Heftiger Zusammenprall bei Arminia – Union Mediziner: „Beide hätten vom Platz gemusst“

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Andreas Luthe (in grün) und Julian Ryerson (Nummer sechs) blieben nach einem Luftkampf mit einem Bielefelder liegen und mussten minutenlang behandelt werden.

Bielefeld – Es war ein Schock-Start zum Abschluss des 24. Bundesliga-Spieltags: Bei der Partie Arminia Bielefeld gegen Union Berlin (Endstand 0:0) krachte es am Sonntagabend (7. März) schon in der dritten Minute gewaltig. Gäste-Keeper Andreas Luthe (33) prallte mit Teamkollege Julian Ryerson (23) zusammen. Beide mussten knapp acht Minuten lang behandelt werden. 

  • Arminia Bielefeld gegen Union Berlin begann mit langer Verletzungsunterbrechung
  • Andreas Luthe und Julian Ryerson machten trotz Zusammenprall weiter
  • Zuschauer und Mediziner reagieren mit Unverständnis

Heftiger Zusammenprall von Andreas Luthe und Julian Ryerson

Das war passiert: Luthe kam bei einem Bielefelder Freistoß heraus und faustete die Kugel weg. Bei der Rettungstat kam es zum Kopf-an-Kopf-Crash mit dem Linksverteidiger, beide sanken zu Boden, Blut floss. Der Torwart hatte einen Cut an der Nase, Ryerson wurde ein Turban verpasst. 

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Schwer gezeichnet: Union Berlins Julian Ryerson am Sonntagabend (7. März 2021) gegen Arminia Bielefeld

Der Abwehrmann wirkte zunächst noch leicht benommen, doch beide Unioner machten weiter – zum Unverständniss vieler Zuschauer! Schließlich sind Kopfverletzungen ein sensibles Thema, bei dem noch viel mehr auf die Gesundheit der Profi-Sportler geachtet werden soll.

Zuschauer und Mediziner kritisieren leichtfertigen Umgang mit Kopfverletzungen

Auf Twitter liefen die Fans Sturm, unzählige schimpften: „Das ist unverantwortlich“ oder „Die Problematik der Kopfverletzungen und deren Folgen sind in der Bundesliga immer noch nicht angekommen.“

Experten sehen es ähnlich: „Aus gesundheitlicher Perspektive hätte man beide Spieler vom Platz runternehmen müssen“, sagt Ingo Helmich, der an der Sporthochschule Köln in der Abteilung Neurologie zu sportbedingten Gehirnerschütterungen forscht.

„Es gibt gewisse kognitive Tests, die man in so einer Situation auf dem Platz anwenden kann, um eine mögliche Gehirnerschütterung festzustellen“, so Helmich, „doch manchmal treten die Symptome erst nach Stunden auf.“

„Die Nase schmerzt, aber mir geht es gut. Ich wusste, wo ich bin und wie der Spielstand war“, sagte Luthe selbst nach Abpfiff. Er musste in der Kabine sogar noch getackert werden.

Direkt nach der Unterbrachung hatte er gezeigt, dass er auf der Höhe ist und die Berliner gegen den freien Sergio Córdova (23) vor dem frühen Rückstand gerettet.

Bitter: Nach 29 Minuten musste Arminia-Stürmer Córdova nach einem weiteren schmerzhaften Luftduell raus. Er krachte ausgerechnet mit Turban-Mann Ryerson zusammen, hielt sich den Mund und ging vom Feld – wohl mit Zahn-Problemen. 

Arminia Bielefeld und Union Berlin trennen sich torlos

Und wie lief das Debüt von Bielefelds Neu-Trainer Frank Kramer (48) ansonsten? Der Ex-Coach von Fortuna Düsseldorf konnte sich am Ende bei Stefan Ortega (28) bedanken, dass es keine Premieren-Pleite gab. Der Arminia-Keeper rettete mehrfach stark das 0:0.

Kramer: „Die Mannschaft hat heute gegen einen Gegner, der schwer zu bespielen ist, Feuer gezeigt. Es war ein kleiner Schritt, um wieder auf die Piste zu kommen. Für den Punkt müssen wir uns nicht schämen.“

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Frank Kramer gab am Sonntag, 7. März 2021, gegen Union Berlin sein Trainer-Debüt für Arminia Bielefeld.

In der zweiten Halbzeit sorgten seine Bielefelder für eine kuriose Wechselszene: Nachdem die Arminia bereits zweimal getauscht hatte, standen plötzlich vier weitere Spieler an der Seitenlinie zur Einwechslung bereitet – einer zu viel!

„Wir dachten, wir schaffen Überzahl“, scherzte Kramer und erklärte dann: „Wir wollten dreimal wechseln und dann lag Cédric Brunner am Boden. Wir haben noch einen vierten dazugeholt, um abzuwarten, wen wir bringen müssen. Mit zwölf Leuten zu spielen – den Fehler habe ich schon lange nicht mehr gemacht.“

Durch die Nullnummer auf der Alm war Hertha BSC der Gewinner des Wochenendes im Liga-Keller. Die Berliner (2:1 gegen Augsburg) konnten als einziges abstiegsbedrohtes Team gewinnen. Der Vorsprung des 1. FC Köln, der Sonntagnachmittag 1:1 gegen Werder Bremen spielte, bleibt gleich: drei Punkte auf Arminia Bielefeld (Platz 16), vier auf den FSV Mainz 05 (Platz 17). (mze/sid)

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