„Skandalöse Entscheidung“ Bitterer Elfer zieht BVB gegen Manchester City den Zahn

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Riyad Mahrez (v.) bejubelt den Ausgleich für Manchester City gegen den BVB, Emre Can hadert nach seinem Handspiel im Viertelfinal-Rückspiel am Mittwoch (14. April).

Dortmund – Der Champions-League-Traum ist für Borussia Dortmund ausgeträumt. Trotz einer starken Willensleistung im Viertelfinal-Rückspiel gegen Manchester City am Mittwochabend (14. April) muss sich der BVB nach einem 1:2 (Hinspiel 1:2) aus der Königsklasse verabschieden.

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Lange durfte Schwarz-Gelb vom Halbfinale träumen, führte zur Pause 1:0 und hatte auch nach dem Ausgleich zu Beginn des zweiten Durchgangs noch alle Chancen. Erst das 1:2 eine Viertelstunde vor dem Ende machte die Dortmunder Hoffnungen zunichte.

Jude Bellingham bringt BVB gegen Manchester City auf Kurs

In der nervösen Anfangsviertelstunde passierte noch wenig, dann wirbelte der BVB ein erstes Mal – und wie.

Emre Can setzte Erling Haaland mit einem langen Ball in Szene, über Mahmoud Dahoud kam der Ball im Strafraum schließlich zu Jude Bellingham.

Jude Bellingham trifft für Borussia Dortmund

Das Mittelfeld-Juwel legte sich den Ball in Bedrängnis noch einmal zurecht und traf dann aus 14 Metern platziert zur Führung (15.) ins rechte obere Eck. Ausgerechnet ein Engländer sorgte mit dem Tor gegen ManCity für schwarz-gelbe Hoffnung!

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In Bedrängnis erzielt Jude Bellingham im CL-Rückspiel gegen Manchester City am Mittwoch (14. April) das zwischenzeitliche 1:0 für den BVB.

Auf dem Rasen jubelte die Borussia euphorisch, auch Trainer Edin Terzic (39) ließ seinen Emotionen am Spielfeldrand freien Lauf und machte die berühmte Sieges-Säge von Jürgen Klopp. Gästecoach Pep Guardiola, der mit City noch nie das Halbfinale erreicht hatte, war dagegen bedient.

Seine Mannschaft verfiel zunächst in Schockstarre, Manuel Akanji hätte das nur drei Minuten später beinahe zum 2:0 nach einer Ecke genutzt. Erst danach fand der souveräne Tabellenführer der Premier League langsam wieder zu sich und begann, das Spiel zu kontrollieren.

Manchester City erholt sich nur langsam vom Schock der Dortmunder Führung

Ein erstes Ausrufezeichen setzte Kevin De Bruyne nach 25 Minuten mit einem Lattenknaller, Sekunden später rettete Mateu Morey gerade noch vor dem einschussbereiten Phil Foden - Glück für den BVB!

Bis zur Pause dominierte City das Geschehen, kam aber nur selten durch. Dortmund fehlte bei seinen vereinzelten Entlastungsangriffen ein kühler Kopf, um den vorhandenen Raum besser zu nutzen. Es ging mit dem knappen Vorsprung in die Kabine.

Manchester City gleicht Dortmunder Führung nach der Pause per Handelfmeter aus

Die Halbzeitansprache von Guardiola dürfte die Star-Truppe aus Manchester noch einmal wachgerüttelt haben. City ließ den BVB kaum Luft zum Atmen, presste extrem hoch und belagerte den Strafraum praktisch ohne Unterbrechung. Schon früh wurde das Risiko belohnt.

Nach einer Hereingabe von links war Can im eigenen Strafraum mit dem Arm am Ball, Schiri Carlos del Cerro Grande (45) zeigte sofort auf den Punkt. Riyad Mahrez verwandelte in Minute 55 wuchtig ins rechte Eck, Marwin Hitz war chancenlos – und City hatte plötzlich wieder deutlich bessere Aussichten auf das Halbfinale.

„Das Spiel hat sich nach dem 1:1 klar geändert“, bedauerte Unglücksrabe Can nach dem Spiel bei Sky. „Im Hinspiel wurde uns ein Tor weggenommen, es ist einfach bitter.“ Can hatte beim Elfmeter seinen eigenen Arm angeköpft und zeigte daher kein Verständnis für den Pfiff des spanischen Schiris.

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Emre Can diskutiert nach dem Elfmeterpfiff im Spiel gegen Manchester City mit Schiedsrichter Carlos del Cerro Grande.

Deutlicher wurde beim Blick auf den Elfmeter Sky-Experte Dietmar Hamann (47): „Sie haben sich tapfer geschlagen, haben gekämpft. Dann wurden sie meiner Meinung nach durch eine skandalöse Entscheidung um den Lohn ihrer Arbeit gebracht.“

Manchester City macht vor der Schlussviertelstunde alles klar

Im gewohnten souveränen Ballbesitz-Spiel ließen die Gäste anschließend Minute um Minute verstreichen, ohne dass der BVB offensiv in Erscheinung treten konnte. Erst ein Hummels-Kopfball nach Freistoß von Reus (69.) sorgte mal wieder für Gefahr und läutete die Schlussphase ein.

Weil Dortmund dort alles riskierte, bekam Citys brandgefährliche Offensive die benötigten Räume. De Bruyne scheiterte nach feiner Einzelaktion noch an Hitz (74.), holte damit aber immerhin eine Ecke heraus.

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Manchester Citys Trainer Pep Guardiola verschwindet nach dem 2:1 gegen Borussia Dortmund am Mittwoch (14. April) in einer Jubeltraube.

Die spielten die Gäste kurz aus, Foden zog am rechten Strafraumeck wuchtig ab und erwischte Hitz am kurzen Pfosten auf dem falschen Fuß.

Borussia Dortmund nach 1:2 ohne große Gegenwehr gegen Manchester City

Das 2:1 zwang nicht nur den Keeper in die Knie, sondern auch seine Teamkollegen. Drei Tore waren plötzlich für das Weiterkommen nötig, der Wille für das Wunder fehlte allerdings komplett.

Bis zum Schlusspfiff gab es kaum mehr Chancen. City, das bereits das 2:1 mit einer Jubeltraube rund um Guardiola gefeiert hatte, durfte erneut ausgelassen jubeln. Für den BVB endete das Europa-Abenteuer dagegen mit hängenden Köpfen.

Für den BVB ist die Königsklasse für diese Saison vorüber, in der kommenden Saison droht der Borussia außerdem nur die Europa League. Manchester City spielt im Halbfinale gegen Bayern-Bezwinger Paris Saint-Germain. Die Duelle steigen am 27./28. April und am 5./6. Mai.

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