„Alles Jammern bringt nichts“ FC-Boss Wehrle über Fan-Rückkehr und Folgen für Köln

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FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle am Montag am Geißbockheim

Köln – Der Start der Bundesliga-Saison 2020/21 rückt näher – und unzählige Fans wollen endlich wieder in die Stadien!

Die Mitgliederversammlung der DFL hat am Dienstag erhebliche Einschränkungen bei einer möglichen Rückkehr der Anhänger beschlossen. Stehplätze, Alkohol und Gäste-Fans sind zunächst mal verboten, dafür lebt die Hoffnung auf ein Ende der Geisterspiele.

Alexander Wehrle: „Ein gutes Zeichen“

Alexander Wehrle (45), Geschäftsführer des 1. FC Köln und DFL-Präsidiumsmitglied, sprach nach der Versammlung ausführlich über die Liga-Pläne.

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Wehrle über...

…über das DFL-Konzept für die Rückkehr der Fans in die Stadien: „Es war richtig und wichtig, dass wir heute darüber diskutiert haben und dass wir einen Mehrheitsbeschluss getroffen haben. Das ist gutes Zeichen für die Gespräche, die noch mit der Politik anstehen und auch mit den jeweiligen lokalen Behörden. Jeder Verein muss das Konzept, das er für seine Situation vor Ort bespricht, genehmigt bekommen. Es ist gut, dass wir für alle einheitliche Grundvoraussetzungen geschaffen haben, die allerdings – und das ist auch wichtig – nur temporär sind. Denn wir befinden uns in einer pandemischen Entwicklung und die ist dynamisch. Von daher muss man flexibel reagieren können.“

…die Rückkehr zur Normalität: „Die wünsche ich mir total zurück, wie wahrscheinlich alle Menschen weltweit. Dass wir überhaupt über eine Teilöffnung für Zuschauer sprechen, ist schon ein gutes Zeichen – ein kleiner Schritt zurück in die Normalität. Für uns ist es auch ratsam, eher in kleineren Schritten zu denken und nicht sofort eine Vollauslastung zu fordern. Das wäre zum jetzigen Zeitpunkt nicht richtig und das würde auch keiner verstehen.“

Alexander Wehrle über die Situation beim 1. FC Köln

…die Bedeutung der Fans für 1. FC Köln: „Die Fans sind ein elementarer Bestandteil der Fußball-Kultur in Deutschland, Europa, wohl weltweit. Und besonders auch beim 1. FC Köln. Deswegen fehlen uns unsere Fans, das haben wir in den Spielen nach dem Restart leidvoll erfahren müssen. Gerade für Traditionsvereine, die vor ausverkauftem Haus spielen, ist es noch schwieriger. Aber alles Jammern bringt nichts, wir müssen uns der Situation stellen, deswegen ist es für uns umso wichtiger, in kleinen Schritten in die Normalität zurückzukehren – und hoffentlich ab Mitte September wieder mit Fans Fußball zu spielen, auch wenn wir nicht alle einladen können.“

…das Konzept des 1. FC Köln und die mögliche Zuschaueranzahl im Rhein-Energie-Stadion: „Das kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, da wir uns in vertraulichen Gesprächen mit dem Gesundheitsamt befinden. Das waren erste sehr gute Gespräche, weitere werden folgen. Wenn das Konzept final als tragfähig eingestuft wurde, werden wir das verraten.“

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Nach dem letzten Heimspiel der Saison 2019/20 im Juni gegen Eintracht Frankfurt mussten die Spieler des 1. FC Köln den Klassenerhalt ohne Fans feiern.

…das Verbot Alkohol und Stehplätzen: „Es ist völlig nachvollziehbar, dass es da verschiedene Standpunkte gibt, da die Stadien auch unterschiedliche Voraussetzungen haben. Wir hatten einen sehr guten und fruchtbaren Dialog. Am Ende haben wir demokratisch abgestimmt und ich gehe davon aus, dass sich alle daran halten werden. Wir reden hier von einer Lösung bis Ende Oktober, also sechs Spiele. Danach werden wir in Abhängigkeit der pandemischen Entwicklung entscheiden, ob die Regelung fortgeführt wird. Ich wünsche mir natürlich auch, dass wir so schnell wie möglich wieder Stehplätze in den Stadien sehen werden.“

…die nächsten Schritte: „Wir spielen ab Mitte September Fußball, von daher brauchen wir eine gewisse Vorlaufzeit. Es gibt nächste Woche noch mal politische Gespräche mit den Gesundheitsministern auf Landesebene, da geht es grundsätzlich um Großveranstaltungen. Dann müssen alle Vereine mit den lokalen Behörden möglichst zeitnah eine Lösung finden, damit jeder weiß, mit wie vielen Zuschauern man planen kann.“

Alexander Wehrle: Fanfreundliche Lösung beim 1. FC Köln

…die Auswirkungen des Stehplatz-Verbots beim FC: „Bei uns werden die Stehplätze zu Sitzplätzen umfunktioniert. Das bedeutet aber keinen finanziellen Verlust für die Stehplatz-Inhaber. Wer Stehplatz-Kunde ist, wird zum gleichen Preis auf einem Sitzplatz sitzen, wenn er ins Stadion möchte. Von daher ist das bei uns zumindest eine fanfreundliche Lösung.

…die finanziellen Folgen für den FC: „Das hängt davon ab, wie viele Zuschauer wir ins Stadion bekommen. Dass wir mit deutlich zweistellig negativen Mindereinnahmen rechnen müssen aufgrund der Pandemie, ist bekannt. Das sind extrem schwierige finanzielle Voraussetzungen für alle Bundesligisten, auch für uns.“

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