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„Klubs wie der FC haben Probleme“ Köln-Boss Wehrle rüttelt an Verteilung der TV-Gelder

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Alexander Wehrle kämpft als DFL-Präsidiumsmitglied für eine gerechtere Verteilung der TV-Gelder.

Köln – Er hat eigentlich gerade Urlaub, genießt ein paar freie Tage am Bodensee. Doch von Ruhe kann für Alexander Wehrle (45) keine Rede sein. Der FC-Geschäftsführer hat alle Hände voll zu tun. Die Fans laufen Sturm gegen den FC-Dauerkartenplan, die Kaderverkleinerung drängt und ganz nebenbei kämpft er als DFL-Präsidiumsmitglied noch um eine gerechtere Bundesliga.

Alexander Wehrle befürchtet größere Kluft in der Bundesliga

„Die Schere zwischen Arm und Reich in der Bundesliga wird infolge der Corona-Krise noch größer.“ Das sagte Alex Wehrle letzte Woche im EXPRESS-Interview. „Das bereitet mir große Sorgen.“ Vor allem die Aufteilung der TV-Einnahmen ist dem Kölner Finanzboss ein Dorn im Auge.
Die DFL hat kürzlich die Medienrechte für den neuen Zeitraum zwischen 2021/22 und 24/25 vergeben. Insgesamt 4,4 Milliarden Euro werden in diesem Zeitraum ausgeschüttet.

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Die genaue Verteilung dieser Gelder muss noch geklärt werden, die Diskussionen haben gerade erst begonnen. Wehrle setzt sich dabei vehement für einen nachhaltigen Ansatz im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit und der Ausgeglichenheit der Liga ein. Denn im Schnitt machen die Medienerlöse rund 35 Prozent des Budgets eines Bundesligisten aus.

Alexander Wehrle stellt Vier-Säulen-Modell in Frage

Die Chancen, dass sich künftig etwas ändern könnte, stehen aus FC-Sicht nicht schlecht. Wehrle hat im DFL-Präsidium, wo über die Gelder entschieden wird, einige Mitstreiter. Da im neunköpfigen Gremium mittlerweile die mittelgroßen und kleinen Vereine mit fünf Vertretern die Mehrheit haben, könnte es tatsächlich zu einer Umverteilung kommen.
Derzeit fußt die Verteilung auf dem Vier-Säulen-Modell: Bestand (70 Prozent), Wettbewerb (23 Prozent) Sportliche Nachhaltigkeit (5 Prozent) und Nachwuchs (2 Prozent). Doch das reicht Wehrle noch nicht für einen fairen Deal: „In dem Modell sind schon einige Elemente der Solidarität und Umverteilung enthalten, aber aus meiner Sicht kann man da schon noch einiges verändern.“

FC-Finanzboss erhält Zuspruch von Fortuna Düsseldorf

Prominenten Zuspruch erhält er dabei ausgerechnet von Fortuna Düsseldorf. Der Rhein-Rivale hat eigentlich noch einen Hals auf den FC, nachdem die Gisdol-Elf den Abstiegsgipfel gegen Werder Bremen (1:6) verbockte. Doch in diesem Punkt ist Boss Thomas Röttgermann (59) auf Wehrles Seite. Er forderte ebenfalls im Sinne des Wettbewerbs in der Bundesliga über die fairere Verteilung der Medienerlöse zu diskutieren. „Ein erneutes 'Weiter so' darf es nicht geben, sonst wird es die Bundesliga - so wie wir sie alle lieben - bald nicht mehr geben“, sagt Röttgermann.

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Fortuna-Boss Thomas Röttgermann kämpft ebenfalls gegen das wachshende Ungleichgewicht in der Bundesliga.

Bereits in der Vergangenheit versuchte Wehrle an den alten Strukturen zu rütteln. In der zurückliegenden Rechteperiode schloss man sich als FC mit Eintracht Frankfurt, Bremen, Stuttgart, dem Hamburger SV und Hertha BSC zum „Team Marktwert“ zusammen. Ziel war, dass auch Faktoren wie Zuschauerzahlen und Einschaltquoten in den Verteilerschlüssel aufgenommen werden sollten.

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Das „Team Marktwert“ gibt es zwar nicht mehr, doch an dem Bestreben nach einem Kurswechsel hat sich nichts geändert. Wehrle: „Wir haben festgehalten, dass alle Vereine der Bundesliga gemeinsam einen Ansatz finden sollten, der gerecht und im Sinne einer nachhaltigen Wettbewerbsfähigkeit ist. Darüber werden wir weiter reden – und dies sicher auch kontrovers. Für mich ist das ein wichtiges Thema, dass wir mehr Ausgeglichenheit in die Bundesliga bekommen.“

Wehrle: Vereine wie der 1. FC Köln haben Probleme

Wie das konkret aussehen könnte, will er öffentlich nicht kommunizieren, sondern erst in den Dialog mit seinen Kollegen treten. „Ich werde keine öffentliche Verteilungsdebatte anstoßen, das gehört sich nicht.“
Klar ist nur: Egal wie, aber es muss sich etwas ändern, wenn die Liga - auch bedingt durch Corona - nicht noch weiter auseinanderdriften soll. „Ich habe nämlich den Eindruck, dass Vereine mit Investoren noch aggressiver Verpflichtungen tätigen und sich diesen Wettbewerbsvorteil zunutze machen werden. Andere Vereine wie der FC haben dagegen Probleme“, sagt Wehrle, der sich auf intensive und richtungsweisende Wochen vorbereitet.

„Die Debatte um die Geldverteilung ist mindestens so intensiv wie die über die Auktion“, sagt DFL-Präsident Christian Seifert (51). Er wünsche sich eine Diskussion mit „Anstand und Solidarität“.

Genau darum wird es demnächst gehen.

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