Er sorgte 1993 für den letzten Titel Kirsten: Nur so kann Bayer Bayern schlagen

kirsten stemmt Pokal 1993

1993: Ulf Kirsten stemmt den Pott. Der Gewinn des DFB-Pokals blieb bis heute der letzte Titel für Bayer Leverkusen.

Leverkusen – Ulf Kirsten kann Pokalfinale! Das letzte der DDR-Geschichte entschied er 1990 in der 85. Minute mit dem Siegtor zum 2:1 für Dynamo Dresden gegen den PSV Schwerin. Drei Jahre später köpfte er Bayer Leverkusen in der 77. Minute zum 1:0-Sieg gegen die Amateure von Hertha BSC.

Kirsten Tor Pokal 1993

Pokalfinale 1993: Ulf Kirsten traf in der 77. Minute per Kopfball zum 1:0 für Bayer Leverkusen.

Es blieb bis heute der letzte Titel für die Werkself, die am Samstag gegen den FC Bayern endlich ihren ominösen Vize-Fluch brechen will. EXPRESS sprach mit Kirsten.

Herr Kirsten, Sie wurden nach dem Pokalsieg 1993 zitiert, dies sei nach der Geburt ihrer Kinder der schönste Tag Ihres Lebens.

Kirsten: Na ja – vielleicht gab es im Nachhinein auch noch schönere. Aber es war ein toller Erfolg, selbst wenn es „nur“ gegen die Amateure der Hertha ging, aber auch die müssen erst mal geschlagen werden. So war es ein großer Tag, für die Mannschaft, unsere Fans und den ganzen Verein.

Sie wurden als Pokalsieger ausgepfiffen.

Ja, aber das ist ja normal, wenn alle für den Kleinen sind, und das hat auch keiner ernst genommen,.

Auf dem Rückflug durften sie zur Landung ins Cockpit. Es soll zu Turbulenzen gekommen sein, die Passagiere sangen: Nehmt dem Kirsten den Steuerknüppel ab.

Ehrlich? Da wurde wohl übertrieben. Ich weiß noch, dass ich vorne war, und es mal ein bisschen gewackelt hat, aber Turbulenzen waren das meiner Meinung nach nicht.

Wie turbulent wird es Samstag? Hat Bayer eine Chance?

Natürlich! Es ist ein Endspiel – wer das erreicht, darf sich auch berechtigte Hoffnungen machen, es zu gewinnen. Zwar sind die Bayern wohl einen Tick Favorit, aber vielleicht nicht so dominant, wie sie es mal waren. Wir haben sie schon geschlagen in dieser Saison, haben eine sehr gute Mannschaft mit jungen, starken Spielern und erfahrenen Haudegen. Wenn alle 100 Prozent abrufen, ist alles möglich.

Könnte das Verpassen der Champions League am Selbstvertrauen genagt haben?

Nein, die Meisterschaft ist abgehakt, das ist am Samstag kein Faktor. Das ist das Finale, das ist Berlin, ein Spiel um alles. Auch wenn es ohne Zuschauer nicht dieser Gänsehaut-Event sein wird wie sonst – Berlin ist immer eine Reise wert.

Es heißt häufig, das Bayer-Team sei zu abhängig von Kai Havertz. Braucht er am Samstag einen Sahnetag?

Alle brauchen einen Sahnetag! So ein Finale kannst Du nicht an einer Person festmachen. Kai ist ein Bestandteil dieser Mannschaft, auch wenn er ein Jahrhunderttalent ist, bleibt Fußball immer ein Mannschaftssport. Nur wenn jeder am Samstag 100 Prozent erreicht, kann es was werden mit dem Pokal.

Könnten die Torhüter entscheiden? Die Bayern haben den wohl besten der Welt.

Und wir haben Lukas Hradecky, das ist auch ein sehr, sehr guter. Ich kann mich in dieser Saison nicht an einen entscheidenden Fehler erinnern.

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Sehen sie bei den Bayern Schlüsselspieler, die es auszuschalten gilt?

Da müssen wir jetzt nicht wirklich drüber reden, das ist die beste Mannschaft Deutschlands, vielleicht momentan sogar Europas. Sie haben 15, 16, 17 gleichwertige Spieler auf internationalem Niveau, einige sogar Weltklasse. Da muss man sich keine Gedanken über einzelne Spieler machen, schon gar nicht wenn diese Mannschaft sich auf ein Finale fokussiert. Es kann nur darum gehen, dass Bayer selbst 100 Prozent abruft, um eine Chance zu haben.

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