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Wat e Johr Als Anthony Modeste durch Müngersdorf schwebte

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Anthony Modeste auf den Händen der FC-Fans.

Köln – Euro-Euphorie, das Ende der Stöger/Schmadtke-Ära, Abstiegs-Tränen – wat e Johr, FC! Hinter dem 1. FC Köln liegt eines der verrücktesten und emotionalsten Jahre der Vereinsgeschichte.

EXPRESS blickt in einer großen Serie zurück, spricht mit Beteiligten und Fans. Im ersten Teil erzählt ein Sturm-Star vom schönsten Moment seiner Karriere – heute vor einem Jahr, am 20. Mai 2017.

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Anthony Modeste auf Händen durch das Stadion getragen

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Nachdem Anthony Modeste (30) dem 1. FC Köln mit seinen 25 Treffern einen ungeahnten Höhenflug verschafft hatte, schwebte der Torjäger plötzlich selbst durch Müngersdorf.

Gerade hatte sich der FC mit dem Einzug in die Europa League den spektakulärsten Erfolg der jüngeren Vereinsgeschichte gesichert. Und die Fans trugen ihren größten Helden durch das Rhein-Energie-Stadion.

Gefühlt sind diese Szenen bereits Jahre her, dabei sind es genau 365 Tage – damals, als „eines Tages“ heute war. 

Anthony Modeste im Zentrum des Jubels

Der 20. Mai 2017: Mit einem 2:0 gegen Mainz springt Köln am letzten Spieltag auf Platz fünf und qualifiziert sich für den Europapokal. Zehntausende stürmen auf den Platz und liegen sich in den Armen. Im Zentrum des Freudentaumels: Modeste.

Noch heute schwärmt Tony von den Emotionen: „Das war zweifellos der schönste Moment meiner Karriere. Es war, als ob wir Deutscher Meister und Champions-League-Sieger zusammen geworden sind. So etwas gibt es wahrscheinlich wirklich nur in Köln.“

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Anthony Modeste konnte seine Gefühle nicht zurückhalten

Modeste auf den Händen der Fans – dieses Bild wird für immer stellvertretend für die außergewöhnliche Saison stehen: Er erinnert sich: „Das ist einfach passiert. Auf einmal war ich eine Etage höher und wurde durch das Stadion getragen.“

Dann konnte der Angreifer seine Gefühle nicht mehr zurückhalten, die Tränen flossen. Tony weinte vor Glück, wie er heute betont: „Das waren pure Freudentränen.“ Und keine Abschiedsemotionen.

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Anthony Modeste konnte seine Freudentränen nicht zurückhalten.

„Zu dem Zeitpunkt stand auch noch überhaupt nicht genau fest, wie und wo es für mich weitergeht. Und selbst wenn, hätte das in dem Moment ganz sicher keinen Platz in meinem Kopf gehabt.“

Anthony Modeste saß auf der Pressekonferenz in der ersten Reihe

Nach der Party auf dem Rasen zogen die Spieler weiter in die Katakomben, bei der Pressekonferenz nahm Modeste mit Kölsch bewaffnet in der ersten Reihe Platz.

Trainer Peter Stöger ahnte schon, was ihm gleich blühen würde und scherzte: „Ich mach dich weiß!“

Später gab der Ex-Trainer zu, sich im Moment seines größten FC-Erfolgs leer gefühlt zu haben. Stöger entzog sich der Euphorie zeitweise, wirkte in sich gekehrt. Auch wenn die Mannschaft das an jenem Tag nicht so empfunden hat.

Gefühle waren bei Fans und Mannschaft nah beieinander

Modeste erzählt, Stöger sei „ebenfalls sehr emotional und berührt“ gewesen. „Ich glaube, an dem Tag waren die Gefühle bei der Mannschaft und den Fans ganz nah beieinander.“

Den Kölner Absturz hat der Stürmer nach seinem Wechsel in die Chinese Super League zu Tianjin Quanjian aus Fernost beobachtet. Ob der sechste Abstieg mit ihm zu verhindern gewesen wäre?

„Die Frage stellt sich für mich überhaupt nicht. Ich habe in den beiden Saisons beim FC einen guten Lauf gehabt und viele Tore geschossen. Dazu muss einfach eine Menge stimmen und es gibt keine Garantie, dass es immer so weitergeht.“

Für Anthony Modeste herrscht in Köln die richtige Mentalität

Dass die Fans nach der Horror-Saison  mit der Mannschaft „durch et Füer“ gehen, ist für Modeste typisch FC! „Ich glaube, dass die Mentalität der Kölner genau die richtige ist. Ja, der FC ist  abgestiegen, aber ab dem Moment, wo das feststand, denken alle sofort an den Wiederaufstieg. Das ist einfach Köln.“

Seine Nachfolger sollen den Klub nun zur schnellen Bundesliga-Rückkehr schießen. Tony sagt: „Das ist mein großer Wunsch – und die Wahrscheinlichkeit ist mit dem wirklich guten Kader sehr hoch. Ja, ich glaube, dass der FC direkt wieder aufsteigt.“

Jonas Hectors und Timo Horns Verbleib ist für Modeste keine Überraschung

Die Treuebekenntnisse von Stars wie Jonas Hector und Timo Horn sind auch für den 30-Jährigen außergewöhnlich: „Wer die beiden persönlich kennt und weiß, wie wohl Sie sich in Köln und beim FC fühlen, ist nicht wirklich überrascht.Dennoch ist es vor allem von Jonas eine bemerkenswerte Entscheidung. Als  Nationalspieler in die 2. Liga zu gehen ist einfach ein Statement.“

Mit Neu-Trainer Markus Anfang wollen Hector, Horn und Co. ein neues Erfolgsmärchen schreiben, das dem FC irgendwann wieder einen Feiertag wie den 20. Mai 2017 verschafft. Modeste würde es freuen – auch wenn dann vielleicht jemand anders auf Händen durch Müngersdorf getragen wird.

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