„Extrem unter Druck“ Wolf über FC-Finanzen & Transfers – macht Cadiz bei Meré Ernst?

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Die Kölner Führungsriege um Präsident Werner Wolf (r.) beim Heimspiel gegen Hertha am 16. Januar: Vize Eckhard Sauren, Lizenzspieler-Leiter Lukas Berg, Finanzboss Alexander Wehrle sowie Vorstandsberater Erich Rutemöller (v.r.)

Köln – Der 1. FC Köln steht mit dem Rücken zur Wand. Sportlich wie finanziell. Präsident Werner Wolf (64) spricht vor dem Heimspiel gegen Arminia Bielefeld (Sonntag, 31. Januar, 15.30 Uhr) darüber, wie sich der Bundesliga-16. seine Winter-Neuzugänge leisten konnte und was ein Abstieg für den Klub bedeuten würde.

  • Werner Wolf meldet sich zu Wort
  • Der Präsident des 1. FC Köln erklärt die Verpflichtungen von Emmanuel Dennis und Max Meyer
  • Wolf über die FC-Finanzen: „Stehen extrem unter Druck“

Werner Wolf über Transfers von Emmanuel Dennis und Max Meyer

Nachdem Sportboss Horst Heldt (51) und sein Team wochenlang mit Hochdruck nach Offensiv-Verstärkungen gefahndet hatte, ging in dieser Woche alles ganz schnell. Montag wurde der Leih-Deal mit Brügge-Stürmer Emmanuel Dennis (23) eingetütet, Mittwoch folgte der vereinslose Max Meyer (25).

FC-Präsident Wolf erzählt im Interview mit der Kölnischen Rundschau: „Es ist bekannt, dass wir im Angriff ein Problem haben. Gemeinsam mit der Geschäftsführung haben wir deshalb entschieden, etwas zu machen. Und dann haben wir den Rahmen definiert, den wir stemmen können.“

Das Scouting habe einige „attraktive und bezahlbare Kandidaten“ gefunden – letztlich schlug Köln bei Dennis zu. Meyers Verpflichtung wiederum habe sich quasi über Nacht ergeben, da sowohl Heldt als auch Trainer Markus Gisdol (51) den Mittelfeld-Regisseur aus ihrer Schalker Zeit bestens kennen.

Werner Wolf über Finanzen des 1. FC Köln

Für den vierfachen Nationalspieler werden bis Saisonende 250.000 Euro fällig, für Dennis eine knapp siebenstellige Summe – falls der Klassenerhalt gelingt, sonst entfällt die Leihgebühr und die Kosten für das Engagement des Nigerianers bleiben unter der Millionen-Grenze.

Die Finanzierung der Transfers sei laut Wolf „sehr schwer“ gewesen: „Letztendlich ist es ein Abwägen von Chancen und Risiken. Der FC steht finanziell extrem unter Druck. Uns fehlt durch die Pandemie knapp ein Drittel unseres normalen Umsatzes, der bei 120 bis 130 Millionen Euro liegt. Das finanziell schwierigste Szenario wäre aber ein Abstieg. Deshalb haben wir eine Summe für neue Spieler zur Verfügung gestellt.“

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FC-Präsident Werner Wolf (r.) und Sportchef Horst Heldt am 20. August 2020 im Sommer-Trainingslager in Donaueschingen

Aber wie? „Wir haben uns kein zusätzliches Geld geliehen und wir haben auch nicht auf einen Viertelfinaleinzug im DFB-Pokal gewettet. Wir haben zum Beispiel die Verträge mit Sörensen und Clemens aufgelöst und konnten bei den Punktprämien etwas einsparen.“

Der FC konnte sich die Neuen also auch aufgrund der eigenen Erfolgslosigkeit leisten…

Abstieg des 1. FC Köln „kein finanzielles Desaster“

Trotz der finanziell angespannten Situation sei der Klub laut Wolf „guten Mutes, die nächsten zwei Spielzeiten finanzieren zu können.“ Auch, wenn der FC zum siebten Mal in seiner Historie den bitteren Gang in die 2. Bundesliga antreten müsste. „Er (der Abstieg, Anm. d. Red.) wäre kein finanzielles Desaster. Wir sind bei den Spielergehältern und bei der Stadionpacht so aufgestellt, dass die Kosten auf Zweitliga-Niveau angepasst werden. Mittelfristig würden wir sicher erhebliche Einbußen bei den TV-Geldern hinnehmen müssen. Wir würden einen Abstieg finanziell aber verkraften.“

Fraglich ist allerdings, ob Köln wie nach dem Absturz 2018 sofort die Mission Wiederaufstieg angehen könnte. „Wir würden sicher einige unserer Leistungsträger verlieren. Nach dem Abstieg 2018 ist für das Unternehmen direkter Wiederaufstieg ein zweistelliger Millionenbetrag als Verlust einkalkuliert worden. Unter dieser Belastung leiden wir heute noch. So etwas können wir nicht nochmal machen.“

Weitere Winter-Neuzugänge bis Montag hält Wolf für „unwahrscheinlich“. Auf der Abgabenseite gibt es Gespräche, „aber die haben eher losen Charakter.“

Macht der FC Cadiz bei Jorge Meré Ernst?

Einer der Wechsel-Kandidaten ist Jorge Meré (23). Laut übereinstimmenden spanischen Berichten bastelt der FC Cadiz weiter an einer Winter-Verpflichtung des U21-Europameisters von 2019. Zunächst hieß es, der Erstliga-Aufsteiger müsse selbst noch einige Spieler loswerden, bevor man auf dem Transfermarkt tätig werden könne – doch diese Abgänge sollen nun unmittelbar bevorstehen.

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Jorge Meré (r.) und Marius Wolf beim FC-Heimspiel gegen den FC Augsburg am 2. Januar

Einen Neuzugang abseits des Platzes wird es am Geißbockheim in dieser Saison definitiv noch geben: Der FC hat einen Nachfolger für Mediendirektor Tobias Kaufmann (44), der im August 2020 auf Anordnung des Vorstandes und gegen den Willen der Geschäftsführer gefeuert worden war, gefunden.

„Ja, der Arbeitsvertrag ist unterschrieben. Nur der Zeitpunkt, wann er anfängt, ist noch in der Abstimmung“, bestätigt Wolf. (mze)

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