Kiel-Joker trifft nach 19 Sekunden! Blitz-Lorenz schockt den 1. FC Köln

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Kiels Abwehrspieler Simon Lorenz (19) erzielt das 0:1 im Relegationshinspiel am 26. Mai 2021 beim 1. FC Köln.

Köln – Leere Gesichter beim 1. FC Köln, große Hoffnung bei Underdog Holstein Kiel. Die haushoch favorisierten Kölner verpassten eine gute Ausgangsposition vor dem Rückspiel am Samstag (29. Mai 2021, 18 Uhr), unterlagen dem Zweitliga-Dritten mit 0:1. Der Abstieg für das Team von Friedhelm Funkel nimmt Konturen an.

  • Holstein Kiel besiegt ersatzgeschwächt den 1. FC Köln
  • FC mit  „Stürmer“ Jonas Hector ohne Durchschlagskraft
  • Rückspiel am Samstag in Kiel

Ein 19 Sekunden-Joker schockt den 1. FC Köln: Simon Lorenz entschied die Partie für Holstein Kiel, die Störche haben zur Halbzeit der Relegation mit dem Sieg und dem Auswärtstor nun alle Trümpfe in der eigenen Hand.

1. FC Köln startet hochmotiviert in die Partie

Dabei war der FC der klare Favorit und wollte das Momentum nutzen. Die Musik vor Anpfiff sollte ebenfalls aufputschen. Survivors „Eye of the tiger“, Eminems „Lose yourself“ – der DJ griff tief in die Motivationskiste. Die Zuversicht bei Sportchef Horst Heldt war groß: „Wir haben gegen Schalke sehr cool gespielt und gleichzeitig bestimmend, das müssen wir heute auch. Wir müssen von Beginn an Gas geben. Gleich wird sich zeigen, wer unbedingt aufsteigen oder in der Liga bleiben will. Ich bin überzeugt, dass wir es schaffen.“

FC-Coach Friedhelm Funkel gab vor der Partie den Plan aus: „Wir dürfen nicht übereifrig werden, müssen immer eine Absicherung und eine gute Staffelung haben. Dann müssen wir unsere individuelle Klasse, gerade auf den Flügeln, nutzen.“

Doch leider taten sie das nicht. Der FC begann zwar stark, Marius Wolf machte immer wieder Druck und Jonas Hector kämpfte um jeden Meter. Doch es fehlte vorne ein Abnehmer, wie eigentlich schon in der kompletten Saison, Ergebnis einer verfehlten Kaderplanung.

Zwar schien der FC nach einer halben Stunde die Partie in den Griff zu bekommen. Vor allem Hector trieb die Geißböcke unermüdlich voran. Nach einer Hereingabe von Katterbach hätte der Kapitän beinahe Kiel-Keeper Ioannis Gelios zu einem fatalen Fehler gezwungen, doch Schiri Felix Zwayer pfiff den Zweikampf im Strafraum ab. Funkel: „Über diesen Pfiff kann man sich streiten.“

Der FC drückte weiter – doch auch Ondrej Duda und Marius Wolf wollte vor dem Wechsel kein Tor gelingen.

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Ondrej Duda (1. FC Köln) legt den Ball an Kiels Aleksandar Ignjovski vorbei beim Relegations-Hinspiel am 26. Mai in Köln.

Kiels Joker Simon Lorenz traf Sekunden nach der Einwechslung

Es kam noch dicker: Nach 58 Minuten flog ein Eckball in den Kölner Strafraum, Jae Sung Lee gewann das Kopfballduell gegen Ismail Jakobs und in der Mitte übersprang Simon Lorenz Kölns Kapitän Jonas Hector und köpfte 19 Sekunden nach seiner Einwechslung zur Kieler Führung ein. „Ich habe es noch gar nicht realisiert. Normal ist Köln ganz gut bei Standards, in der Situation waren wir besser“, grinste Lorenz, den Wolf aus den Augen verloren hatte.

„Der Ball in die Mitte, der darf nicht passieren“, zürnte Coach Funkel mit Ismail Jakobs, der das entscheidende Duell gegen Lee verlor. „Wir haben genau vor diesem langen Ball bei Eckbällen gewarnt.“

Der 1. FC Köln völlig geschockt, die Überzeugung wie weggeblasen, Skhiri vergab die größte Gelegenheit, schoss Keeper Gelius in die Arme. Die Wahrheit aber war: Kiel hatte jetzt die klareren Aktionen, Janni Serra köpfte in der 77. Minute an die Latte. Horn wäre ohne Chance gewesen, doch die Vorentscheidung in dieser Relegation blieb zum Glück aus.

Köln drängte auf den Ausgleich, schmiss alles rein, was offensiv auf der Bank saß. Ausgerechnet Sebastian Andersson, der nur im Notfall spielen sollte und ein Schatten seiner selbst bleibt, hatte in der 84. Minute noch mal den Ausgleich auf dem Fuß, wurde zwei Meter vorm Kasten abgeblockt.

Kiel-Coach Ole Werner: „Es wird weiter heiß bleiben!“

„Es war klar, dass das Spiel in der zweiten Hälfte Fahrt aufnimmt. Wir haben mit Leidenschaft verteidigt und die eine Chance genutzt. Wir sind mit diesem Spiel natürlich zufrieden“, sagte Störche-Coach Ole Werner. „Es wird weiter heiß bleiben, wir wissen um die Schwere der Aufgabe und werden bis zum Ende alles geben.“

Kölns Coach Funkel aber gab sich auch kämpferisch: „Wir haben die Mittel und die Qualität, um in Kiel zu gewinnen. Wir geben sicher nicht auf! Es ist erst Halbzeit. Die Entscheidung wird in Kiel fallen.“

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