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Timo Horn über das Liga-Finale „Für den FC gehe ich in die Corona-Quarantäne!“

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Timo Horn will seinem Klub auch in der spielfreien Zeit helfen.

Köln – Im Tor des 1. FC Köln ist Timo Horn (26) eine Institution. Auch für den in Köln geborenen Keeper ist die Corona-Krise eine besondere Herausforderung. Im Gespräch mit dem FC-Podcast machte er aus seinen Sorgen keinen Hehl und zeigt in den schweren Zeiten Bereitschaft zum Verzicht.

Timo Horn: „Situation nimmt mich mit“

Der FC-Keeper geht offen damit um: Auch er tat sich schwer mit den Einschränkungen in den Alltag. „Es ist natürlich ein erheblicher Eingriff in den normalen Alltag. Ich kriege aus meinem Umfeld mit, wie hart die Situation manche getroffen hat. Einige haben ihre Jobs verloren oder mussten erhebliche Einbußen hinnehmen. Es ist schon sehr schwierig, das nimmt mich auch mit“, sagt Horn.

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„Bei mir persönlich ist es so, dass meine Frau froh ist, dass unser Training wieder angefangen hat. Sie hat gemerkt, dass mir zuhause der Ausgleich gefehlt hat. Für ein paar Tage kriegt man das sicher hin, aber dann scharrt man schon wieder mit den Hufen und möchte auf den Trainingsplatz. Ich bin froh, dass wir wenigstens das wieder machen können.“

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Timo Horn will sich von Corona nicht verrückt machen lassen 

In der Freizeit hängt er sich allerdings nicht ständig an einen „Corona-Ticker“: „Ich hoffe, dass sich bald wieder alles normalisiert, daher schaue ich schon ab und zu mal rein. Wenn ich ununterbrochen Nachrichten lesen würde, wäre das eine ziemliche Belastung. Die letzten Tage machen mir Hoffnung. Ich hoffe, dass bald wieder alles behutsam hochgefahren wird.“

Auf dem Trainingsplatz kann er sich davon am besten ablenken und auf andere Gedanken kommen. „Es ist für mich eine große Abwechslung, auf dem Platz zu stehen. Während des Trainings blende ich die gesamten Corona-Themen aus, das tut sehr gut. Ich freue mich riesig, dass wir wieder im Training sind, auch wenn es doch noch arg eingeschränkt ist.“

Die Einheiten mit Torwarttrainer Andreas Menger unterscheiden sich allerdings kaum vom „normalen“ Trainingsalltag, wie er den FC-Podcastern Guido Ostrowski (Radio Köln) und Alexander Haubrichs (Express) verrät: „Ich als Keeper habe da sicherlich einen Vorteil, da wir das Torwarttraining eigentlich wie immer gestalten können.“

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Timo Horn ist froh, dass er im Training wieder im Tor stehen darf.

Jetzt, wo es endlich mit dem 9. Mai ein konkretes Startdatum gibt, wird vieles einfacher. „Als Profisportler braucht man etwas, auf das man sich konkret vorbereitet. Ich bin ein Freund davon, wenn klare Ansagen kommen und wir ein Ziel vor Augen haben. Ich glaube, da geht es vielen Menschen – auch außerhalb des Fußballs- gerade ähnlich. Wir alle brauchen etwas, woran wir uns hochziehen können. Es ist auch für die Trainer schwieriger, das Training so zu gestalten, dass man topfit ist, wenn es wieder losgeht. Da muss man schon drauf achten, dass man das Training richtig dosiert. Wir wollen jedenfalls voll da sein, wenn es losgeht.“

Timo Horn: „Es kann auch Rückschläge geben“

Bis dahin hofft er, dass sich alle an die Regeln halten und die Fortschritte bei der Bekämpfung des Coronavirus weitergehen. „Ich bin recht optimistisch, weil es offensichtlich konkret wird. Wir müssen natürlich vorsichtig mit Prognosen sein, da es schnell auch wieder Rückschläge geben könnte. Ich hoffe, dass dann auch bald wieder Zuschauer im Stadion erlaubt sind. Die Unterstützung wird uns als Spielern in den nächsten Wochen doch sehr fehlen.“

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Teile der Anhängerschaft sehen die Wiederaufnahme des Spielbetriebs allerdings kritisch. Horn: „Ich denke, jeder darf bei diesem Thema seine eigene Meinung haben. Es hat so eine Situation noch nie gegeben, deshalb kann eigentlich niemand sagen, was richtig oder falsch ist. Ich kann die Kritik nachvollziehen, aber Fakt ist auch, dass es ist für viele Vereine überlebenswichtig ist, dass die Saison zu Ende gespielt wird. Ich denke der Fußball hat einen hohen gesellschaftlichen Wert. Es würden sich viele Menschen freuen, wenn es wieder losgehen und für etwas Abwechslung im Alltag sorgen würde.“  

„Würde alles tun, um dem 1. FC Köln zu helfen“

Damit das klappt und der FC wirtschaftlich überlebt, wäre Timo Horn auch zu drastischen Schritten bereit. Die in Italien und England nun konkret diskutierte Quartier-Lösung, mit Quarantäne-Camps für die Mannschaften, schließt er dabei auch nicht aus. „Ich kann nur für mich sprechen. Ich weiß, wie wichtig die Wiederaufnahme der Bundesliga für den FC wäre. Mir wäre daher jedes Mittel recht, um den FC zu retten. Wenn es nur dieses Szenario geben würde, damit es weitergeht, würde ich das sofort machen und eine wochenlange Isolation in Kauf nehmen.“

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Timo Horn und seine Kollegen beim 1. FC Köln müssen während der Corona-Zeit auf die Zähne beißen.

Der Gehaltsverzicht war ohnehin „selbstverständlich. Viele Leute wissen gar nicht, wie viele Mitarbeiter am FC hängen. Es gibt eine Menge Leute die großes für den Klub leisten und auf ihr Geld angewiesen sind. Da war es für mich ab der ersten Minute klar, dass ich meinen Beitrag dazu leisten möchte. Es ist eine Situation, in der wir alle für das Allgemeinwohl verzichten müssen.“

Timo Horn erwartet grundlegende Veränderungen im Fußball

Horn erwartet auch, dass sich im Fußball durch das Virus einiges ändern wird. „Ich kann mir gut vorstellen, dass es Mega-Transfers, wie sie in den letzten Jahren getätigt wurden, nicht mehr geben wird. Die Summen jenseits von Gut und Böse sind Geschichte. Diese Summen werden sich nur noch absolute Topvereine leisten können. Die breite Masse wird da ein gutes Stück abfallen. Ich kann mir einige Szenarien für die Zukunft vorstellen. Einige Vereine werden sicher auch versuchen, Investoren zu gewinnen, um diese Krise zu überstehen.

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