„Sonst ist das Turnier nicht lang“ Kroos will keine erneute Blamage erleben

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Toni Kroos und Joshua Kimmich beim Trainingsduell in Herzogenaurach am 11. Juni 2021.

Herzogenaurach – Am 7. Juli 2016 stand das bisher letzte EM-Spiel für Deutschland an. In Marseille verlor die DFB-Elf im Halbfinale nach einem Griezmann-Doppelpack den Gastgebern mit 0:2. Am kommenden Dienstag, 1804 Tage später, heißt der Gegner wieder Frankreich. Zum Turnierauftakt wartet also gleich ein ganz dicker Brocken.

  • Toni Kroos zuversichtlich vor dem EM-Auftakt gegen Frankreich
  • Profi von Real Madrid geht in sein sechstes großes Turnier
  • 1804 Tage sind seit dem letzten EM-Duell vergangen

Toni Kroos (31) stand damals im Vélodrome auf dem Feld, mit Manuel Neuer (35), Joshua Kimmich (26) und Thomas Müller (31) noch drei weitere Kollegen, die auch am Dienstag (15. Juni) dabei sein werden. „Frankreich ist amtierender Weltmeister und noch einmal stärker als damals“, sagt Kroos.

„Frankreich gehört zu den Top-Favoriten auf den Titel. Vor dem WM-Turnier 2018 sind wir stärker gemacht worden, als wir wirklich waren. Jetzt ist es anders. Es ist ein Spiel, wir brauchen uns nicht verstecken, weil wir große Qualitäten im Kader haben.“

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Müller-Rad

Die Stimmung im DFB-Team ist gelöst. Hier kommt Thomas Müller mit dem Rad zur Trainingseinheit.

Der Profi von Real Madrid hat schon fünf große Turniere mit der Nationalmannschaft erlebt und kann die Situation gut einschätzen. „Wir haben als Mannschaft gut gearbeitet und den einen oder anderen Schritt nach vorne gemacht, was Klarheit betrifft. Mein Gefühl ist ganz gut. Aber am Ende geht es am Dienstag los. Das ist kein Spiel zum Reinkommen“, sagt er vor dem Auftakt.

Dass viele immer auf die aktuell so gute Stimmung im Team verweisen, davon will sich der Routinier nicht blenden lassen. „2018 haben die Nebengeräusche schon eine Rolle gespielt. Wir wissen, was für Themen es da gab. Ich habe das aber nie als Ausrede für das Abschneiden genutzt, das wäre mir zu einfach.“

Trotzdem spürt auch der 102-malige Nationalspieler einen Unterschied im Team. „Ich habe das Gefühl, dass wir eine sehr willige Mannschaft haben mit vielen Spielern, die sich Gedanken um den Fußball machen. Ehrgeiz und Vorfreude sind groß, aber das ist auch die Grundeinstellung. Taktisch ist’s aber wichtig, dass wir ein paar Sachen im Vergleich zu 2018 verändern. Wir brauchen vor allem eine bessere Form als 2018.“

Toni Kroos: „Dürfen Bälle nicht leicht verlieren“

Noch bleiben drei Trainingstage, dann muss die Löw-Truppe die passende Form und Formation haben, um gegen die französischen Top-Stars zu bestehen. „Wenn ein Mbappé ins Laufen kommt, ist es schwer, ihn zu stoppen“, sagt Kroos. „N’Golo Kanté ist ein sehr guter Spieler, der immer wieder läuft, der nicht müde wird, der viele Wege geht. Daher dürfen wir, wenn wir vorne sind, den Ball nicht zu leicht verlieren. Wir brauchen dann Abschlüsse, um wieder in die Ordnung zu kommen.“

Mit der Versetzung von Joshua Kimmich auf die rechte Seite hat der Bundestrainer eine Option mehr für das Mittelfeld. „Jo kann beide Positionen hervorragend spielen. Ilkay und ich sind da nicht so flexibel. Hinten rechts sehe ich mich nicht“, sagt Kroos. „Wir müssen direkt die besten Optionen finden. Sonst ist das Turnier nicht lang“.

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