Tränen im TV Moritz Müller: Legendäres Interview nach Eishockey-Thriller

Momue4.6.

Moritz Müller weinte nach dem Sieg von Deutschland bei der Eishockey-WM gegen die Schweiz am 3. Juni 2021.

Köln/Riga – Dieser Eishockeyabend wird für immer einen Platz in der Historie des deutschen Eishockeys haben: Deutschland hat im Viertelfinale der WM in Lettland die Schweiz nach einem Krimi am Donnerstag, 3. Juni, ausgeschaltet. Nach 0:2-Rückstand, drehte die deutsche Auswahl das Spiel noch, gewann nach einem sensationellem letzten Penalty von Marcel Noebels (29). Das Team steht nun im Halbfinale gegen Finnland (Samstag, 17.15 Uhr, Sport1).

  • Eishockey-WM: Deutschland im Halbfinale
  • Kapitän Moritz Müller mit emotionalem Interview
  • Halbfinalgegner am Samstag: Finnland

Kapitän Moritz Müller (34, Kölner Haie) weinte nach dem Erfolg über die Schweiz im Interview mit der IIHF unmittelbar nach dem Thriller in der Mixed Zone.

Moritz Müller nach WM-Helbfinaleinzug überwältigt

Als der Reporter der Medienabteilung des Weltverbandes ihn vor dem Mikrofon hatte, konnte Müller erstmal kaum sprechen nach dem Sieg im Penaltyschießen gegen die Schweiz. Der Reporter hatte Verständnis: „Das ist alles sehr emotional, ich sehe es.“

Müller nickte und konnte dann doch noch ein paar Worte finden, wobei er immer wieder ein paar Tränen verdückte.

„Manchmal verdienen Teams so etwas. Wenn man so viel Herz und Emotion in ein Spiel wirft, dann verdienst Du einen Sieg wie diesen. Ich bin sehr stolz auf dieses Team“, schluchzte Müller.

Der Vorzeigeprofi zeigt seinen Emotionen ungefiltert. Am Samstag (17.15 Uhr, Sport1) geht es nun im Halbfinale gegen Riga. Die erste deutsche WM-Medaille seit 1953 soll her. Müller: „Das ist unfassbar geil. Wir sind noch nicht fertig jetzt. Wir müssen es genauso machen wie gegen die Schweiz, immer und immer wieder, wir werden nicht pausieren.“

Und dann fragt der Reporter, was es in der Kabine nun zu sagen gibt. Müller: „Nichts, wir werden uns einfach nur umarmen.“

Eishockey-WM: Bundestrainer Toni Söderholm will Gold

Für diese Mannschaft scheint alles möglich. Schon vor dem Turnier sagte Bundestrainer Toni Söderholm (43) auf die Frage, mit welchen Erwartungen er ins Turnier geht nur ein Wort: „Gold“. Da wurde er von dem ein oder anderen belächelt. Jetzt trifft der gebürtige Finne mit Deutschland auf seine Landsleute und spielt um die WM-Medaillen.

„Wir wissen, wie gut wir sind. Es ist egal, gegen wen wir spielen. Ich denke, wir haben eine ziemlich gute Chance“, ist sich NHL-Stürmer Dominik Kahun sicher.

DEB-Präsident Franz Reindl (66) war am Freitag noch völlig von den Socken: „Das ist phänomenal. Ich kann die E-Mails, WhatsApp-Nachrichten und SMS gar nicht zählen. Wer sich da aus Deutschland und der ganzen Welt alles gemeldet hat....“

Das Spiel gegen die Schweiz beurteilte er so: „Das war etwas, was tief ins Herz geht. Ich kann nur meinen Dank aussprechen. Ich habe größten Respekt vor den Spielern und Trainern.“

Vor dem Halbfinale hofft Reindl nun: „Das wird unglaublich schwer. Ich habe aber die Hoffnung, dass die Mannschaft noch einmal Kräfte sammelt für diesen großen Wettbewerb.“

Eishockey-WM: Nächste Medaille für deutsches Team ist greifbar

Jetzt greifen Müller und Co nach dem nächsten Edelmetall. Bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang 2018 hatte das deutsche Team mit dem damaligen Bundestrainer Marco Sturm sensationell Silber geholt und Gold nur denkbar knapp verpasst. „Die Speerspitze des Eishockeys in Deutschland ist die Nationalmannschaft. Wenn die performt, gibt es überregionales Interesse“, sagte Müller: „Das begeistert die Leute zuhause, das veranlasst die Leute dann auch zu den Klubs an ihren Standorten zu gehen. Fürs deutsche Eishockey ist das enorm wichtig, weil es den Olympia-Erfolg noch mal verstärkt, den Weg von Toni verstärkt, den er mit uns gegangen ist“, sagte Müller. Und er bekräftigte vor dem Spiel gegen Finnland: „Wenn man Weltmeister werden will, muss man jeden schlagen.“

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