Kein Geld wegen Corona Ist Leipzigs „Modell Keita“ auch bei Borussia möglich?

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Max Eberl denkt über neue Pläne im Transfergeschäft nach.-

Mönchengladbach – Neuer Rekordumsatz (213 Millionen Euro). Gewinn nach Steuern in Höhe von 12,2 Millionen. 103 Millionen Eigenkapital, was eine Eigenkapitalquote von 44,7 Prozent bedeutet. Zahlen, die in der Fußball-Bundesliga einen Finanz-Boss wie Stephan Schippers durchaus strahlend dreinblicken lassen sollten.

Doch der Geschäftsführer von Borussia Mönchengladbach strahlt am Mittwoch bei einer Medienrunde in der Gladbacher Arena nicht wirklich. Der 52-Jährige betont: „So gut die Geschäftszahlen für 2019 auch sind. Sie können sich vorstellen, wie die Coronakrise in die Bilanz für das Geschäftsjahr 2020 einschlagen wird.“

Durch die Folgen der Pandemie ist der Fohlen-Speck wieder weg. „Wir haben bislang rund 13 Millionen eingebüßt“, sagt Schippers. Das Loch könnte in diesem Jahr noch auf rund 40 Millionen anwachsen. Schippers: „Wir werden 2020 ein Minus schreiben. Corona trifft uns bis ins Mark.“

Die CL-Millionen sind wegen der Corona-Krise schon wieder weg

EXPRESS fragt Schippers: Rollt bei Borussia wegen der Champions League jetzt nicht der Rubel? Antwort: „Nein!“ Die 25 Millionen, die Gladbach hofft, für das Königsklassen-Ticket zu bekommen, sind im Prinzip schon wieder weg. Um Löcher in der Kasse zu stopfen.

Heißt auch: Manager Max Eberl (45) wird nicht auf große Shopping-Tour gehen, um seinem Trainer Marco Rose (43) den Kader für die Herausforderung Champions League aufmotzen zu können. Schippers: „Stand heute müssen wir aber keinen Spieler verkaufen. Es ist ein Erfolg, dass wir trotz der schwierigen Situation die Mannschaft zusammenhalten können.“

Also keine Einkäufe? Schippers: „Ich wüsste nicht, woher. Allerdings: Sommertransfers gab es immer. Dazu braucht es intelligente und kreative Lösungen – dafür ist Max Eberl ja bekannt.“

Ein „Wunderwuzzi“, wie es in der Ex-Wahlheimat Salzburg (Österreich) von Coach Rose heißt, ist Top-Einkäufer Eberl allerdings auch nicht. Neue Leistungsträger mit leeren Hosentaschen an den Niederrhein zu zaubern, die Abgänge der Kategorie Raffael, Strobl und Johnson ersetzen sollen – nahezu unmöglich. Zumal: Mit einem abgespeckten Kader kann Borussia nicht in eine Spielzeit mit drei Hochzeiten gehen, die dazu überwiegend aus englischen Wochen bestehen wird.

Wie wär's mit einem Leihgeschäft, Herr Eberl?

Eberl dürfte angesichts dieser Melange in Sachen Kaderplanung wahrlich kreative Ideen entwickeln müssen. Eine mögliche kreative Idee, die auch der Aussage „wir wollen die Mannschaft zusammenhalten“ gerecht werden könnte: Borussia verkauft einen ihrer Diamanten (Zakaria, Ginter, Thuram, Plea, Elvedi) im kommenden Transferfenster, behält den Spieler aber noch eine Saison. Wie das? Veräußern, Mega-Ablöse als Planungs-Sicherheit eintüten, dann wiederum „ausleihen“, damit Spieler XY sich in der Champions-League-Saison noch weiterentwickeln kann.

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Hat es so etwas schon gegeben? Ja, sogar ohne Corona. 2017 beispielsweise machte RB Leipzig den Transfer von Naby Keita (25) zum FC Liverpool für 65 Millionen Euro klar – der Wechsel folgte aber erst ein Jahr später. Keita spielte mit RB so noch Königsklasse. Gibt es dieses kreative Transfer-Modell alsbald auch im Borussia-Park?

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