Trotz Frust-Pleite zum Finale Ex-FC-Talent Wirtz vor neuem Bayer-Traum-Vertrag

Wirtz_Bayern

Florian Wirtz (2. v. l.) wird von Lucas Hernandez (l.), Jeromé Boateng (r.) und David Alaba umzingelt.

Leverkusen – Ein paar Sekunden fehlten Bayer Leverkusen, dann hätte die Werkself Weihnachten als Tabellenführer gefeiert. Doch die Leistung bei der 1:2-Niederlage gegen den großen FC Bayern bestärkte Peter Bosz (57) eher auf seinem Weg.

Lukas Hradecky: „Wir haben uns selbst ins Sprunggelenk geschossen“

Der Bayer-Trainer war sichtlich niedergeschlagen, doch seinen Kampfgeist fand der Trainer von Bayer Leverkusen schnell wieder. Als er nach der bitteren 1:2-Niederlage gegen den FC Bayern München und dem Verlust der Tabellenführung eine Spielminute vor Weihnachten im Sky-Interview gefragt wurde, wer am Saisonende Deutscher Meister werde, setzte der Niederländer ein schelmisches Grinsen auf und antwortete mit fester Stimme: „Bayer 04 Leverkusen.“

Keeper Lukas Hradecky (31) war nach der Partie durchaus angefressen. „In Finnland sagen wir: Wir haben uns selbst ins Sprunggelenk geschossen“, sagte der Torhüter. Auf die Frage, ob das 1:1 nach einem Missverständnis ihm oder dem auch beim zweiten Tor patzenden Nationalverteidiger Jonathan Tah anzulasten sei, reagierte Hradecky aber gar nicht locker. „Es ist egal, auf welche Kappe das geht“, sagte er: „Scheißegal. Nächste Frage bitte.“

Rudi Völler über Florian Wirtz: „Wir wissen gegenseitig, was wir aneinander haben“

Es kochte in Hradecky, „weil wir mindestens auf einem Niveau mit der besten Mannschaft der Welt waren und unverdient verloren haben. Das ist verdammt ärgerlich." Doch auch der ehrgeizige Finne verspürte direkt eine trotzige Motivation. „Das wird uns nicht erschüttern. Wir stehen verdient da, wo wir stehen“, sagte er über Platz zwei zum Jahreswechsel. Auf die Tabelle wolle er aber erst nach dem 34. und letzten Spieltag schauen. Ob Bayer dann oben steht? „Warum nicht?“, sagte der 31-Jährige.

Bei diesem Vorhaben setzt Coach Bosz nicht nur auf Erfahrung, sondern auch auf die Jugend. Und mit Florian Wirtz (17) hat er einen sehr jungen und extrem wichtigen Spieler in seiner Mannschaft. Der Ex-Kölner bestritt seit seinem Debüt 27 Pflichtspiele für die Werkself (sechs Tore, fünf Vorlagen), war bis zum Treffer von Dortmunds Youssoufa Moukoko (16) gegen Union Berlin sogar jüngster Torschütze der Bundesliga-Geschichte.

Bei den Leverkusenern ist man zuversichtlich, dass der 17-Jährige bald einen langfristigen Vertrag unterschreiben wird. „Da ist noch nichts fix, aber wir wissen gegenseitig, was wir aneinander haben“, sagte Bayers Sportgeschäftsführer Rudi Völler (60) bei Sky, „es ist alles eingetroffen, was wir uns erhofft haben und für ihn auch. Wir sind in guten Gesprächen.“

Vor Kurzem hatte Bayer die Verträge mit Moussa Diaby und Edmond Tapsoba (beide 21) langfristig ausgedehnt. Flügelstürmer Diaby hatte einen Vertrag bis Sommer 2025 unterschrieben, Innenverteidiger Tapsoba verlängerte sogar bis 2026. Auch bei Wirtz ist ein Kontrakt bis mindestens 2025 im Gespräch. (tsc/dpa)

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