Fan-Rückkehr in die Stadien Vereine setzen auf Dialog – ein Klub probt den Alleingang

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Die Bundesligisten würden die Fans gerne so schnell wie möglich wieder in den Stadien begrüßen. Volle Ränge wird es auf absehbare Zeit aber nicht geben.

Berlin – Nach langer Ungewissheit haben die Bundesligisten bei der Fan-Frage seit Donnerstag Klarheit, allerdings provozierte die Entscheidung der Politik eher Frust als Erleichterung.

Trotz größter Mühen muss die Liga bis mindestens Ende Oktober weiterhin ohne Fans spielen. Dabei sehen sich die Klubs schon jetzt auf die Fan-Rückkehr vorbereitet. Ein Bundesligist will mit einem Testspiel vor 5.000 Fans schon kommende Woche den Beweis erbringen.

Politik verbietet Fan-Rückkehr trotz weitreichender Bundesliga-Konzepte

Abstandsregeln, Zu- und Abflüsse der Zuschauer und die Kontaktverfolgung – alles scheint geregelt. DFL-Vize und FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle (45) betont daher voller Überzeugung: „Wir sind bereit.“

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Doch die Politik machte den Klubs einen unerwarteten Strich durch die Rechnung. „Es ist gut, dass wir drei Wochen vor Saisonstart endlich eine Entscheidung haben“, sagte Wehrle zwar, ergänzte aber: „Ich war ein bisschen überrascht, weil wir von Kollegen und lokalen Gesundheitsämtern eigentlich andere Signale erhalten haben.“

Union Berlin spielt schon am 5. September vor 5.000 Fans

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke (61) bemühte sich via „WAZ“, der Absage an einen Saisonstart mit Fans etwas Positives abzugewinnen: „Meiner Meinung nach sind die Beschlüsse ein Zeichen der Politik, dass man ab November mit Zuschauern spielen möchte.“

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Union Berlin will so schnell wie möglich wieder vor Fans im Stadion an der Alten Försterei spielen.

Union Berlin, vor Wochen bereits mit Plänen für ein volles Stadion vorgeprescht, bleibt seiner offensiven Linie dennoch treu. Ein Testspiel gegen den 1. FC Nürnberg soll am 5. September vor 5000 Zuschauern stattfinden, dieser Plan sei durch die aktuelle Berliner Infektionsschutzverordnung gedeckt. Die Hauptstädter weichen damit als einziger Klub von der vorsichtigen Herangehensweise der Liga ab.

Bundesligisten wollen Zukunft der Fans gemeinsam mit der Politik planen

Zurückhaltender äußerte sich Rekordmeister Bayern München. „Es wäre schön, wenn man in einem gewissen Doppelpass mit der Politik arbeiten könnte. Wir bringen alles ein, was gefordert wird“, erklärte Karl-Heinz Rummenigge (64) der „Bild“. Der Fußball habe bewiesen, „dass er damit seriös umgehen kann“, verwies der Bayern-Boss zudem auf die Arbeit der Liga seit  Ausbruch der Corona-Krise.

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Karl-Heinz Rummenigge hofft auf die Zusammenarbeit mit der Politik für ein baldiges Ende leerer Tribünen in der Bundesliga.

Auch Wehrle sieht die Liga „gut beraten, mit der Politik gemeinsam Lösungen zu finden“. Dass der bayrische Ministerpräsident Markus Söder (53)  am Donnerstag „schrittweise Möglichkeiten noch vor Weihnachten“ anbot, zeigt, dass die Politik Ligaspiele mit Zuschauern grundsätzlich als durchaus machbar einordnet.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann warnt vor dramatischen Folgen fehlender Fans

Doch der zunächst gesenkte Daumen hat nicht nur den Fußball schwer getroffen. Andere Sportarten sind noch abhängiger von Einnahmen durch Fans. Vereine in Eishockey, Basketball oder Handball müssen weiter um ihre Existenz bangen.

Alfons Hörmann (59), Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), fürchtet  gar „eine wachsende Gefahr für Vereine, Verbände, Ligen sowie Veranstalter und damit für die Vielfalt von ganz Sportdeutschland.“

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