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„Immer mein Traum“ FC-Star Cordoba über seine Köln-Zukunft und die Nationalelf

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FC-Torjäger Jhon Cordoba ist froh, dass er nach der Corona-Pause wieder an den Ball darf.

Köln – Er ist so etwas wie die Lebensversicherung des 1. FC Köln. Jhon Cordoba (26/zehn Saisontreffer) war in der Form seines Lebens, ehe die Corona-Krise die Bundesliga zum Erliegen brachte. Im EXPRESS spricht der FC-Torjäger über die zähe Pause, die Sehnsucht nach dem Bundesliga-Neustart und seine Köln-Zukunft.

Jhon, der FC ist seit Montag wieder im Mannschaftstraining. Sind Sie froh darüber?
Es war ein ganz tolles Gefühl, endlich wieder auf dem Platz zu stehen. Das habe ich vermisst. Wir haben zwar auch in der ballfreien Zeit mit unseren Plänen zu Hause intensiv gearbeitet, aber so ein Training mit Teamkollegen ist noch mal etwas ganz anderes. Ich freue mich, dass wieder ein bisschen Normalität zurückgekehrt ist.

Inwieweit unterscheidet sich das aktuelle Training unter Auflagen von regulären Einheiten?
Es ist schon anders, alleine weil wir keine Zweikämpfe bestreiten dürfen. Wir arbeiten viel mit dem Ball, machen Torschuss- und Passübungen, aber es fehlen natürlich die direkten Duelle. Fußball ist ein Kontaktsport und das ist gerade nicht möglich. Wir versuchen dennoch das Beste daraus zu machen und ich hoffe, dass sich die Situation in den nächsten Wochen kontinuierlich verbessert und wir bald wieder voll zur Sache gehen können.

Sie konnten zuletzt deutlich mehr Zeit mit Ihrer Familie verbringen. Gefällt Ihnen die Rolle als Vollzeit-Papa?
Ich habe sie sehr genossen. Es ist auch mal schön, sich nur auf die Familie konzentrieren zu können. Im normalen Bundesliga-Betrieb wäre das sicher nicht möglich gewesen. Ich konnte sehr viel Zeit mit meiner Frau Anabel und meiner Tochter Isabella (acht Monate alt/ Anm. d. Red.) verbringen – und die haben wir ausgiebig zusammen genutzt. Das hat mir sehr gut getan und viel Kraft gegeben in dieser schwierigen Zeit.

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Wie groß ist dennoch Ihre Sehnsucht nach Bundesliga-Spielen?

Ich möchte unbedingt wieder spielen! Ich glaube, dass es jedem in unserer Mannschaft in den Füßen kribbelt. Das Wichtigste ist aber die Gesundheit der Menschen. Die steht über allem. Wir müssen geduldig bleiben und abwarten, bis ein konkretes Datum für das erste Spiel bekanntgegeben wird. Bis dahin gilt es, uns auf diesen Tag X bestmöglich vorzubereiten. Wir wollen auf den Punkt topfit sein und da sind wir gerade auf einem sehr guten Weg.

Ist die Zwangspause für Sie besonders bitter, Sie waren davor womöglich in der Form Ihres Lebens…
Darüber mache ich mir keine Gedanken. Nicht nur ich, wir alle müssen die Situation so annehmen, wie sie ist. Ich bleibe einfach ruhig und bereite mich auf den Neustart vor. Ich glaube auch nicht, dass die Pause meiner Form und meiner Entwicklung schaden wird. Mein Ziel ist es, an die Leistungen von vor der Pause anzuknüpfen.

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Vor der Corona-Zwangspause konnte Jhon Cordoba mit starken Leistungen überzeugen.

Sie wären Ende März zum ersten Mal bei der kolumbianischen Nationalmannschaft dabei gewesen. Sind Sie traurig, dass Sie Ihr Debüt verschieben müssen?
Es war immer mein großer Traum, für mein Land zu spielen – und das bleibt auch so. Natürlich hätte ich gerne jetzt mein Debüt gefeiert und bin ein bisschen traurig. Aber ich bin Nationaltrainer Carlos Queiroz vor allem dankbar, dass er mich nominiert hat. Es sollte noch nicht soweit sein, so ist das Leben. Deswegen mache ich mich nicht verrückt. Ich bin mir sicher, dass ich eine zweite Chance bekommen werde und meine Zeit kommen wird. Ich werde jedenfalls weiter hart für diesen Traum arbeiten.

Ihre Familie wohnt in Kolumbien. Wie geht es Ihren Verwandten, wie ist die Corona-Situation dort?
Ich bin im ständigen Austausch mit meiner Familie. Gott sei Dank geht es ihnen sehr gut. Sie sind alle gesund, weil sie sich auch streng an die Regeln vor Ort halten. Die Situation in Kolumbien scheint stabil zu sein, die Ausbreitung soll bei weitem nicht so schlimm wie hier in Deutschland sein. Wenn ich mit meiner Familie spreche, klingt alles sehr positiv, was mir ein beruhigendes Gefühl gibt. Auch Anabels Familie, die in Barcelona lebt, geht es zum Glück gut.

Wenn die Bundesliga weitergehen sollte, dann wahrscheinlich mit Geisterspielen. Wie ist es für Sie, vor leeren Rängen spielen zu müssen?

Fußball ohne Fans ist nicht dasselbe. Doch die Situation lässt derzeit keine andere Möglichkeit zu. Die Gesundheit steht über allem und wenn es zu gefährlich ist, mit Zuschauern im Stadion zu spielen, müssen wir das akzeptieren. Natürlich ist es traurig, dass wir erstmal auf die Unterstützung unserer Fans verzichten müssen. Sie haben uns vor allem in den Heimspielen immer enorm gepusht, das wird mir fehlen. Aber ich glaube, dass sich viele Menschen den Fußball zurückwünschen.

Ihre Berater waren zuletzt mehrfach am Geißbockheim zu sehen. Ihr Vertrag läuft nur noch bis 2021. Hätten Sie gerne bald Klarheit, wie es für Sie weitergeht?
Es gibt keinen neuen Stand, ich mache mir aktuell keine Gedanken darüber. Die derzeitige Situation ist sehr seltsam, vieles ist ungewiss. Ich habe noch ein Jahr Vertrag in Köln, das ist zunächst mal die Ausgangslage.

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Ist der FC denn weiterhin Ihr erster Ansprechpartner?
Meine Familie und ich fühlen uns total wohl in Köln, wir sind hier heimisch geworden. Ich hoffe, dass wir so schnell wie möglich eine Lösung finden und die beste Entscheidung für alle treffen werden.

Wovon dürfen die FC-Fans träumen, wenn die Saison wieder aufgenommen wird?
Ich wünsche mir, dass wir ihnen wieder so guten Fußball bieten können wie vor der Pause. Ich persönlich werde weiterhin mein Bestes dafür geben. Ich bin immer bereit und brenne schon darauf, unsere Fans wieder mit Toren glücklich zu machen. Ich habe ein sehr gutes Gefühl bei unserer Mannschaft. Ich bin mir sicher, dass wir wieder gute Leistungen zeigen werden. Wo das am Ende der Saison hinführt, wird man dann sehen.