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Elvedi-Interview: Gladbachs Derby-Held über Vorbilder und eine Federer-Verbindung

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Nico Elvedi jubelt mit seinen Kollegen von Borussia Mönchengladbach.

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picture alliance / Marius Becker

Mönchengladbach -

Borussia peilt Samstag (15.30 Uhr) beim 1. FC Köln den 49. Sieg im 89. Bundesliga-Duell mit dem Erzrivalen an. GladbachLIVE traf mit Nico Elvedi (22) den Gladbacher Profi zum Interview, der für den letzten Fohlen-Dreier gegen den Effzeh verantwortlich gewesen ist. Der Schweizer Nationalverteidiger, der einen Marktwert von rund 30 Millionen Euro besitzt, verrät, dass er einiges in dieser Saison beim VfL vorhat. Und dabei auch auf die Unterstützung eines renommierten Mental-Trainers zurückgreift.

Haben Sie verinnerlicht, was es bedeutet, das rheinische Derby gegen den 1. FC Köln zu spielen?
Natürlich weiß ich, was das bedeutet. Ich bin seit vier Jahren im Verein und bereit für das Derby. Es sind immer sehr heiße Spiele mit vielen Emotionen, in denen es keinen Favoriten gibt. Es ist egal, ob der Kader einer Mannschaft vermeintlich besser oder schlechter besetzt ist. Das merkt man im Derby nicht. Aber wir wollen das Spiel natürlich auf unsere Seite ziehen.

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Sie sind aus Gladbacher Sicht der letzte Profi, der sich mit dem Status Derby-Held schmücken durfte. 2017 haben Sie den Siegtreffer gegen Köln erzielt.
Ach, das war der letzte Derby-Sieg? Stimmt. Es ist natürlich immer etwas Spezielles, gerade für unsere Fans. Es ist für alle ein wichtiges Spiel, das wir natürlich wie alle Spiele gewinnen wollen.

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Die ganze Region ist im Vorfeld des Derbys elektrisiert. Wie wichtig ist das Spiel auch für Ihre Mannschaft, die so langsam mal ins Rollen kommen sollte?
Abgesehen davon, dass es ein Derby ist, ist die Partie natürlich auch allgemein ein wichtiges Spiel. Wir haben uns zuletzt aber schon gesteigert und ich denke, dass es so auch weitergeht. Ein Sieg würde uns einen zusätzlichen Schub für die weiteren Spiele geben.

Binnen einer Woche geht es nun Schlag auf Schlag. Köln, dann das Europa-League-Duell gegen Wolfsberg, im Anschluss kommt Fortuna Düsseldorf in den Borussia-Park. Sind da neun Punkte aus drei Spielen fast schon Pflicht?
Pflicht würde ich nicht sagen. Natürlich ist es nicht unmöglich, diese neun Punkte zu holen. Wir sind dazu fähig. Wir haben genug Qualität in der Mannschaft, um so viele Punkte zu holen. Wir müssen aber auch sehen, wie wir die erste englische Woche verkraften. Wir müssen uns erst wieder an diesen Rhythmus gewöhnen, außerdem spielen da ja noch drei motivierte Gegner eine Rolle.

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Steht für Sie persönlich nun ein Jahr an, in dem Sie einen weiteren Schritt in Ihrer Entwicklung machen wollen?
Ja, durchaus. Mein Ziel ist es, dass ich auf dem Platz mehr aus mir herausgehe und noch mehr Verantwortung übernehme. Genau für solche Sachen sind solche Spiele wie das Derby da.

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Wie sehen diese Entwicklungsschritte im Alltag aus, was genau haben Sie sich vorgenommen?
Für mich beginnt das schon im Training. Dort versuche ich, viel zu kommunizieren, anderen Spielern zu helfen und Tipps zu geben. Dies will ich auch vermehrt in den Pflichtspielen umsetzen. Da fällt es mir vielleicht ein bisschen einfacher, weil die Emotionen größer sind, aber ich versuche, das im Training zu lernen.

Sie wohnen in Gladbach, nicht wie zahlreiche Kollegen in Düsseldorf. Ist Gladbach für Sie die Art Wohlfühl-Oase, die Sie brauchen?
Ich wollte damals nach meinem Wechsel einen kurzen Weg zum Stadion haben. So kann ich auch ein bisschen länger schlafen und muss nicht zittern, dass ich im Stau stehe oder zu spät zum Training komme (lacht). Seitdem habe ich mir auch schon mal Gedanken gemacht nach Düsseldorf zu ziehen, aber für mich passt das mit Mönchengladbach im Moment perfekt.

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Nico Elvedi hat bereits mehr als 100 Bundesligaspiele für Borussia Mönchengladbach gemacht.

Foto:

picture alliance/dpa

Was hat sich für Sie unter Marco Rose geändert?
Es ist nicht nur für mich, sondern für die ganze Mannschaft, eine Umstellung. Der Trainer will, dass wir voll durchdecken. Wenn wir ins Pressing gehen, müssen auch die Verteidiger mitmachen. Das ist die größte Umstellung, denke ich. Marco Rose wirkt auf mich sehr positiv. Er weiß genau, was er macht, hat viel Ahnung vom Fußball. Ich bin überzeugt, dass wir mit ihm Erfolg haben können.

In der Vorbereitung wurde viel über die Verpflichtung eines weiteren Innenverteidigers, zum Beispiel Malang Sarr, diskutiert. Wie haben Sie die Tatsache wahrgenommen, dass nicht noch ein Konkurrent für Sie verpflichtet worden ist?
Ich denke, dass das vom Verein ein Zeichen ist, dass sie volles Vertrauen in uns haben. Wenn einer ausfällt, können wir das kompensieren. Das ist schön zu sehen. Das wollen wir natürlich auf dem Platz mit Leistung zurückgeben.

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Sie sind 22 Jahre jung, aber schon lange im Profi-Geschäft dabei. Wann hat denn das letzte Mal jemand von einem großen Klub bei Ihnen angeklopft?
Darüber denke ich ehrlich gesagt gar nicht groß nach. Wenn jemand anruft, dann klingelt das Telefon bei meinem Berater. Das soll dann auch nicht an die Öffentlichkeit.

Ihr Vertrag läuft noch bis 2021.
Ich schließe auch nicht aus, dass ich noch ein paar Jahre bei Borussia bleiben werde. Im Fußball kann alles schnell gehen, man kann nichts garantieren. Aber mein Vertrag läuft noch und ich bin absolut zufrieden.

Wie wichtig sind Ihnen die vielen Schweizer bei Borussia? Ist das ein weiterer Wohlfühl-Faktor?

Ja, das würde ich schon sagen.

Sehen Sie sich in der Schweizer Nationalmannschaft mittlerweile als Stammkraft?
Der Trainer hat jüngst meist mit einer Dreierkette gespielt. Das ist gut für mich, weil dann drei Innenverteidiger spielen. In einer Viererkette wäre es etwas schwieriger geworden, weil Fabian Schär und Manuel Akanji noch vor mir sind. Aber ich denke, dass ich auch was zurückgeben konnte und bin froh, dass er mir in den vergangenen beiden Spielen das Vertrauen geschenkt hat.

Sie haben schon über 100 Bundesliga-Spiele absolviert. Mit welchem Selbstverständnis gehen Sie mittlerweile in ein Bundesligaspiel?
Ich fühle mich schon noch jung, aber wenn ich auf dem Platz stehe, merke ich schon, dass ich eine gewisse Erfahrung habe. Ich spiele fast vier Jahre Bundesliga. Auf dem Platz fühle ich mich daher vielleicht schon ein bisschen älter als ich bin.

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Ihr Kollege Yann Sommer arbeitet mit Mentaltrainer Christian Marcolli zusammen, der auch Tennisstar Roger Federer unterstützt hat. Wie sieht das bei Ihnen aus?
Ich arbeite tatsächlich seit dem Sommer mit diesem Mentaltrainer zusammen. Ich habe gemerkt, dass ich noch einen Impuls brauche. Dann habe ich Yann angesprochen und mich mit seinem Coach getroffen. Es hatte sich alles gut angehört – und nun arbeiten wir zusammen.

Woran genau arbeiten Sie?
Wie ich vorhin schon gesagt habe: Ich will noch mehr Verantwortung übernehmen und lauter auf dem Platz werden. Er hilft mir dabei.

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Yann Sommer (links) ist für Nico Elvedi ein wichtiges Vorbild.

Foto:

AFP

Yann Sommer scheint für Sie ein guter Berater zu sein. Legen Sie Wert darauf, was er Ihnen sagt?
Auf jeden Fall. Er ist für mich ein Vorbild. Er hat jede Menge Erfahrung. Ich vertraue ihm.

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Abschließend: Ist der Weg, den Ihr Landsmann Granit Xhaka eingeschlagen hat, ein gutes Beispiel für eine Karriere? Über Basel und Borussia hin zu einem europäischen Top-Klub wie dem FC Arsenal.
Ja, definitiv. Granit ist das Musterbeispiel einer erfolgreichen Karriere. Schritt für Schritt. Er ist bei einem großen Verein gelandet, vielleicht spielt er irgendwann bei einem noch größeren Verein. Klar, kann man sich das für sich selbst auch irgendwann vorstellen.

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