Der FC und die Lehren aus der Bayern-Pleite Keine Zeit für Selbstzufriedenheit

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Zwei Lichtblicke beim 1. FC Köln: Dominick Drexler (l.) und Ismail Jakobs lieferten gegen Bayern München eine starke Leistung ab.

Köln – Der Trainer war voll des Lobes über die Mannschaftsleistung, auch viele Fans stimmte der Auftritt gegen Bayern München versöhnlich. Sie sahen eine Bestätigung für den Aufwärtstrend der vergangenen beiden Wochen mit zwei Punkten aus zwei Spielen. Doch für Schulterklopfen und Selbstzufriedenheit besteht kein Anlass, sagt unser Autor in seinem Kommentar.

Die befürchtete Klatsche ist ausgeblieben, im Gegenteil: Der 1. FC Köln zog sich gegen Rekordmeister Bayern München beim 1:2 ganz achtbar aus der Affäre, weil der Branchenkrösus allzu sehr auf Ergebnisverwalten spielte. Am Ende wäre sogar um ein Haar noch ein Punkt drin gewesen.

1:2 gegen Bayern für den 1. FC Köln fast ein halber Punktgewinn

Vergleicht man das mit dem 0:8 des FC Schalke gegen den Meister, ist das Ergebnis mit Blick auf das Torverhältnis sogar fast ein halber Punktgewinn. Zumindest wollte Manager Horst Heldt (50) auf EXPRESS-Nachfrage die These nicht von der Hand weisen.

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Manager Horst Heldt (1. FC Köln) ordnete die Niederlage am Sonntag am Geißbockheim ein.

Entsprechend erleichtert und zufrieden wirkte auch Trainer Markus Gisdol (51) nach der Partie, der Coach sprach seiner Mannschaft sogar ein dickes Lob für die Einsatzbereitschaft aus. Schließlich war sein Team in fast allen Statistiken vorne, aber in der entscheidenden nicht: Die Bayern, unter Trainer Hansi Flick in Köln nur auf den Arbeitssieg aus, schossen ein Tor mehr.

Dominick Drexler fordert den Blick auf Werder Bremen zu richten

So war es ganz wohltuend, dass mit Dominick Drexler (30) zumindest ein Profi nicht in den Chor der fast euphorischen Verlierer einstimmte, sondern die Lustlosigkeit des Gegners zur Kenntnis nahm und bekannte, für das gute Spiel „könne man sich nichts kaufen. Wir täten gut daran, das schnell abzuhaken und den Fokus auf Bremen zu richten.“

In der Tat: Mit dem Klopfen auf die eigene Schulter sollte schnell Schluss sein, denn das wirklich wichtige Spiel wartet am nächsten Freitag. Da fährt der FC an den Osterdeich. Gelingt da wieder kein Sieg, wäre man 17 Spiele, also quasi eine ganze Halbserie, ohne Erfolgserlebnis. Irgendwann verliert da auch der Letzte den Glauben, dass in dieser Kombination Spiele gewonnen werden können. Zudem treffen Mainz und Schalke aufeinander, das Abrutschen auf einen direkten Abstiegsplatz droht. So forderte Sportchef Heldt zurecht, dass die Leistung gegen Bayern künftig der Maßstab für die FC-Profis sein soll.

1:6 in Bremen der Tiefpunkt für den 1. FC Köln

Aber noch aus einem anderen Grund ist ein Sieg fast Pflicht: Bremen war in der Vorsaison der grausame Abschluss einer Reihe von lausigen Leistungen nach der Corona-Pause. Beim 1:6 verspielten die Profis nicht nur rund fünf Millionen Euro Einnahmen, sondern fügten auch dem guten Ruf des FC einen schweren Schaden zu, schließlich kam Werder gegen wehrlose Kölner noch in die Relegation und rettete sich. Dass sich Anthony Modeste (32) von Werder-Fans damals feiern ließ, war dann der Gipfel einer oberpeinlichen Vorstellung.

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Also: Das Selbstvertrauen mitnehmen genauso wie die Konzentration, die man gegen Bayern über weite Strecken der Partie an den Tag legte und genau da weitermachen. Das 1:6 in Bremen war der Tiefpunkt der Erfolglos-Serie. Bei Werder sollte sie auch ihr Ende finden.

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