Drittliga-Meister, kein Profi-Spiel Neuer TSG-Coach gibt Debüt gegen den FC

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Sebastian Hoeneß (Mitte) gewann mit Bayern II die Meisterschaft in der Dritten Liga. Jetzt ist er Bundesliga-Trainer bei der TSG Hoffenheim.

Köln/Sinsheim – An der Seitenlinie der TSG Hoffenheim sitzt seit dieser Saison ein prominenter Name: Hoeneß. Aber nicht Ex-Bayern-Präsident Uli (68) oder Ex-Hertha-Manager Dieter (67), sondern Sebastian (38). Dieters Sohn und Ulis Neffe.

Sebastian Hoeneß war bei der TSG Hoffenheim die „Wunschlösung“

Für den 38-Jährigen ist die TSG die erste Station in der Bundesliga, am Samstag feiert er beim Auswärtsspiel beim 1. FC Köln (15.30 Uhr, Sky) sein Debüt in Deutschlands Oberhaus. In der vergangenen Saison gewann er mit der zweiten Mannschaft des FC Bayern die Meisterschaft in der 3. Liga, was ihn für andere Klubs interessant machte.

Noch nie zuvor wurde eine Zweitvertretung eines Klubs Meister in der Dritten Liga, zudem waren die kleinen Bayern noch Aufsteiger.

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Diese Erfolgsgeschichte hat der junge Hoeneß aber hinter sich, seine neue Aufgabe heißt jetzt Bundesliga. Hoffenheim setzt künftig auf Hoeneß. „Die Arbeit bei der TSG Hoffenheim ist eine große Herausforderung, auf die ich mich enorm freue. Die grundsätzliche Philosophie des Klubs ist identisch mit meiner Idee von Fußball – offensiv, mutig, flexibel und immer aktiv“, sagte Hoeneß kurz vor seinem Amtsantritt.

Für den 38-Jährigen gab es nach der starken Saison mit Bayern II Lob von allen Seiten. TSG-Sportchef Alexander Rosen (41) bezeichnete Hoeneß als „Wunschlösung“, deren „Auffassung von Fußball hervorragend zur Philosophie und Strategie der TSG passt“.

Lothar Matthäus über Sebastian Hoeneß: „Ich kenne Sebastian, er ist sehr ehrgeizig“

Lobeshymnen bekam er auch von Bayern-Trainer Hansi Flick (55): „Dass er sich Gedanken macht und sein Ziel die Bundesliga ist, das haben wir alle gewusst und auch erahnt. Das ist ganz natürlich“, sagte Flick über Hoeneß: „Er ist noch ein junger Trainer, hat aber hier schon einige Fußspuren hinterlassen und sehr erfolgreich gearbeitet.“ Zuvor hatte bereits Flicks Assistent Hermann Gerland (66) Hoeneß als „großes Trainer-Talent“ gepriesen.

Ebenfalls angetan von Hoeneß‘ Arbeit ist Lothar Matthäus (59), der allerdings auch auf die Euphoriebremse tritt. „Ich kenne Sebastian, er ist sehr ehrgeizig. Das zeichnet die Familie Hoeneß ja unter anderem aus“, sagte der Sky-Experte der „Bild“. Den Sprung von der Dritten in die Bundesliga müsse der junge Trainer aber auch erst einmal meistern: „Das wird nicht einfach, zumal der Name Hoeneß Druck erzeugt.“

Sebastian Hoeneß: „Druck erstmal größer als bei anderen Trainern“

Um diese Wirkung seines prominenten Nachnamens und damit verbundene Erwartungen ist sich Sebastian Hoeneß aber auch durchaus bewusst. „Ich weiß, dass der Nachname polarisiert, insbesondere in Verbindung mit Bayern München“, sagte er im vergangenen November der „Süddeutschen Zeitung“: „Ich weiß, dass der Druck bei mir erstmal größer ist als vielleicht bei anderen Trainern.“

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Hoeneß ist im Kraichgau ein alter Bekannter. In der Saison 2006/07 spielte er für die zweite Mannschaft der Hoffenheimer. Seine Sporen als Trainer verdiente Hoeneß, der seine Spielerkarriere schon im Alter von 28 Jahren beendet hatte, aber woanders.

Er hospitierte bei Pep Guardiola (49), Thomas Tuchel (47) und Huub Stevens (66), arbeitete in der Jugend von RB Leipzig und coachte die U19 der Bayern – auch wenn Onkel Uli „nicht angetan“ von der Idee war, wie Sebastian Hoeneß erzählte. Zur Saison 2019/20 übernahm er aber sogar die zweite Mannschaft der Münchner. Mit berauschendem Erfolg, der ihm nun die Tür zur Bundesliga öffnete. (sid/tsc)

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