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„Nicht zielführend von Merkel“ Watzke poltert im ZDF-Sportstudio gegen Corona-Politik

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BVB-Boss Hans-Joachim Watzke, hier als Zuschauer beim Spiel der zweiten Mannschaft gegen Wegberg-Beeck am 10. Oktober, ist in großer Sorge.

Köln – Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen wieder, und auch der Fußball macht sich erneut große Sorgen um die Zukunft. Die Liga-Bosse fürchten eine erneute Zwangspause in der Bundesliga – die Folgen daraus wären dramatisch.

Hans-Joachim Watzke: „Das kann nicht ewig gut gehen“

„Es ist klar, dass das in dieser Form wirtschaftlich nicht mehr ewig gut gehen kann. Bezogen auf den Fußball denke ich, dass wir diese Saison hinbekommen – zumindest der große Teil der Vereine, wenn es denn keine Unterbrechungen mehr gibt“, sagte Borussia Dortmunds Chef Hans-Joachim Watzke (61) der „Bild“. Der BVB-Boss warnt: „Sollte es noch mal eine große Unterbrechung geben, dann könnten bei manch einem die Lichter ausgehen.“

Sämtliche Profi-Klubs kämpfen aufgrund der Pandemie mit großen finanziellen Problemen. Dortmund kalkuliert für die laufende Saison mit einem Verlust zwischen 70 und 75 Millionen Euro, nachdem die Westfalen schon die vergangene Spielzeit nach dem Lockdown und den nachfolgenden „Geisterspielen“ mit einem Fehlbetrag von 43,9 Millionen Euro abgeschlossen hatten.

„Das Spiel gegen Schalke wird uns wieder eine Million kosten, das Spiel gegen St. Petersburg genauso. Wir brauchen zumindest diese Geisterspiele, sonst wird es ganz eng“, führte Watzke am Samstagabend im ZDF-Sportstudio aus. Bei seinem Auftritt forderte er von der Politik, „nicht so ein populistisches Fußball-Bashing“ zu betreiben. „Ich fand das nicht zielführend von Angela Merkel. Es gibt immer tausend Dinge, die wichtiger sind als die Fußball-Bundesliga. Aber wir müssen die Frage nach der Gefährdung stellen – und die sehe ich nicht.“

Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge (65) hatte zuletzt erklärt, die „Zukunft des Fußballs auf tönernen Füßen“ zu sehen. Für seine Bayern schloss er für die laufende Saison ein Minus von bis zu 100 Millionen Euro im Falle von einer kompletten Serie ohne Zuschauer nicht aus. Weitere Vereine meldeten ebenfalls schon Millionen-Verluste.

Ein Drittel der Bundesliga-Vereine war in Insolvenzgefahr

Durch den Lockdown in Deutschland im vergangenen Frühjahr waren mehrere Klubs in kurzer Zeit in finanzielle Schieflage geraten. Angeblich soll rund ein Drittel der 36 Profi-Vereine in Insolvenzgefahr geschwebt haben. Durch die Beendigung der Spielzeit ohne Zuschauer und damit verbundene TV-Gelder konnten die Klubs sich letztlich in die Sommerpause retten.

An diesem Wochenende sind aufgrund besorgniserregender Inzidenz-Zahlen in den Heimspielorten Augsburg, Bielefeld, Köln, Mainz, Freiburg, Mönchengladbach und Gelsenkirchen gar keine oder maximal 300 Zuschauer zugelassen.

Auch Hertha-Manager Michael Preetz (53) machte klar: „Das wissen wir alle: Wenn die Saison nicht zu Ende gespielt werden könnte, wären das für alle existenzielle Probleme.“ Und auch Kollege Fernando Carro (56), Vorsitzender Geschäftsführung bei Bayer Leverkusen, bilanzierte: „Natürlich tut uns die Entwicklung der letzten Wochen und Monate wirtschaftlich sehr weh.“ (msw/sid)

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