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FC-Krise Gisdols Baustellen: 13 Gründe für 13 Spiele ohne Kölner Sieg

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Trainer Markus Gisdol (r.) und Sportchef Horst Heldt haben beim 1. FC Köln viele Baustellen.

Köln – Seit Monaten kriselt sich Köln durch die Bundesliga.

Der bis dato letzte FC-Sieg liegt mittlerweile mehr als ein halbes Jahr zurück, ein hart erkämpftes 2:1 beim SC Paderborn am 6. März. Seitdem wartet die Mannschaft von Coach Markus Gisdol (51), die sich nach der Corona-Pause zum Klassenerhalt quälte, auf ein Erfolgserlebnis, legte auch in der neuen Saison einen Fehlstart hin.

Gründe für die Krise des 1. FC Köln

13 Liga-Spiele ohne Sieg! EXPRESS nennt 13 Gründe für Kölns anhaltende Negativ-Serie.

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Leistungsträger außer Form: Sebastiaan Bornauw (21) ist nicht mehr frei von Fehlern, wirkte vor allem vor dem Derby gegen Gladbach ungewohnt fahrig. Ellyes Skhiri (25) hat seinen Platz auch noch nicht wieder gefunden. Der Tunesier sucht nach der richtigen Balance, die ihn vergangene Saison so stark gemacht hat. Und auch Kapitän Jonas Hector (30) war bis zu seinem Knock-out in Bielefeld noch keine Hilfe. Die auffälligste Szene des Kapitäns war der katastrophale Rückpass auf Timo Horn (27), der zum 0:1 gegen Hoffenheim führte.

1. FC Köln mit späten Transfers

Späte Neuzugänge: Dimitrios Limnios (22), Sebastian Andersson (29), Ondrej Duda (25), Tolu Arokodare (19) und Marius Wolf (25) – bis auf Keeper Ron-Robert Zieler (31) kamen alle Neuzugänge erst im Endspurt der Vorbereitung oder sogar noch später. So war es für Gisdol unmöglich, bis zum Liga-Start eine funktionierende Mannschaft aufzubauen. Klar, dass noch die Automatismen fehlen.

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Die Kölner Neuzugänge Sebastian Andersson, Ondrej Duda, Tolu Arokodare und Dimitrios Limnios (v.l.) im Training

Neuer Teamgeist muss entstehen: Während der Siegesserie in der vergangenen Saison lebte der FC von seinem Zusammenhalt, wie Gisdol später betonte. Im Trainingslager in Donaueschingen sollte ein neuer Teamgeist entstehen – doch durch die angesprochenen späten Transfers wurde die Mannschaft noch mal durcheinandergewirbelt und muss sich auch abseits des Platzes erst finden. Da sind die Führungsspieler gefragt!

1. FC Köln vermisst Jhon Cordoba und Mark Uth

Top-Scorer weg: Mit den gewechselten Jhon Cordoba (13 Tore/2 Vorlagen) und Mark Uth (5/7) sowie dem langzeitverletzten Florian Kainz (5/7) fehlen aktuell die drei Top-Scorer der Vorsaison. Das kann die Mannschaft nicht kompensieren, zumal Uth und Kainz auch die wichtigsten Standardschützen waren.

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Jhon Cordoba (l.) und Mark Uth, hier in der vergangenen Saison gegen Union Berlin, haben den 1. FC Köln verlassen.

Kein Momentum, kein Selbstvertrauen: Die Erfolgsserie der vergangenen Saison kam mit einem überraschenden Derby-Sieg gegen Leverkusen im Dezember. Weder im Corona-Endspurt noch jetzt konnte der FC ein neues Momentum kreieren. Das Selbstvertrauen sinkt stattdessen mit jeder Pleite!

Fans fehlen wirklich: Klingt nach einer billigen Ausrede, ist aber statistisch belegt: 2019/20 holte kein anderer Bundesligist prozentual gesehen so viele seiner Gesamtpunkte in Heimspielen MIT Fans wie der FC. Problem: Keiner weiß, wann sich die Tribünen im Rhein-Energie-Stadion wieder füllen dürfen.

Horn-Diskussion geht weiter: Sportboss Horst Heldt (50) stärkte FC-Keeper Timo Horn in der Sommerpause so gut es ging den Rücken – betonte immer wieder, dass das Eigengewächs die klare Nummer eins bleibt. Doch Horn patzte nach überzeugender Vorbereitung in der Bundesliga wieder, bekommt trotz teilweise starker Paraden wie gegen Gladbach keine Konstanz rein.

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Timo Horn, hier bei der Pleite gegen Borussia Mönchengladbach, musste an den ersten drei Spieltagen schon sieben Gegentore hinnehmen.

Unerklärliche Abwehr-Aussetzer: Auch Horns Vorderleute leisten sich immer wieder unerklärliche Aussetzer. Bestes Beispiel: Kingsley Ehizibues (25) tölpelhaftes Einsteigen im Derby, als der Rechtsverteidiger (mal wieder) einen Elfer verschuldete.

Grabenkämpfe: In den ersten Saisonwochen ging es im FC-Umfeld zu wenig um den Sport, zu oft um die Grabenkämpfe rund um das Aus von Mitgliederratsboss Stefan Müller-Römer (52). So etwas kann der Mannschaft nicht helfen.

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Jan Thielmann (l.) und Noah Katterbach (r.) hatten vergangene Saison großen Anteil am FC-Aufschwung. Tim Lemperle (M.) sammelt Spielpraxis bei der U21.

Youngster im Leistungsloch: Ismail Jakobs (21) war zum Start verletzt, Noah Katterbach (19) komplett abgemeldet. Und auch Jan Thielmann (18) verpasste es bislang, den nächsten Schritt zu machen, hat mit Wolf und Limnios nun viel Konkurrenz vor der Nase. Die Unbeschwertheit der Youngster fehlt dem FC! Nach seinem Amtsantritt hatte Gisdol immens von den Eigengewächsen profitiert.

Verletzungssorgen: Es begann mit Anthony Modestes (32) mysteriösen Knie-Problemen, ging mit Florian Kainz‘ OP weiter und erwischte auch Jonas Hector – Gisdol muss immer wieder auf Stammspieler verzichten. Es fehlt der Konkurrenzkampf, zum Start stellte sich die Elf quasi von alleine auf.

Markus Gisdol musste Derby-Plan korrigieren

Unglückliche Trainer-Entscheidungen: Gisdol selbst hat mit seinen Entscheidungen aktuell kein glückliches Händchen. Seine Umstellung auf Dreierkette gegen Gladbach ging in die Hose, zur Pause kehrte der FC-Coach zum gewohnten 4-2-3-1 zurück.

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Markus Gisdol beim Derby gegen Gladbach. Links: Co-Trainer Frank Kaspari

Schiri-Pech: Als wäre das alles nicht schon genug, hat der FC auch noch Pech bei Schiedsrichter-Entscheidungen. So gleich zum Start gegen Hoffenheim. Da entschied Daniel Siebert nach einem vermeintlichen Foul von Rafael Czichos (30) an Christoph Baumgartner beim Stand von 1:1 auf Elfmeter – obwohl sich der Unparteiische die Wiederholung ansah und die Bilder nicht zweifelsfrei ein Foul belegen konnten. Sehr zum Ärger der FC-Verantwortlichen.

1. FC Köln hofft auf Wende gegen Eintracht Frankfurt

Und jetzt? Die Hoffnungen ruhen auf einem Neustart nach der Länderspielpause. Mit besser integrierten Neuzugängen und Verletzungs-Rückkehrern wie Modeste. Gisdol muss dringend zurück in die Erfolgsspur! Am besten direkt gegen Eintracht Frankfurt (Sonntag, 15.30 Uhr).

Sportboss Heldt: „Wir arbeiten weiter intensiv und haben noch eine lange Saison vor uns. Wir haben nie drumherum geredet, dass es ein schweres Jahr für uns wird.“

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