„Jetzt ist die DFL am Zug“ Werksklubs in Sorge: Das sagt der Bundeskartellamt-Boss

Wolfsburg Hoffenheim Bundeskartellamt

Das Bundeskartellamt hatte Ende Mai Bedenken Bedenken gegen die Ausnahmegenehmigungen für die Werksklubs Leverkusen, Wolfsburg und Hoffenheim geäußert. Hier Hoffenheim-Spieler Ryan Sessegnon (r.) beim Spiel gegen Wolfsburg im November 2020.

Berlin – Nächstes Kapitel im Streit um die Ausnahmegenehmigungen für drei Werksklubs aus der Bundesliga bei der 50+1-Regel. Bundeskartellamts-Boss Andreas Mundt hat sich am Montag (14. Juni) zu möglichen Konsequenzen von Seiten des Kartellamts geäußert.

  • Bundeskartellamt hat Bedenken bei drei Werksklubs aus der Bundesliga
  • Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg und TSG Hoffenheim in der Kritik
  • Ausnahmen bei 50+1-Regel: Vorerst keine Auflagen von Seiten des Bundeskartellamts für Werksklubs

Demnach müssen die drei Bundesligisten Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg und TSG 1899 Hoffenheim wegen der 50+1-Regel vorerst keine Auflagen des Bundeskartellamts befürchten. Die DFL sei jetzt am Zug.

Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg und 1899 Hoffenheim: Vorerst keine Auflagen des Bundeskartellamts

Alles zum Thema Fußball-Bundesliga
  • Champions League Liverpool musste zittern: Klopp-Star spielt trotz Pause beim Aufwärmen
  • Im Glitzer-Jackett zur Formel 1 in Monaco Bayer-Profi lässt’s beim Junggesellen-Abschied krachen
  • Transfer-News Hertha-Anführer macht die Biege – Aufsteiger schnappt sich Ex-Nationalspieler aus Berlin
  • Hertha-Einblicke über Magath Boateng: „Ich war schockiert“ – Trainer-Patzer hatte wohl Methode
  • FCK-Kapitän Jean Zimmer Ex-Fortune über Düsseldorf und Leidenszeit: „Komplett aus der Welt gerissen“
  • Wegen Termin-Not vor WM Flick und Bierhoff wollen Bundesliga-Spieltag verlegen
  • Finanzkennzahlen der DFL Vierthöchster Verlust der Liga: So schlimm steht es um den 1. FC Köln
  • Traum in Weiß Party am Meer und im Schloss: Nationalspieler feiert romantische Hochzeit auf Mallorca
  • „Es gibt nichts Schöneres“ Baumgart verrät: Meine geilsten Momente der FC-Saison
  • DFL zeigt Finanzen Mega-Verluste bei Hertha und Dortmund – nur drei Klubs schreiben schwarze Zahlen

„Konsequenzen gegen einzelne Clubs stehen von unserer Seite überhaupt nicht zur Debatte. Jetzt warten wir erst einmal ab, wie sich die DFL und betroffene Vereine und Investoren äußern werden. Dann sehen wir weiter“, sagte Kartellamts-Präsident Andreas Mundt in einem Interview des Wirtschaftsmagazins „SPONSORs“ und erklärte zum Verfahren: „Wir haben eine vorläufige Einschätzung zu der Ist-Situation abgegeben. Jetzt ist die DFL am Zug.“

Andreas Mundt Bundeskartellamt

Laut Bundeskartellamts-Präsident Andreas Mundt, hier im Februar 2019, müssen die Werksklubs vorerst keine Auflagen von Seiten des Kartellamts befürchten.

Das Bundeskartellamt hatte Ende Mai in seiner vorläufigen rechtlichen Einschätzung offiziell Bedenken gegen die Ausnahmegenehmigungen für Leverkusen, Wolfsburg und Hoffenheim geäußert.

50+1-Regel: Ausnahmegenehmigungen für Werksklubs aus der Bundesliga

Die Bundesligisten sind nicht an die 50+1-Regel gebunden, wonach der Stammverein nach der Ausgliederung seiner Profi-Abteilung in eine Kapitalgesellschaft weiterhin die Mehrheit der Stimmenanteile besitzen muss. Dies soll den Einfluss externer Geldgeber auf einen Club begrenzen. Hinter Leverkusen steht der Bayer-Konzern, hinter Wolfsburg Volkswagen, hinter Hoffenheim der SAP-Mitgründer Dietmar Hopp.

„Beschränkungen des Wettbewerbs können in bestimmten Fällen auch vom Kartellverbot ausgenommen sein. Das ist nicht nur im Profisport so, sondern auch in sämtlichen anderen Wirtschaftsbereichen der Fall“, erläuterte Jurist Mundt.

„Das Kartellrecht steht Anforderungen von Sportverbänden an die Teilnehmer eines Wettbewerbes nicht entgegen, wenn diese zur Verfolgung bestimmter wettkampfbezogener, aber auch ethisch-sozialer Ziele dienen“, sagte der 60-Jährige.

Hoffenheim, Leverkusen und Wolfsburg kritisieren das Bundeskartellamt

Nach einem „Handelsblatt“-Bericht hatten die drei Bundesligisten das Bundeskartellamt wegen der 50+1-Regel-Bedenken kritisiert. Das Trio klagte in einem gemeinsamen Schreiben an das Präsidium der Deutschen Fußball-Liga über „Konsequenzen, die für uns verständlicherweise inakzeptabel sind“. Die DFL wird bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Juli über den weiteren Umgang mit der 50+1-Regel beraten.

Bei einer Aufhebung der Regelung müssten die Modelle in Leverkusen, Wolfsburg und Hoffenheim angepasst werden. Laut „Kicker“ (Montag) soll das Trio Kompromissbereitschaft signalisiert haben. „Findet sich ein Ausweg womöglich im Vorbild des Konstrukts von RB Leipzig?“, fragt der „Kicker“. Dieses stehe formal mit 50+1 in Einklang, werde aber von vielen Kritikern als „Umgehungstatbestand“ angesehen. (dpa)

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.