„Dorn im Auge“FC muss Chaos-Vorbereitung trotzen – Wende oder neuer Werder-Horror?

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Sportchef Horst Heldt (l.), Trainer Markus Gisdol und Neuzugang Marius Wolf peilen den ersten Saisonsieg an.

von Martin Zenge (mze)

Köln – Als sich der ICE 926 am Kölner Hauptbahnhof um 16.24 Uhr endlich in Bewegung gesetzt hatte, dürfte Markus Gisdol (51) erst mal kräftig durchgeschnauft haben.

Der FC-Coach und sein Team erlebten eine Chaos-Vorbereitung auf das so wichtige Auswärtsspiel bei Werder Bremen (Freitag, 20.30 Uhr, DAZN). Mit Corona-Wirrwarr zum Angstgegner!

Unklare Corona-Befunde beim 1. FC Köln vor Spiel bei Werder Bremen

Donnerstag ging es am Geißbockheim aufgrund unklarer Befunde drunter und drüber. Noch in der Nacht, kurz nach 0 Uhr, waren die Profis zum obligatorischen Corona-Test auf dem Klub-Gelände vorgefahren. Dieser muss laut DFL-Statuten am Tag vor einer Bundesliga-Partie stattfinden. Um die Spieler nicht am frühen Morgen aus dem Bett zu scheuchen, hatte sich der FC für die Testrunde nach Mitternacht entschieden.

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Allerdings waren die vom Labor Dr. Wisplinghoff übermittelten Ergebnisse bei gleich mehreren Spielern und Staff-Mitgliedern nicht eindeutig! Sportboss Horst Heldt (51): „Unklar bedeutet weder positiv noch negativ.“

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Horst Heldt am Donnerstag am Geißbockheim

Die Folge: Der Testlauf musste bei den Betroffenen am Donnerstagmittag wiederholt und das Abschlusstraining verschoben werden. Ohne negatives Ergebnis sollte keiner auf den Rasen.

Die Geheimeinheit im Franz-Kremer-Stadion stieg dadurch erst 14.15 Uhr, dauerte nicht mal eine halbe Stunde – und fand ohne Ondrej Duda (25) statt! Denn der Slowake hatte noch immer keinen eindeutigen Corona-Befund.

Ondrej Duda musste 1. FC Köln nach Bremen nachreisen

Duda fuhr nach dem Training zwar am Geißbockheim vor, stieg bei der Abfahrt zum Hauptbahnhof (15.25 Uhr) aber nicht mit in den Teambus.

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Ondrej Duda fuhr Donnerstagnachmittag erst 14.53 Uhr, und damit nach dem Abschlusstraining, am Geißbockheim vor.

Erst 17.20 Uhr konnte der FC verkünden: „In einem zweiten Durchlauf fielen alle Testergebnisse negativ aus.“ Und Duda durfte nachreisen. Aufatmen!

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Abfahrt zum Hauptbahnhof: Dimitrios Limnios auf dem Weg zum Mannschaftsbus

Seine Kollegen hatten am Hauptbahnhof, von wo aus der FC 16.09 Uhr Richtung Bremens starten wollte, derweil das nächste Chaos erlebt. Die Mannschaft war trotz Corona-Strapazen pünktlich, der Zug allerdings nicht. Ein spontaner Gleiswechsel, eine Viertelstunde abwarten wegen polizeilicher Ermittlungen – dann konnte es endlich losgehen.

Dem FC bleibt aber auch nichts erspart…

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Endlich im Zug: Marius Wolf im ICE nach Bremen

Werder Bremen ist Auswärts-Angstgegner des 1. FC Köln

Keine guten Vorzeichen für das Duell an der Weser! Zumal Bremen Kölns Angstgegner ist: Nirgendwo sonst kassierte der FC in seiner Bundesliga-Historie so viele Auswärtspleiten wie bei Werder (29). Das fatale 1:6 zum Abschluss der vergangenen Saison, das Köln unterm Strich rund fünf Millionen Euro an TV-Geldern kostete, war beileibe nicht der einzige Bremen-Trip zum Vergessen – seit der Jahrtausendwende brachte der FC nur einmal einen Sieg aus der Hansestadt mit.

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Werder-Trainer Florian Kohfeldt und der Ex-FC-Star Leonardo Bittencourt (M.) holten am 6. Spieltag der Bundesliga ein 1:1 bei Eintracht Frankfurt.

Gisdol hofft auf Nummer zwei und Revanche für die 1:6-Klatsche: „Das ist ein Dorn im Auge. Bei den Spielern, die dabei waren, ist es noch präsenter. Aber auch die neuen Spieler haben es mitbekommen. Da gibt es noch was zu regeln.“

Sportboss Heldt ergänzt: „Das war sicherlich keine Ruhmes-Leistung. So etwas nervt. Wir haben jetzt die Gelegenheit, es besser zu machen.“

Markus Gisdol: „Wir wollen unseren Weg weitergehen“

Zumal die Verantwortlichen ihr Team nach den Punkten gegen Frankfurt (1:1) und in Stuttgart (1:1) sowie der starken Leistung gegen Bayern (1:2) im Aufwind sehen. Gisdol, der keine Kader-Änderungen vornahm, sagt: „Wir wollen unseren Weg weitergehen, den wir eingeschlagen haben. Dann wird es sich auch in einem guten Ergebnis in Bremen widerspiegeln.“

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Dusan Svento, Anthony Ujah und Kevin Wimmer (v.l.) jubelten am 24. Oktober 2014 über den bislang letzten FC-Sieg in Bremen.

Ein gutes Omen: Den bislang letzten Sieg bei Werder Bremen feierte der FC ebenfalls an einem Freitagabend – ein 1:0 am 24. Oktober 2014 (Torschütze Ujah).

Also Schluss mit der 16-Spiele-Sieglos-Serie, Schluss mit dem Weser-Horror – her mit dem ersten Saison-Dreier! Freitagabend liegt Kölns bis dato letzter Bundesliga-Erfolg (2:1 in Paderborn) genau acht Monate zurück.

Die voraussichtliche Aufstellung des 1. FC Köln: T. Horn – Wolf, Bornauw, Czichos, Katterbach – Skhiri, Özcan – Limnios, Duda, Jakobs – Andersson.