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Mit 23 schon 200 Profispiele Was macht Borussias Elvedi so stark?

Nico Elvedi Zweikampf

Nico Elvedi im Zweikampf gegen Jhon Cordoba.

Mönchengladbach – Eine der größten Stärken von Nico Elvedi (23) dürfte diese sein: Er weiß genau, was er kann und was nicht. Zuletzt zeigte er diese Qualitäten indirekt auch abseits des Rasens, als die Schweizer Nationalmannschaft gemeinsam „Imagine“ von John Lennon sang. Eben weil Elvedi fehlte in dem Video, in dem sich sein Borussia-Kollege Yann Sommer (31) besonders hervortat.

Schweizer Nationalmannschaft spendet Geld

„Singen gehört ganz sicher nicht zu meinen Talenten“, erklärt Elvedi auf unsere Nachfrage. Aber einen wichtigen Teil hat er trotzdem beigetragen: „Es war eine gute Aktion, vor allem, weil wir Nationalspieler in diesem Zuge Geld gespendet haben für den Schweizer Berufsverband der Pflegefachpersonen, damit dringend benötigtes Schutzmaterial angeschafft werden kann.“

Passquote: Nur Witsel vor Elvedi

Herausragend ist Elvedi in dieser Saison in seinem Job als Innenverteidiger unterwegs. Die Zahlen schwanken, doch den zweiten Platz in der gesamten Bundesliga wird Elvedi nie los: Ob nun 91,3 oder 94 oder gar 94,4 Prozent – nur Dortmunds Axel Witsel (31) hat eine bessere Passquote.

„Es ist natürlich schön, in solchen Rankings vorne zu stehen“, sagt Elvedi. „Aber ich gehe nicht mit dem Ansatz ins Spiel: ‚Heute mache ich keine Fehlpässe.‘ Ich will einfach der Mannschaft helfen. Und das kann je nach Situation ein kurzer Pass zum Nebenmann sein oder eine etwas riskantere Spieleröffnung.“

Dass er die auch drauf hat, untermauert eine andere Statistik: Elvedis Erfolgsquote bei langen Bällen ist sogar die beste der Liga. Manch ein 20- oder 30-Meter Flachpass des Schweizers hat die Reihen des Gegners schon durchschnitten wie ein Messer ein Stück Butter.

Nico Elvedi mit mehr als 150 Spielen für Borussia Mönchengladbach

Was hat es nun auf sich mit dem Erfolgsgeheimnis? „Ich kenne es nicht anders, als immer zunächst die fußballerische Lösung zu suchen. Vielleicht hilft es mir auch, dass ich eigentlich immer die Ruhe bewahre“, sagt Elvedi.

Der Schweizer war noch nie ein Verteidiger, der Überdinge probiert, darüber hinaus keiner mit Schaum vor dem Mund. Früher zog ein Fehler ihn noch manchmal runter. Mit mehr als 150 Pflichtspielen für Borussia auf dem Konto macht er jetzt im besten Fall keine Fehler mehr.

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Noch vor einem Jahr wäre Elvedi für die U21 seines Landes spielberechtigt gewesen. Doch die hat er, bis auf einen einzigen Einsatz mit 19 Jahren, übersprungen. Und so ist die große Erfahrung, die er in seinem Alter schon gesammelt hat, womöglich die beste Erklärung für seine kontinuierlich gute Entwicklung.

Elvedi will mehr aus sich rausgehen

Wo das hinführen soll? Wenn die Frage auf einen möglichen Wechsel abzielt, blendet Elvedi das Thema öffentlich zumeist aus. Sein Vertrag in Gladbach läuft bis 2021, mit einer Option für ein weiteres Jahr. Längst gehört der gebürtige Zürcher zu den wertvollsten Fohlen im Stall. Und wo will er leistungsmäßig hin? „Ich habe mir vor der Saison vorgenommen, ein bisschen mehr aus mir herauszugehen. Ich glaube, dass ich da wieder einen Schritt gemacht habe. Ansonsten hilft mir natürlich jedes weitere Spiel dabei, mich weiterzuentwickeln.“

Im Geisterderby gegen Köln vor einem Monat hat Elvedi sein 200. Profispiel gemacht, wenn man seine Einsätze für Borussia, den FC Zürich und die Schweizer Nati addiert. Seine aktuell größte Herausforderung: auf das 201. am „Tag X“ hinzuarbeiten.

Das Training läuft wieder bei Borussia Mönchengladbach

Dafür haben die Fohlen erstmals wieder in Kleingruppen trainiert. „Es fühlt sich wieder ein bisschen normaler an als in den vergangenen Wochen, es ist ein guter erster Schritt. Wir haben einige Übungen gemacht, bei denen wir die nötige räumliche Distanz einhalten konnten, die aber trotzdem etwas mit Fußball zu tun hatten: Laufübungen, Flanken- und Torabschlusstraining, Fußballtennis“, erzählt Elvedi.

Zu Hause ist er nicht allein, seine Freundin Alexandra lebt aktuell mit ihm in Gladbach. Die Studentin ist schnell nach Deutschland gekommen, als in der Schweizer die Universitäten geschlossen worden. Und so dürfte sich Elvedi trotz Corona-Krise auch privat richtig wohlfühlen.

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