Mai große Probleme zukommen. Zudem sind auch Konkurrenten betroffen, alleine zwei Spiele vom Hamburger SV müssen verlegt werden. Der Gedanke, durch einheitliche Quarantäne-Camps gleiche Voraussetzungen zu schaffen, wurde wieder verworfen.

UEFA verlangt Fan-Zusagen für Standorte der EM 2021

Angesichts dieser immer bizarrer werdenden Situation sei noch einmal darauf hingewiesen, dass sich die EM-Gastgeber bis zum heutigen Mittwoch (7. April) bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA) hinsichtlich der Zuschauer-Frage erklären müssen.

Präsident Aleksander Ceferin verlangt trotz der dramatischen Lage eine Garantie für die Zulassung von Fans. Das ist kein gutes Zeichen für den EM-Standort München – und nicht für den Geisteszustand des Fußball-Funktionärs.

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