Quarantäne- und Corona-Wirbel Löw mit Sechsfach-Sorgen zum Camp-Start

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Joachim Löw begrüßte seine Spieler am 28. Mai am Mannschaftsbus vor dem Teamhotel.

Seefeld – Die Mission EM 2021 hat begonnen. Gladbachs Matthias Ginter (27) gehörte mit Emre Can (27), Robin Gosens (26), Lukas Klostermann (24) und Kevin Trapp (30) zu den ersten Spielern, die das Mannschaftshotel Nidum in Mösern erreichten. Zusammen waren sie per Flieger nach Innsbruck gekommen, von dort ging es im Mannschaftsbus ins rund 20 Kilometer entfernte Quartier.

  • Trainingslager der Nationalmannschaft hat begonnen
  • Joachim Löw muss vorerst auf sechs Spieler verzichten
  • Thomas Müller und Mats Hummels zurück beim DFB-Team

Auch die Nationalmannschafts-Rückkehrer Thomas Müller (31) und Mats Hummels (32) checkten am Freitag (28. Mai) erstmals seit ihrem Aus im März 2019 wieder beim DFB-Team ein. Müller kündigte via Instagram „den Start eines neuen Kapitels“ an und versprach dafür: „Volle Attacke.“

Müller-Seefeld

Gewohnt gut gelaunt erschien Rückkehrer Thomas Müller am Teamhotel.

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Während Joachim Löw (61) auf das erfahrene Duo zum Start des Trainingslagers setzen kann, fehlen noch sechs wichtige Spieler beim Turnier-Feinschliff. Der Bundestrainer erlebt einmal mehr einen Sorgenstart in die Vorbereitung.

Toni Kroos: Corona-Test weiter positiv – Anreise noch offen

Toni Kroos (31) ist an COVID-19 erkrankt, auch seine Frau und die drei Kinder hat es erwischt. „Es ist immer noch so eine leichte Kaputtheit spürbar. Aber wir sind auf dem Weg der Besserung“, sagt der Weltmeister. Am Freitag fiel ein Test erneut positiv aus. Erst wenn ein negativer PCR-Test gelingt, kann der Madrid-Profi fliegen. „Wir gehen davon aus, dass er in zwei, drei Tagen da ist“, sagte Oliver Bierhoff (53).

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Im bunten Look des DFB-Ausrüsters erschien Rückkehrer Mats Hummels am Hotel Nidum.

Das größte Problem stellen die „Engländer“ dar. Ilkay Gündogan (30), Timo Werner (25), Kai Havertz (21) und Antonio Rüdiger (28) bestreiten am Samstag das Champions-League-Finale in Porto zwischen Manchester City und dem FC Chelsea. Danach dürfen sie immerhin dank eines Erlasses des österreichischen Gesundheitsministeriums in Tirol anreisen. Das Trainingslager, hieß es zu dieser Ausnahmegenehmigung, sei „im absolut zwingenden Interesse der Republik Österreich“.

„Ich bin sehr dankbar, dass die österreichischen Behörden flexibel und gut reagiert haben und die Profisportler ausgenommen haben“, sagte DFB-Direktor Bierhoff. Normalerweise müssten die Stars in Österreich für zehn Tage in Quarantäne, erst nach fünf Tagen könnten sie freigetestet werden.

Oliver Bierhoff: „Das macht mir noch ein bisschen Kopfzerbrechen“

„Aber in Deutschland wird es zum Problem“, betonte Bierhoff. Dort sind für Einreisende aus Virusvariantengebieten wie Großbritannien 14 Tage Quarantäne vorgeschrieben, ein Freitesten ist nicht möglich. „Das macht mir noch ein bisschen Kopfzerbrechen“, meinte Bierhoff angesichts der geplanten Weiterreise nach Düsseldorf am 6. Juni. Dort spielt das DFB-Team am 7. Juni gegen Lettland. „Wir müssen uns auch eventuell Gedanken um einen Plan B machen“, sagt Bierhoff.

Ginter-Bus

Erster! Mit zwei Koffern bepackt war Gladbachs Matthias Ginter der erste Nationalspieler, der am Freitag das Teamhotel betrat.

Leon Goretzka (26) ist noch aufgrund seines Muskelfaserrisses im Oberschenkel in München. Beim Bayern-Star soll am Montag einer MRT-Untersuchung durchgeführt werden. Bei positivem Ausgang soll der Mittelfeldspieler Dienstag nachreisen. Auch er wird sicherlich etliche Trainingstage verpassen. Dabei ist gerade die Vorbereitung für den Bundestrainer extrem wichtig. Bierhoff: „Man sieht, dass es sich gelohnt hat, das volle 26-Mann-Kontingent zu nominieren. So können wir schon jetzt mit einigen Spielern gut arbeiten“.

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EXPRESS-Sportchef Marcel Schwamborn im EM-Trainingslager in Seefeld.

Es gilt eine passende EM-Elf zu formen. Durch die Rückkehrer Müller und Hummels, die natürlich direkt in die Startelf für das Frankreich-Spiel drängen, verändert sich auch die Hierarchie im Team. „Das Trainingslager ist ein wichtiger Schlüssel für das Turnier“, sagt Löw. In den zehn Tagen in Tirol sollen daher die Grundlagen für eine erfolgreiche Euro gelegt werden.

Im Idealfall ist Löw noch 43 Tage Bundestrainer, wenn er mit dem Team das Finale in London erreicht. Schlimmstenfalls, sollte sich das Debakel von der WM 2018 in Russland wiederholen, endet der Weg schon in 25 Tagen. Das will Jogi mit aller Macht verhindern. Entsprechend viel Wert legt er auf die Trainingseinheiten in Seefeld. Doch sechs Stützen fehlen ihm dabei zunächst.

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