Heldt: „Bin auch Fußball-Romantiker“ Kippt das Coronavirus die 50+1-Regelung?

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Denkt über die Folgen der Corona-Krise nach:

Köln – Als das neue Präsidium des 1. FC Köln sich im vergangenen Herbst zur Wahl stellte, war ein wesentlicher Punkt auf der Agenda von Werner Wolf (62) & Co. die Absage an Investoren beim 1. FC Köln.

Doch in Zeiten, in denen das Coronavirus die Liga womöglich vor existenzielle Fragen stellt, könnte auch dieser Grundsatz schnell ins Wanken geraten. Als Horst Heldt (50) vor den Medienvertretern am Geißbockheim sprach, stellte er die Regelung, nach der den Vereinen die Mehrheit an ihren Fußball-Gesellschaften gehören muss, zumindest zur Diskussion: „Ich möchte nicht dastehen und am Ende des Tages bleibt als einziges übrig, dass es heißt: Heldt will die 50+1-Regelung öffnen. Ich glaube aber trotz alledem, dass es immer sinnvoll ist, in Krisen das ganze System zu hinterfragen. Trotzdem bleibe ich aber auch Fußballromantiker und möchte mir das auch nicht nehmen lassen. Doch in der Verantwortung, in der ich und andere stehen, ist es wichtig, seine Lehren zu ziehen.“

Horst Heldt: Kassensturz als Hausaufgabe

Und die besagen offenbar, dass sich die Klubs in England mit potenten Investoren im Hintergrund weit weniger Existenzängste machen müssen als die deutschen Vereine, die durch die wegbrechenden Einnahmen früher oder später mit dem Rücken zur Wand stehen könnten. Finanzchef Alexander Wehrle (45)  beschwichtigt: „Unsere Existenz ist nicht bedroht. Wir hoffen, die Saison zu Ende spielen zu können. Irgendwann werden wir aber wieder die Einnahmen brauchen, die wir vorher hatten.“

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Sollte die Saison wirklich abgebrochen werden, dürften sich für einige Vereine Probleme ergeben. „Alle haben als Hausaufgabe bekommen, einen Kassensturz zu machen, um zu sehen, wo wir stehen, wenn wir uns am 30. März treffen“, sagt Heldt, der auch bestätigt, dass irgendwann auch eine Insolvenz drohen könnte.
Wehrle gesteht: „Wir müssen natürlich auch Worst Case Szenarien durchspielen.“

1. FC Köln mit gravierenden Einnahmeausfällen

Die Einnahmeausfälle sind gravierend. Selbst wenn die restlichen Spiele ausgetragen würden, fehlen dem FC rund 8,5 Millionen Euro an Einnahmen rund um die Heimspiele.

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FC-Finanzchef Alexander Wehrle hofft auf ein reguläres Saisonende.

Gibt es einen Abbruch und die letzte Rate der TV-Gelder wird nicht mehr ausgezahlt, kämen noch einmal 12,47 Millionen Euro Einnahme Ausfall dazu – in einer Saison, in der die Kölner ohnehin mit einem Verlust in zweistelliger Millionenhöhe kalkuliert hatten. Demgegenüber steht allerdings auch ein Eigenkapital von 38,6 Millionen Euro.

1. FC Köln: Ein Investor als letzter Ausweg?

Braucht der FC, brauchen viele Traditionsvereine also am Ende einen „weißen Ritter“? So heißt ein Investor, der ein Unternehmen in beiderseitigem Einvernehmen übernimmt und mit frischem Geld die Existenz sichert. Es könnte der letzte Ausweg in einem Kampf sein, den die Liga, aber auch die FC-Geschäftsführer kämpfen. „Nicht für die Millionäre auf dem Rasen, sondern für die über 50 000 Jobs, die daran hängen und die Menschen, die mit dem Fußball ihr Leben finanzieren“, sagt Heldt.

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Klar ist allerdings: Die Widerstände gegen Investoren in der Anhängerschaft sind groß, die rechtlichen Rahmenbedingungen noch gar nicht gegeben. Doch auch im Fußball könnte das Virus schnell die Gesetzmäßigkeiten außer Kraft setzen.

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