Kölner schreibt Sport-Geschichte Draisaitl ist erster deutscher Topscorer der NHL

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NHL-Star Leon Draisaitl (l.) jubelt im März 2020 nach seinem Treffer gegen die Nashville Predators mit Teamkollege Ryan Nugent-Hopkins.

Edmonton – Das hat es in der 103-jährigen Geschichte der amerikanischen Eishockey-Liga NHL noch nicht gegeben. Wegen der Corona-Pandemie wurde die Hauptrunde des prestigeträchtigsten Eishockey-Cups der Welt vorzeitig beendet. Der Kölner Leon Draisaitl schreibt dadurch Eishockey-Geschichte.

Leon Draisaitl wird Topscorer der National Hockey League

Denn der Angreifer der Edmonton Oilers war bis zur Corona-bedingten Unterbrechung der Spielzeit mit beeindruckenden 110 Punkten der beste Scorer der besten Liga der Welt. Da den ehemaligen Kölner Hai durch den Hauptrunden-Abbruch nun niemand mehr einholen kann, hat sich Draisaitl mit seinen Top-Leistungen die Art-Ross-Trophy für die meisten Torbeteiligungen gesichert.

Draisaitl gilt zudem als ein Kandidat für den MVP-Award, den Titel als wichtigster Spieler der Saison ‒ eine Auszeichnung, die als deutscher Sportler in den USA bislang nur Basketball-Star Dirk Nowitzki überreicht bekam.

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Leon Draisaitl: „Natürlich ist das eine große Ehre”

Der deutsche Eishockey-Superstar präsentierte sich angesichts seiner anstehenden Auszeichnung demütig: „Natürlich ist das eine große Ehre für mich und auch etwas ganz Besonderes”, stellte der Nationalspieler fest, „aber ohne meine Mitspieler wäre das natürlich nicht möglich gewesen.”

Wann der Kölsche Jung die Art-Ross-Trophy überreicht bekommt, ist wegen der besonderen Umstände noch unklar. Liga-Boss Gary Bettman sprach am Dienstag (Ortszeit) in einer Video-Pressekonferenz davon, dass es aus aktueller Sicht wohl eine virtuelle Ehrung geben werde, aber noch keine konkreten Pläne existierten.

Edmonton Oilers: Traum-Duo spielt um den Stanley Cup

Zu den zahlreichen Gratulanten zählte selbstverständlich auch Draisaitls Arbeitgeber. Via Twitter beglückwünschten die Edmonton Oilers ihren Leistungsträger zu dem Erfolg. Der schlug im direkten Kampf um den Scorer-Titel unter anderem Teamkollege Connor McDavid, dessen 97 Scorerpunkte ligaweit den zweiten Platz bedeuten. 

Deutschlands bester Eishockey-Spieler ist in seinem Heimatland zwar weit von der Popularität von beispielsweise Dirk Nowitzki entfernt, in den NHL-Ländern USA und Kanada aber ein geschätzter und in höchstem Maße anerkannter Athlet. Für ihn und Offensiv-Partner McDavid geht es bald womöglich in einem angepassten Playoff-Format um die wichtigere Trophäe: den Stanley Cup, der dem Gewinner der Meisterschaft verliehen wird. 

Wegen Corona: NHL mit verändertem Playoffsystem?

Bei einer Fortsetzung der wegen der Corona-Pandemie unterbrochenen Saison erwägt die National Hockey League, direkt in die Playoffs einzusteigen und dafür mehr Mannschaften als üblich zuzulassen. Demnach sollen 24 Mannschaften die Chance erhalten, sich für die Final-Serie um den Stanley Cup zu qualifizieren. Normal sind Playoffs mit 16 Teams.

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Orte und Zeitplan sind aktuell noch nicht entschieden. Frühestens am 1. Juli sollen Teams mit Trainingslagern beginnen. Derzeit sind noch nicht mal Einheiten in Kleingruppen erlaubt. Die Genehmigung dafür wird für Anfang Juni erwartet. „Wir werden nicht mit Spielen beginnen, bevor wir wissen, dass es sicher und okay ist”, sagte Liga-Boss Bettman. (dpa, bl)

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