FC-Kapitän Hector dabei 800 Fußballer sichern homosexuellen Spielern Unterstützung zu

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Jonas Hector, hier am 16. Januar beim Aktionsspieltag „Diversity Day“ gegen Hertha BSC.

Berlin – Mit einem öffentlichen Appell unterstützen hunderte Fußballer und Fußballerinnen homosexuelle Profis, ihre Sexualität trotz möglicher Ängste öffentlich zu machen. Philipp Lahm warnt dagegen vor den Gefahren eines Coming-out während der aktiven Karriere.

  • Mehr als 800 deutsche Fußballer unterzeichnen Aktion
  • Statement im Magazin „11Freunde“
  • Thomas Hitzlsperger: „Wieder ein Schritt in die richtige Richtung“

Mehr als 800 deutsche Fußballer und Fußballerinnen haben homosexuellen Spielern ihre Unterstützung zugesichert. Während der ehemalige DFB-Kapitän Philipp Lahm (37) vor einem Coming-out in der aktiven Karriere warnt, wird in der emotional verfassten Erklärung dazu ermuntert.

„Denn ihr tut das Richtige, und wir sind auf eurer Seite“

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„Wir werden euch unterstützen und ermutigen und, falls notwendig, auch gegen Anfeindungen verteidigen. Denn ihr tut das Richtige, und wir sind auf eurer Seite“, heißt es in dem Solidaritätsschreiben, welches das Magazin „11 Freunde“ in seiner jüngsten Ausgabe veröffentlicht. Auch die Express.de-Redaktion unterstützt die Kampagne.

„Auch im Jahr 2021 gibt es keinen einzigen offen homosexuellen Fußballer in den deutschen Profiligen der Männer“, heißt es: „Die Angst, nach einem Coming-out angefeindet und ausgegrenzt zu werden und die Karriere als Profifußballer zu gefährden, ist offenbar immer noch so groß, dass schwule Fußballer glauben, ihre Sexualität verstecken zu müssen.“

Auch Jonas Hector vom 1. FC Köln unterzeichnete

Zu den Unterzeichnern des Appells „Ihr könnt auf uns zählen!“ gehören neben Jonas Hector, Kapitän des 1. FC Köln auch Profis wie Max Kruse (1. FC Union Berlin), Niklas Stark (Hertha BSC), Bakery Jatta (Hamburger SV), die Nationalspielerinnen Almuth Schult und Alexandra Popp (VfL Wolfsburg) sowie ganze Mannschaften von Profiklubs. So unterzeichnen beispielsweise Lars Stindl, Matthias Ginter, Breel Embolo, Yann Sommer, Tony Jantschke und Trainer Marco Rose für Borussia Mönchengladbach sowie Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke für Borussia Dortmund und alle 850 Mitarbeiter.

Niemand solle zu einem Coming-out gedrängt werden, betonen die Unterzeichner. „Das ist die freie Entscheidung jedes Einzelnen. Aber wir wollen, dass sich jeder, der sich dafür entscheidet, unserer vollen Unterstützung und Solidarität sicher sein kann.“

Als erster prominenter deutscher Fußballer hatte Thomas Hitzlsperger (38) 2014 öffentlich gemacht, dass er homosexuell ist – allerdings erst nach Abschluss seiner sportlichen Karriere. „Wieder ein Schritt in die richtige Richtung – well played, @11Freunde“, twitterte der heutige Sportvorstand des VfB Stuttgart. „Starke und wichtige Aktion“, schrieb der DFB bei Twitter. (dpa)

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