Fragen & Antworten zu FC-Geisterspielen Darf Hennes rein? Wie hoch sind die Einbußen?

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FC-Maskottchen Hennes IX. ist seit dieser Saison im Dienst.

Köln/Mönchengladbach – Das Derby bei Borussia Mönchengladbach (hier lesen Sie mehr) ist nur der Anfang: Auf den 1. FC Köln warten auch im Rhein-Energie-Stadion Geisterspiele – die nächste Heimpartie gegen Mainz 05 (Samstag, 15.30 Uhr) wird genauso ohne Zuschauer ausgetragen wie das Derby gegen Fortuna Düsseldorf (21. März, 15.30 Uhr). Zudem muss Köln beim Spiel in Augsburg (18. April, 15.30 Uhr) auf seine Anhänger verzichten.

EXPRESS erklärt die Folgen für Klub und Fans.

Was müssen Ticketkäufer wissen?

Am Dienstag hat der FC zunächst die Ticketverkäufe für alle noch anstehenden Heimspiele „aufgrund der derzeitigen Situation rund um das Corona-Virus“ gestoppt. Die Spiele gegen Mainz und Düsseldorf sind allerdings schon ausverkauft.

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Geschäftsführer Alexander Wehrle (45) sagt: „Natürlich werden wir in den nächsten Wochen Fragestellungen haben: Wer für die Einnahmeverluste aufkommt und wie wir mit den Ticketinhabern umgehen. Wir sind gut beraten, ruhig und besonnen zu entscheiden.“

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Wenn Ex-FC-Trainer Achim Beierlorzer mit Mainz ins Rhein-Energie-Stadion zurückkehrt, werden keine Fans vor Ort sein.

In einer FC-Mitteilung heißt es zudem: „Alle Ticketinhaber werden vom FC zeitnah angeschrieben.“ Man bittet um Geduld

Bekommen Kartenkäufer ihr Geld zurück?

In den Ticket-AGBs des Klubs steht unter Punkt 8.2.: „Der Kunde kann weder die Zuweisung eines anderen Platzes im Stadion noch eine Erstattung verlangen, wenn der 1. FC Köln den Zuschauerausschluss nicht zu vertreten hat.“

Heißt: Da der FC nicht der Verursacher der Geisterspiele ist, ist er nicht zur Erstattung verpflichtet.

Fest steht: Die Auswärtstickets für das Derby in Gladbach werden erstattet. Hierzu erklärt der FC: „Wer über das Fan-Projekt fans1991 Karten für das Spiel in Mönchengladbach gekauft hat, erhält den Kaufpreis (ohne Versand- und Hinterlegungsgebühren) zurück.“

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Was kostet ein Geisterspiel den Verein?

Gladbachs Geschäftsführer Stephan Schippers beziffert die Summe, die dem Verein durch ein Heimspiel ohne Zuschauer durch die Lappen geht, auf zwei Millionen Euro.

Beim FC geht die Zahl ebenfalls weit über eine Million Euro hinaus. Wehrle sagt: „Es ist ein erheblicher Einnahmeverlust. Das sind je nach Verein siebenstellige Beträge, die man nicht eins zu eins wegstecken kann, das ist gar keine Frage.“ 

Existenziell bedroht sei allerdings keiner der 36 Vereine aus den ersten beiden Bundesligen: „Christian Seifert hat sich ganz klar geäußert, dass mögliche Liquiditätsschwankungen und Unterdeckungen möglicherweise durch die DFL berücksichtigt werden.“

Wer darf bei Geisterspielen ins Stadion?

Für das Spiel in Gladbach gilt laut Medienchef Markus Aretz: Lediglich Medienvertreter und „alle für die Durchführung notwendigen Mitarbeiter“ werden vor Ort sein.

Nach EXPRESS-Informationen wird unter anderem auch Stadionsprecher Torsten Knippertz (49) im Einsatz sein. Der Einlauf-Song „Die Seele brennt“ soll genauso durch die Stadionlautsprecher laufen wie der Torsong „Maria (I Like It Loud)“ von Scooter.

Und wie sieht es bei FC-Heimspielen mit Maskottchen Hennes IX. aus? Das hat der Klub noch nicht entschieden. Einerseits sei er zwar für die Zuschauer da, andererseits aber auch ein Glücksbringer für die Mannschaft, heißt es vom FC.

Werden die Spiele im Fernsehen übertragen?

Bislang ja. Sky überträgt wie gewohnt live. In Gladbach gibt es nach dem Spiel zudem TV-Interviews und die Pressekonferenz mit den Trainern. Die so genannte Mixed-Zone, in der Spieler Journalisten-Gruppen Frage und Antwort stehen, fällt dagegen aus.

Was ändert sich für Trainer Markus Gisdol und dessen Mannschaft?

Am Montag erklärte Kölns Chefcoach zu den Auswirkungen des Coronavirus: „Wir setzen uns damit auseinander, aber für uns hat das Sportliche Priorität. Wir fokussieren uns auf den Gegner und darauf, was uns auf dem Platz erwartet. Wir bereiten die Mannschaft sportlich gut vor. Im Kopf spielt es natürlich eine Rolle, es darf uns aber nicht tangieren. Wir konzentrieren uns auf den Fußball.“

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Beim Abschlusstraining konnten sich die FC-Profis schon mal an eine leere Arena gewöhnen: Gisdol ließ im Rhein-Energie-Stadion trainieren. Das ist nicht das erste Mal, aber doch eher ungewöhnlich – normalerweise finden die Einheiten unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Franz-Kremer-Stadion statt.

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Die Köln-Profis um Jorge Meré (l.) und Kingsley Schindler beim nicht öffentlichen Training im Rhein-Energie-Stadion

Die weiteren Abläufe für die Mannschaft bleiben nach EXPRESS-Informationen gleich. Das Team ist also bereits nach dem Abschlusstraining wie gewohnt zum Auswärtsspiel gereist.

Bislang ist laut Wehrle auch nicht geplant, dass künftige Trainingseinheiten wegen der Auswirkungen des Coronavirus unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden und Selfie-Verbote für Spieler eingeführt werden – wie das bei einigen anderen Klubs bereits der Fall ist. 

Wie geht es für den FC und die Bundesliga weiter?

Wehrle erklärt: „Wir werden uns nächste Woche zusammensetzen, alle 36 Vereine der 1. und 2. Liga, um über die nächsten Woche zu diskutieren. Es geht alle an und keiner ist schuld an dieser Situation – weder die Politik, noch die Vereine. Wir dürfen nicht gegenseitig mit dem Finger aufeinander zeigen, sondern müssen eine gute Lösung für den deutschen Fußball finden. Ich bin sehr zuversichtlich, dass Christian Seifert eine gute Vorgabe gibt.“

Er fordert eine ligaweite Regelung – und nicht, dass im Rheinland ohne, in Berlin aber mit Fans gespielt wird. Wehrle: „Wir haben alle unsere Schwierigkeiten damit und halten es nicht für nachvollziehbar, dass wir keine einheitliche Linie haben. Inkonsequenz führt zu Unsicherheit.“

In Köln dürfen vorerst bis 10. April keine Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern stattfinden.

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