Zwei Monate Quarantäne für FC-Profis? Heldt: „Wenn es sein muss, können wir das“

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Horst Heldt, Manager des 1. FC Köln.

Köln – Wie kann die Saison beendet werden? Noch hofft man in der Liga auf ein kleines Wunder, dass sich die Situation plötzlich bessert. Sportchef Horst Heldt:  „Die Task Force sucht gerade nach Möglichkeiten, wie man wieder Bundesliga spielen kann. Wir müssen alle Szenarien durchdenken. Da gehören Tests natürlich dazu. Wir wollen ja möglichst viele testen. Aber natürlich haben medizinische Berufsgruppen Vorrang.“

Virologe: Testkapazitäten den wirklich Bedürftigen vorbehalten!

Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut ist da skeptisch:  „Wir ringen ja gerade darum, die Testkapazitäten den wirklich Bedürftigen in den Krankenhäusern und den Pflegeheimen vorzubehalten. Insofern ist das natürlich schon fraglich, ob ein junger gesunder Fußballspieler, weil er eben spielen will, jetzt täglich diese Tests erhalten kann.“

EXPRESS hatte die Möglichkeit von „Corona-Camps“ ins Spiel gebracht: Es geht darum, dass die Bundesliga ein möglichst geschlossenes System bildet, das kaum Kontakt zu Außenstehenden hat, um die Infizierung von Spielern möglichst auszuschließen.

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Die Mannschaften müssten dann wie bei einer Weltmeisterschaft in ihren jeweiligen Städten wohnen und trainieren, dann zu den Geisterspielen aufeinandertreffen. Dann müssten man auch nicht ständig jeden Spieler testen.

Horst Heldt: „Camp-Lösung ist wie ein längeres Trainingslager"

Klar wäre dann allerdings auch: Die Spieler würden in diesen zwei Monaten die Familien nicht sehen, müssten miteinander klarkommen.  Heldt: „Es gibt dieses Szenario, dass man sagt: Man geht in ein Hotel und fährt von dort zu einem Training und zu den Spielen. Das sind allerdings Szenarien für die nahe Zukunft, die durchdacht werden müssen. Aber ich finde nicht, dass man die Spieler jetzt schon im Gespräch damit konfrontieren sollte. Denn unsere große Hoffnung ist, dass  das nicht nötig sein wird."

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Heldt glaubt aber, dass die Profis zu dem Schritt bereit wären, wenn die Existenz des Bundesliga-Betriebs auf dem Spiel stünde: „Je länger es dauert, bis wir spielen können, umso knapper wird es nach hinten raus. Die Camp-Lösung wäre wie ein längeres Trainingslager. Im Sommer gehen sich die Spieler bei uns ja auch nicht schon nach dem vierten Tag an die Gurgel. In der Krise haben wir alle schon einige Grundrechte eingeschränkt bekommen, ich denke das wissen die Spieler.  Es ist nicht das Szenario, das wir uns für unsere Trainer, unseren Stab und unsere Spieler wünschen. wenn es sein muss, dann können wir das.“

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