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FC-Präsident bricht sein Schweigen Herr Wolf, gehen beim Abstieg die Lichter aus?

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FC-Präsident Werner Wolf Ende Oktober 2020 auf der Tribüne beim Spiel gegen die Bayern.

Köln – Unwetter-Warnung beim 1. FC Köln: Sportlich gelang seit acht Monaten kein Sieg, die Darbietungen sind mehr als dürftig, die Zweifel an der sportlichen Leitung, Trainer Markus Gisdol und dem Team wachsen. Wirtschaftlich reißt die Corona-Krise immer größere Löcher in den Etat.

Und was macht der Vorstand des FC? Der bleibt weitgehend unsichtbar. Zumindest für die Außenstehenden.

Bis jetzt! EXPRESS sprach exklusiv mit Präsident Werner Wolf (64) über die Situation im Sport, die Verantwortlichkeiten der Geschäftsführung – und die mangelnde Präsenz der Bosse. Der Präsident als der große Unsichtbare? „Ich bin auf der Brücke und arbeite konzentriert“, sagt Wolf. „Wir arbeiten weiter daran, den FC dauerhaft in der Bundesliga zu etablieren.“

FC-Präsident Werner Wolf im EXPRESS-Interview

Der 1. FC Köln ist sportlich und wirtschaftlich in schwerer See. Wo steht der Klub mitten in der Corona-Krise?

Die Krise belastet uns alle, aber wir müssen die Situation nehmen, wie sie ist. Sportlich fehlen uns vor allem die Fans. Sie sind beim FC das Salz in der Suppe. Mit dem Kader sind wir zufrieden, was Stimmung und Leistungsbereitschaft angeht. Allerdings brauchen wir bessere Ergebnisse. Wir wollen schließlich das Ziel Klassenerhalt erreichen. Trainer und Mannschaft arbeiten hart daran, um die Probleme zu lösen. Finanziell sind wir in einer angespannten Situation. Wir hatten ohnehin konservativ geplant, was die Zuschauereinnahmen angeht. Aber es kommt derzeit noch schlimmer.

Gehen bei einem Abstieg in Köln die Lichter aus?

Die Kosten würden bei einem Abstieg entsprechend nach unten gehen, von daher muss niemand Angst haben, dass hier die Lichter ausgehen. Aber ein Abstieg ist teuer und es ist immer die Frage, wie schnell schaffst du es wieder hoch? Man sieht das unter anderem beim Hamburger SV, wie schwer das ist. Deswegen kämpfen wir aktuell sehr hart um den Verbleib in der 1. Liga. Hierfür tun wir alles, was möglich ist.

Als Präsident sind Sie der Kapitän, der den Verein durch diese schwere See führen muss. Aber für manchen Außenstehenden sind Sie derzeit vor allem eins: der große Unsichtbare. Können Sie die Kritik nachvollziehen?

Ich kann das an dem ein oder anderen Punkt nachvollziehen. Aber meine Aufgabe ist es als Präsident, den Verein bestmöglich durch die Krise zu führen. Dafür muss ich nicht jeden Tag öffentlich auftreten. Vieles muss besprochen werden, auch vertraulich. Ich will, dass Ruhe einkehrt. Ein Kapitän in schwerer See steht auf der Brücke und arbeitet konzentriert. Er steht nicht an der Reling und gibt Interviews. Wir als Vorstand sind seit Monaten jeden Tag für den FC unterwegs. Es gilt Gespräche zu führen mit Fans und Mitgliedern, Mitarbeiter und Banken, Altinternationalen und Journalisten. Wir arbeiten an Lösungen in gemeinschaftlicher Zusammenarbeit.

Die Geschäftsführer Alexander Wehrle und Horst Heldt wirken in der Krise als Planer, Lenker und Kommunikatoren – während der Vorstand kein Profil hat. Ist das gewollt?

Fußball ist ein Teamsport. Wir führen den FC gemeinsam als Team. Die Geschäftsführung ist für das tägliche operative Geschäft verantwortlich und entsprechend gibt sie auch dazu Auskunft. Wir haben ein bisschen Zeit gebraucht, um zusammenzufinden. Das ist als neues Team auch normal. Aber es läuft seit einem halben Jahr gut, auch mit den Gremien. Die wesentlichen Themen werden zwischen Vorstand und Geschäftsführung diskutiert und gemeinsam entschieden.

Was heißt verantwortlich? Kürzlich hieß es doch in einer Presseerklärung des Vorstands, dass beispielsweise Finanz-Geschäftsführer Alexander Wehrle „in keinster Weise für die finanzielle Situation des Unternehmens verantwortlich ist“.

Natürlich ist der Finanzgeschäftsführer für die finanzielle Situation verantwortlich. Doch die Corona-bedingten Mindereinnahmen konnte keiner von uns im Vorfeld antizipieren. Was betont werden sollte, war, dass alle wesentlichen Entscheidungen in den Gremien gemeinsam getroffen werden. Der Gemeinsame Ausschuss ist sowohl im wirtschaftlichen als auch im sportlichen Bereich für die großen strategischen Entscheidungen zuständig. Die Geschäftsführung handelt nicht im freien Raum.

Also kann Horst Heldt sich auch nicht zurücklehnen und sagen: Wenn der eine nicht für die Finanzen verantwortlich ist, dann bin ich auch nicht verantwortlich für das, was sportlich rauskommt?

(lacht) Natürlich nicht. Und hat er auch nicht. Die Geschäftsführer sind für das tägliche operative Geschäft zu hundert Prozent verantwortlich.

Werner Wolf: Markus Gisdol ist richtiger Trainer für 1. FC Köln

Blickt man auf das Sportliche, dann wird es ziemlich mau. Nur drei Punkte in der Tabelle, Platz 16. Ist Markus Gisdol noch der richtige Trainer für den 1. FC Köln? 

Ja, das ist er.

Aber der FC wartet unter Gisdol seit acht Monaten auf einen Bundesliga-Sieg…

Horst Heldt begleitet die tägliche Trainings-Arbeit von Gisdol. Er beobachtet seinen Umgang mit der Mannschaft und seine interne Wirkung. Heldt ist absolut überzeugt von ihm. Und diese Einschätzung teilen sowohl Vorstand als auch Geschäftsführung.

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Allerdings wurde in den letzten Wochen das enge Verhältnis zwischen Gisdol und Heldt öffentlich. Sie sind Nachbarn, man kocht gemeinsam, schaut Fußball, die Familien sind befreundet. Kann das zum Problem bei der Beurteilung der Trainer-Leistung werden?

Nein, da sehe ich überhaupt kein Problem. Im Gegenteil, es ist doch gut für die Zusammenarbeit, wenn die beiden sich privat verstehen. Auch ist Heldt professionell genug, um das Private vom Beruflichen zu trennen. Und schließlich: Die Trainerfrage entscheidet Horst Heldt nicht allein, sondern die FC-Verantwortlichen gemeinsam.

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